Dieses Video wurde am 20.08.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Was ist der Wesenskern der AfD? Diese Frage stellen Markus Lanz und Richard Precht in einem viel beachteten Gesprächsausschnitt – und kommen zu einem ernüchternden Befund: Eine klare Antwort existiert bislang nicht. Die Partei vereint unter ihrem Dach so unterschiedliche Charaktere und Weltbilder, dass selbst ihre eigenen Mitglieder und Wähler keine einheitliche Vorstellung davon haben, wofür die AfD im Kern steht. Zwischen Protestwähler und überzeugtem Rechtsextremisten ist demnach alles vertreten – ein Spektrum, das die politische Einordnung erheblich erschwert.
Nationalismus und Rassismus als rote Linie
Im Gespräch wird unmissverständlich klargestellt, was als absolut inakzeptabel gilt: Nationalchauvinismus und Rassismus in jeglicher Form – unabhängig von Couleur oder Ausprägung. Diese Haltung markiert eine klare moralische Grenze, die keiner weiteren Diskussion bedarf.
Die eigentliche Frage ist jedoch, ob diese Inhalte tatsächlich den Kern der AfD ausmachen oder ob es sich dabei um einen Flügel handelt, der neben anderen Strömungen innerhalb der Partei existiert. Diese Unterscheidung ist politisch entscheidend – und bislang ungeklärt.
Sachsen-Anhalt als politisches Testlabor
In der Diskussion wird Sachsen-Anhalt als konkretes Beispiel herangezogen: Mit rund 1,7 Millionen Wählern böte das Bundesland eine Möglichkeit, die AfD unter realen Regierungsbedingungen zu beobachten – und damit endlich Klarheit zu schaffen, mit welcher Partei man es tatsächlich zu tun hat.
Das Argument: Es sei besser, diese Frage auf Landesebene zu klären, als abzuwarten, bis sie sich auf Bundesebene entscheidet – zu einem Zeitpunkt, an dem die Konsequenzen weitreichender wären.
Die These dahinter lautet: Ein Landespolitiker steht unter anderen Zwängen als ein Bundespolitiker. Er muss Arbeitsplätze sichern, Infrastruktur erhalten und die regionale Wirtschaft im Blick behalten. Wer in dieser Verantwortung steht, so das Argument, wird kaum politische Positionen vertreten, die Unternehmen zur Abwanderung bewegen.
Zieht die AfD in der Regierungsverantwortung nach rechts oder zur Mitte?
Ein zentrales Szenario des Gesprächs ist die Frage, wie sich die AfD unter Regierungsverantwortung entwickeln würde. Zwei Möglichkeiten stehen im Raum:
- Die AfD erweist sich als frisches Personal mit mehr Durchsetzungskraft, Bürokratieabbau und einem forschen Politikstil – ohne ideologische Radikalisierung.
- Die AfD setzt aktiv rassistische Inhalte durch und offenbart damit ihren eigentlichen Charakter als rechtsextreme Partei.
Die wahrscheinlichere Entwicklung, so die Einschätzung, sei, dass die AfD in Sachsen-Anhalt – sollte sie die Mehrheit erringen – eher in Richtung politische Mitte rückt, als dass sie sich weiter nach rechts bewegt. Die pragmatischen Sachzwänge des Regierens würden eine solche Mäßigung begünstigen.
Eine Partei, die sich selbst noch nicht kennt
Besonders aufschlussreich ist die Beobachtung, dass die Unklarheit über den Wesenskern der AfD nicht nur außen herrscht, sondern offenbar auch innerhalb der Partei selbst. Die AfD setzt sich aus so vielen Flügeln, Lagern und Menschen mit unterschiedlichsten Vorstellungen zusammen, dass eine kohärente politische Identität kaum erkennbar ist.
Dieses Fehlen einer klaren programmatischen Linie macht die Partei schwer berechenbar – sowohl für politische Gegner als auch für potenzielle Koalitionspartner und vor allem für die Öffentlichkeit.
Die Debatte um den Wesenskern der AfD bleibt damit eines der zentralen ungeklärten Themen der deutschen Innenpolitik. Ob Regierungserfahrung auf Landesebene tatsächlich zur Klärung beiträgt, wird die politische Entwicklung der kommenden Jahre zeigen müssen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ZDFheute Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.