Dieses Video wurde am 15.08.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Waldbrand Eifel im Hürtgenwald bei Düren hat sich im Laufe des 15. August 2026 stabilisiert. Nach tagelangem Großeinsatz von rund 1.800 Einsatzkräften und zehn Löschhubschraubern gilt das Feuer als weitgehend unter Kontrolle. Rund 2.000 evakuierte Anwohner durften am Abend in ihre Heimat zurückkehren. Zeitgleich verschärft sich die Lage im benachbarten belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn dramatisch, wo einer der größten Waldbrände in der Geschichte Belgiens wütet.
Hürtgenwald: Größter Waldbrand in NRW-Geschichte eingedämmt
Am Morgen loderten im Hürtgenwald noch meterhohe Flammen. Da die Löschhubschrauber in der Nacht nicht fliegen konnten, mussten die Bodenkräfte die Stellung halten. Gegen Mittag meldete die Feuerwehr eine stabile Lage – ein Erfolg, der angesichts der besonderen Gegebenheiten vor Ort besonders schwer wiegt.
Der Einsatz auf dem ehemaligen Weltkriegsschlachtfeld ist gefährlich. Phosphorgranaten und nicht geräumte Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg erschweren die Arbeit der Feuerwehren erheblich. „Wir fahren eigentlich jedes Jahr hier hoch, weil sich zum Beispiel Phosphorgranaten entzünden“, erklärte ein Feuerwehrsprecher.
NRW-Ministerpräsident Henrik Wüst zeigte sich erleichtert: Kein einziges Haus sei verloren gegangen, und auch Menschenleben seien verschont geblieben – trotz der enormen Ausmaße des Feuers, das als größter Waldbrand in der Landesgeschichte gilt.
Evakuierte kehren zurück – Monschau bleibt in Alarmbereitschaft
Für die rund 2.000 evakuierten Anwohner des Ortsteils Gey war der Abend des 15. August ein Moment der Erleichterung. Erst mit der Meldung am späten Abend, dass sie zurückdürfen, endete eine nervenaufreibende Wartezeit.
Doch die Entwarnung gilt nicht überall. Die Stadt Monschau, rund 20 Kilometer von Gey entfernt und direkt an der belgischen Grenze gelegen, warnte mehrere Stadtteile vor möglichen Evakuierungen. Die Nähe zum Hohes Venn macht die Region weiter anfällig.
Bewohner schilderten die zurückliegenden Nächte als beängstigend: „Nachts wurde der Himmel feuerrot“, berichtete eine Anwohnerin. Freunde und Nachbarn hätten zitternd gewartet, ob ihre Häuser den Flammen standhalten.
Hohes Venn: Belgien kämpft um sein Naturschutzgebiet
Während die Lage in der Eifel sich entspannt, eskaliert die Katastrophe auf belgischer Seite. Im Hohes Venn, einem der bedeutendsten Naturschutzgebiete Belgiens nahe der deutschen Grenze, kämpfen Feuerwehren aus mehreren Ländern gegen die Flammen – bislang ohne entscheidenden Erfolg.
Aus Deutschland, Frankreich und weiteren Nachbarländern wurden Flugzeuge und Helikopter entsendet. Dennoch ist das Feuer nicht unter Kontrolle. Teile der deutschen Einsatztrupps, die im Hürtgenwald erfolgreich waren, sollen nun auf belgischer Seite ihren Kollegen zu Hilfe kommen – eine gelebte grenzüberschreitende Tradition im Dreiländereck.
Waldbrandsommer 2026: Ein Sommer der Extreme
Die Ereignisse reihen sich in einen außergewöhnlich brandintensiven Sommer ein. Der sogenannte Waldbrandsommer 2026 hat Deutschland und seine Nachbarländer immer wieder mit der Schnelligkeit und Unberechenbarkeit von Feuern konfrontiert.
- Rund 1.800 Einsatzkräfte waren allein im Hürtgenwald im Einsatz
- 10 Löschhubschrauber unterstützten die Löscharbeiten aus der Luft
- 2.000 Menschen mussten vorübergehend ihre Heimat verlassen
- Kein einziges Gebäude im Kerngebiet wurde durch das Feuer zerstört
- Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg gefährdeten zusätzlich die Einsatzkräfte
Der Bürgermeister von Hürtgenwald zeigte sich sichtlich bewegt beim Dank an die Retter. „Hier wird alles getan, um den Ort im Prinzip heilzuhalten“, sagte er. Die Einsatzkräfte sammelten sich noch in der Nacht, um am nächsten Morgen möglicherweise zum nächsten Einsatz aufzubrechen – ins Hohes Venn.
Die Lage bleibt angespannt. Ob der Waldbrandsommer 2026 eine neue Debatte über Katastrophenschutz, Waldbewirtschaftung und den Umgang mit Munitionsaltlasten in ehemaligen Kriegsgebieten auslöst, dürfte die Politik in den kommenden Wochen beschäftigen.
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