Waldbrand Eifel: Lage im Hürtgenwald stabilisiert

Dieses Video wurde am 15.08.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Waldbrand Eifel im Hürtgenwald gilt als der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Rund 2.000 Menschen mussten den Ortsteil Gai im Landkreis Düren evakuieren. Seit Donnerstag kämpfen etwa 1.800 Einsatzkräfte, unterstützt von zehn Löschhubschraubern, gegen die Flammen. Am Samstag stabilisierte sich die Lage – doch die Gefahr ist noch nicht vorbei.

Waldbrand im Hürtgenwald: Größter Brand der Landesgeschichte

Seit Donnerstag wütet das Feuer in der Eifelgemeinde im Landkreis Düren. Auf dem ehemaligen Weltkriegsschlachtfeld ist der Einsatz besonders riskant: Munitionsreste und alte Minenfelder erschweren die Löscharbeiten erheblich. Feuerwehrkräfte aus dem Kreis Düren berichten, dass sich regelmäßig Phosphorgranaten entzünden.

Am Freitag hatte sich der Brand auf rund 300 Hektar ausgebreitet. In der Nacht konnten die Löschhubschrauber nicht fliegen, am Mittag des Folgetages meldete die Feuerwehr die Lage als stabil. Eine zwischenzeitlich angekündigte Gewitterzelle mit Sturmböen sorgte erneut für Besorgnis – die befürchtete Verschlechterung blieb jedoch aus.

NRW-Ministerpräsident Henrik Wüst zeigte sich erleichtert: Bisher sei kein einziges Haus verloren gegangen und auch keine Person zu Schaden gekommen.

Evakuierte bangen um ihre Häuser

Rund 2.000 Bewohner des Ortsteils Gai mussten ihre Heimat verlassen. Die meisten sind bei Verwandten oder in Hotels untergebracht. Wann sie zurückkehren dürfen, ist weiterhin unklar.

Die Stimmung unter den Evakuierten ist belastend, aber am Samstagnachmittag deutlich optimistischer als noch am Vortag. Ihre größte Sorge – dass ihre Häuser abbrennen könnten – hat sich vorerst nicht bewahrheitet.

  • Rund 300 Hektar Waldfläche bereits zerstört
  • 1.800 Einsatzkräfte und 10 Löschhubschrauber im Einsatz
  • 2.000 Menschen aus Ortsteil Gai evakuiert
  • Bislang kein Haus abgebrannt, keine Verletzten
  • Brandursache unklar – menschliches Versagen vermutet

Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Die Einsatzleitung geht davon aus, dass in rund 90 Prozent der Fälle menschliches Tun dahintersteckt.

Weiterer Brand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn

Nur etwa 30 Kilometer vom Hürtgenwald entfernt wütet ein weiterer schwerer Waldbrand: Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn sind laut belgischen Medien bereits rund 1.800 Hektar zerstört – etwa ein Drittel des gesamten Schutzgebietes. Erste Evakuierungen haben begonnen. Dichte Rauchwolken ziehen auch in angrenzende deutsche Gemeinden.

Die Lage auf beiden Seiten der Grenze verdeutlicht, wie dramatisch die Waldbrandgefahr in der Region angesichts des trockenen Sommers gestiegen ist.

Extremsommer und Hitzeschutz: Experten fordern Konsequenzen

Angesichts der anhaltenden Hitzewelle und der Waldbrände fordert Intensivmediziner Christian Jansen, Geschäftsführer der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, einen verbindlichen nationalen Hitzeschutzplan. Konkret verlangt er mehr Zusammenarbeit von Bund und Ländern sowie zusätzliche Mittel – etwa für Klimaanlagen in Krankenhäusern.

Die vorläufigen Zahlen des Robert-Koch-Instituts, das rund 12.500 Hitzetote in diesem Sommer schätzt, bilden laut Jansen nicht die gesamte Dramatik der Lage ab. Die Dürre hat sich zuletzt weiter verschärft: An einigen Wetterstationen war bis Mitte August noch kein einziger Millimeter Regen gefallen.

Ein Wetterumschwung bringt in den kommenden Tagen zwar Abkühlung und regional Regen – ob dieser die Dürre merklich lindern kann, bleibt jedoch abzuwarten. Für die Einsatzkräfte im Hürtgenwald bedeutet die Wetterberuhigung zunächst günstigere Bedingungen. Ob der Waldbrand vollständig unter Kontrolle gebracht werden kann, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

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