Dieses Video wurde am 17.08.2026 von NTV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein einsetzender Regen gibt der Feuerwehr im nordrhein-westfälischen Monschau dringend benötigte Unterstützung im Kampf gegen den Waldbrand im Hohen Venn. Seit Freitagabend haben die Flammen rund 3.000 Hektar des belgisch-deutschen Naturschutzgebiets erfasst – eine Fläche, die etwa 4.500 Fußballfeldern entspricht. Rund 600 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, Dutzende weitere verließen die Region aus Vorsicht. Der Regen und ein günstig drehender Wind sorgen nun erstmals für Entspannung an der Brandfront.
Regen und Wind wenden die Lage
In den frühen Morgenstunden setzte der lang ersehnte Niederschlag ein. Für die Einsatzkräfte vor Ort war das eine spürbare Erleichterung. Der Regen begann gegen 3:30 Uhr und spielte der Feuerwehr nach eigenen Angaben direkt in die Karten.
Auch der Wind entwickelte sich positiv: Er drehte in eine für die Bekämpfung günstige Richtung, sodass sich die Lage nicht weiter verschlechterte. Die Feuerlinie konnte gehalten werden – ein entscheidender Erfolg nach tagelangen, zermürbenden Löscheinsätzen.
Trotz der positiven Entwicklung warnen Fachleute vor zu viel Optimismus. Hochmoore wie das Hohe Venn gelten als besonders schwer zu löschen, da das Feuer tief im Torf brennt und an der Oberfläche oft kaum sichtbar ist.
Moorbrände: Das unsichtbare Feuer unter der Erde
Große Teile des betroffenen belgischen Nationalparks Hohes Venn bestehen aus Hochmoor. Das macht die Brandbekämpfung besonders schwierig: Anders als bei gewöhnlichen Wald- oder Flächenbränden fressen sich Glutnester tief in den Moorboden und breiten sich teils mehrere Meter unter der Oberfläche aus.
Selbst anhaltender Regen löscht diese unterirdischen Brandherde nicht sofort. Das Wasser dringt nur langsam in die dichten Torfschichten vor, weshalb die Einsatzkräfte auch nach Niederschlägen weiter wachsam bleiben müssen.
- Hochmoorbrände können wochenlang unter der Erdoberfläche weiterschwelen.
- Der Torf speichert Wärme und Glut auch bei feuchter Witterung über lange Zeit.
- Eine vollständige Kontrolle ist erst möglich, wenn der Moorboden durchgängig durchnässt ist.
- Drohnen und Wärmebildkameras kommen bei der Suche nach Glutnestern zum Einsatz.
Hunderte Menschen auf der Flucht
Seit Ausbruch des Feuers am Freitagabend mussten rund 600 Anwohner ihre Häuser verlassen. In den späten Abendstunden ergriffen weitere etwa 30 Personen aus Eigeninitiative die Flucht, besorgt um ihr Eigentum und ihre Sicherheit.
Die Betroffenen zeigen sich tief erschüttert. Die Angst gilt nicht nur dem eigenen Zuhause, sondern auch der einzigartigen Naturlandschaft des Hohen Venns, die durch den Brand auf einer historisch beispiellosen Fläche zerstört wurde.
Die Behörden richteten Notunterkünfte und Anlaufstellen für Evakuierte ein. Viele Bewohner warten seither auf die Erlaubnis, in ihre Häuser zurückzukehren.
Ausblick: Hoffnung, aber noch keine Entwarnung
Der Regen ist ein erster, wichtiger Schritt zur Eindämmung des Großbrands im Hohen Venn. Die Feuerwehr bleibt jedoch in erhöhter Alarmbereitschaft. Solange die Glutnester im Moorboden nicht vollständig erloschen sind, besteht das Risiko einer erneuten Ausbreitung – insbesondere wenn die Niederschläge nachlassen und der Wind wieder dreht.
Für die Menschen in Monschau und der grenznahen Region bleibt die Hoffnung, dass die Naturkatastrophe glimpflich ausgeht und das Feuer die Ortschaften letztlich verschont. Die kommenden Tage mit weiteren Regenfällen werden entscheidend sein, ob die Lage dauerhaft unter Kontrolle gebracht werden kann.
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