Dieses Video wurde am 05.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das Wetter-Chaos in Deutschland verschärft sich: Ein Tiefdruckgebiet über Frankreich schleust schwülwarme Luftmassen aus dem Süden heran, während gleichzeitig trockene, kalte Polarluft aus dem Norden nach Deutschland drängt. Genau dort, wo diese beiden Luftmassen aufeinanderprallen, entstehen kräftige Niederschläge, Gewitter und ein extremer Temperaturgegensatz von bis zu 15 Grad zwischen Nord und Süd. Weite Teile des Landes müssen sich auf einen unbeständigen Tag einstellen – lediglich an der Nordseeküste gibt es heute die freundlichsten Momente.
Regen und Gewitter breiten sich von Nord nach Süd aus
Der Wettertag beginnt im Norden mit kurzen Schauern, die jedoch rasch wieder nachlassen. Bereits am Mittag setzt im südlichen Niedersachsen Regen ein, der im Tagesverlauf stetig kräftiger wird.
Am Nachmittag erstreckt sich das Regengebiet von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bis nach Sachsen. Auch Berlin bekommt einige Regentropfen ab. In Franken und Baden-Württemberg ziehen kräftige Gewitter auf.
Im Süden Bayerns wechseln sich Schauer und Sonnenschein ab – ein leichter Lichtblick in einem ansonsten trüben Wettertag für die meisten Regionen.
Extreme Temperaturunterschiede quer durch Deutschland
Der auffälligste Aspekt des heutigen Wettertages sind die extremen Temperaturgegensätze zwischen Nord und Süd. Während an der Ostsee kaum mehr als 11 Grad erreicht werden, klettern die Werte an der Bayerischen Donau auf sommerliche 26 Grad.
- Hamburg: 12 Grad, wechselhaft
- Berlin: 17 Grad, etwas Regen
- Köln: 19 Grad, Regen und Bewölkung
- München: 24 Grad, teils sonnig
- Ostseeküste: 11 Grad, kühl und grau
Dieser Temperaturunterschied von bis zu 15 Grad auf vergleichsweise kleiner Fläche ist typisch für Wetterlagen, bei denen polare Kaltluft und subtropisch geprägte Warmluft gleichzeitig über Mitteleuropa aktiv sind.
Tiefdruckgebiet über Frankreich als Auslöser
Das meteorologische Geschehen hat einen klaren Ursprung: Ein Tiefdruckgebiet über Frankreich pumpt feuchte, schwülwarme Luft nach Deutschland. Diese trifft auf eine stabile Kaltluftströmung aus polaren Breiten, die von Norden und Osten ins Land drängt.
An der sogenannten Luftmassengrenze – dem Bereich, wo Warm- und Kaltluft kollidieren – entstehen intensive Niederschläge und in der Südhälfte auch Gewitter. Solche Wetterlagen sind für die Übergangszeit im Frühling charakteristisch und können innerhalb weniger Stunden erhebliche Regenmengen bringen.
Der Norden hingegen befindet sich bereits überwiegend im Einflussbereich der Kaltluft, weshalb dort die Temperaturen deutlich niedriger ausfallen und die Schauer kürzer und weniger intensiv sind.
Ausblick: Unbeständig bis zum Wochenende
Auch in den kommenden Tagen bleibt das Wetter in Deutschland unbeständig. Bayern, das heute noch von den wärmsten Temperaturen profitiert, muss sich ebenfalls auf sinkende Werte und weitere Schauer einstellen.
Erst am Freitag soll sich langsam ruhigeres und trockeneres Wetter durchsetzen. Die ersten Signale für das Wochenende deuten auf kurze Schauer im Westen und Norden hin, während der Osten und der Süden zumindest mit einigen freundlichen Stunden rechnen dürfen.
Insgesamt bleibt die Wetterlage über Deutschland instabil – ein ruhiger, stabiler Hochdruckeinfluss ist vorerst nicht in Sicht. Wer in den nächsten Tagen Outdoor-Aktivitäten plant, sollte flexibel bleiben und stets einen Regenschirm griffbereit haben.
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