Dieses Video wurde am 23.08.2026 von DW News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
In Bangladesch sind erstmals Busse ausschließlich für Frauen in Betrieb gegangen. Die sogenannten Women-only Busse sollen Frauen eine sichere, komfortable und würdevolle Alternative zum bislang oft chaotischen öffentlichen Nahverkehr bieten. Das Projekt wird als wichtiger Schritt zur Förderung der weiblichen Mobilität und gesellschaftlichen Teilhabe gewertet – mit dem Ziel, es künftig auf das gesamte Land auszuweiten.
Alltägliche Belästigungen im öffentlichen Bus
Für viele Frauen in Bangladesch war das tägliche Pendeln mit dem öffentlichen Bus bislang eine Belastungsprobe. Beim Einsteigen in überfüllte Fahrzeuge kam es regelmäßig zu Gedränge und unerwünschtem Körperkontakt mit männlichen Mitfahrern. Helfer an den Bustüren verweigerten Frauen häufig die Mitfahrt mit dem Hinweis, es gäbe keine freien Plätze – obwohl Sitze verfügbar waren.
Die Folgen waren ein unangenehmes, bisweilen bedrohliches Reiseklima, das viele Frauen davon abhielt, öffentliche Verkehrsmittel überhaupt zu nutzen. Berufstätige Frauen, Schülerinnen und Studentinnen waren davon besonders betroffen.
Women-only Busse als Lösung
Die neu eingeführten reinen Frauenbusse sollen diese Missstände grundlegend beseitigen. In den Fahrzeugen reisen ausschließlich Frauen, was laut Fahrgästen sofort zu einem deutlich ruhigeren und sichereren Reiseerlebnis führt. Die Initiative wird von vielen Nutzerinnen ausdrücklich begrüßt.
- Kein ungewollter Körperkontakt mit männlichen Mitfahrern
- Gleichberechtigter Zugang zu Sitzplätzen für Frauen
- Ruhigeres und geordneteres Reiseklima
- Stärkung des Vertrauens in den öffentlichen Nahverkehr
- Förderung der selbstständigen Mobilität von Frauen
Viele Fahrgäste äußern die Hoffnung, dass die Zahl dieser Busse schnell wächst und das Angebot bald im gesamten Bangladesch verfügbar sein wird.
Frauen hinter dem Steuer: Ausgebildete Fahrerinnen und Trainerinnen
Bemerkenswert ist, dass das Projekt nicht nur auf der Passagierseite auf Frauen setzt. Auch ausgebildete Fahrerinnen und Fahrausbilderinnen sind an dem Vorhaben beteiligt. Eine der Trainerinnen, die aus dem Distrikt Sylhet stammt, gehört nach eigenen Angaben zu den wenigen zertifizierten Fahrlehrerinnen im ganzen Land.
Durch ihre Arbeit hat sie bereits tausende Fahrschülerinnen und Fahrerinnen ausgebildet und damit eine Grundlage geschaffen, auf der das Women-only-Busprojekt personell aufgebaut werden kann. Sie betont, dass sie und ihre Kolleginnen nicht nur Fahrerinnen seien, sondern vor allem Multiplikatorinnen – Frauen, die anderen Frauen Kompetenzen und Selbstständigkeit vermitteln.
Ausblick: Ein Modell für ganz Südasien?
Das bangladeschische Pilotprojekt steht im breiteren Kontext einer wachsenden Debatte über Frauensicherheit im öffentlichen Raum in Südasien. Ähnliche Ansätze existieren in Ländern wie Indien, Pakistan und Iran, wo separate Abteile oder Fahrzeuge für Frauen seit Jahren erprobt werden.
Ob das Modell dauerhaft erfolgreich sein wird, hängt von mehreren Faktoren ab: ausreichend Finanzierung, einem wachsenden Pool ausgebildeter Fahrerinnen sowie politischem Willen zur Skalierung. Die bisher positiven Reaktionen der Nutzerinnen und die Arbeit engagierter Trainerinnen lassen jedoch hoffen, dass die Women-only Busse bald zum festen Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs in Bangladesch werden – und vielleicht als Vorbild für die gesamte Region dienen.
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