Dieses Video wurde am 16.08.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der anhaltende Einsatz der USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer und im Persischen Golf sorgt in den USA für wachsende Besorgnis – sowohl bei Angehörigen der Besatzung als auch bei Sicherheitsexperten. Während Präsident Donald Trump betont, die Straße von Hormuz offen zu halten, und Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärt, die Marine könne die Seeblockade gegenüber Iran auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten, stellen sich dringende Fragen nach der Belastbarkeit der US-Marine und den strategischen Folgen für andere Regionen der Welt.
Lange Deployments: Ausnahme oder neue Realität?
Für pensionierte Navy-Kapitän und ehemaliger Pentagon-Beamter Brent Sadler ist die Antwort eindeutig: Lange Einsätze sind längst zur Normalität geworden – und das ist ein Problem. Die Welt werde zunehmend gefährlicher, und die USA hätten schlicht keine Wahl, als präsent zu bleiben. Dennoch betont Sadler klar: Sechs Monate müssten wieder die Regel für Auslandseinsätze werden.
Der Kern des Problems liegt laut Sadler in einem strukturellen Defizit: Die USA bräuchten eigentlich 15 Trägergeschwader, verfügen aber derzeit nur über 11 – und diese Zahl werde in den kommenden Jahren weiter sinken. Diese Entscheidungen, so Sadler, gehen auf Regierungen zurück, die lange vor Trump im Amt waren.
- Aktuelle Trägerpräsenz der USA: 11 Trägergeschwader, benötigt werden 15
- Standard-Einsatzdauer sollte bei sechs Monaten liegen
- Betroffen sind neben Flugzeugträgern auch Zerstörer und Versorgungsschiffe
- Ohne Neubauten ist das strukturelle Problem nicht lösbar
„Die Lösung ist simpel: Wir müssen mehr Schiffe bauen“, so Sadler. „Das wird Zeit brauchen – aber die Welt wird nicht auf uns warten.“
USS George Washington und das Vakuum im Pazifik
Besondere Brisanz gewinnt die Situation durch den bevorstehenden Trägerwechsel: Die USS George Washington soll die Abraham Lincoln ablösen – was jedoch bedeutet, dass der Pazifik vorübergehend ohne dieses Signal militärischer Stärke dasteht. Genau zu dem Zeitpunkt, an dem China im Südchinesischen Meer seine bisher komplexesten und aggressivsten Militärmanöver durchführt.
Sadler warnt: Im Jahr 2027 werde die militärische Stärke der USA auf einem Tiefpunkt angelangen – ausgerechnet dann, wenn China am selbstbewusstesten und militärisch am vorteilhaftesten positioniert sein werde. Er glaubt zwar nicht, dass die Verlegung des Trägers China kurzfristig zu einer Invasion Taiwans veranlassen wird. Die am stärksten gefährdeten Akteure seien jedoch die Philippinen, die sich verstärkten Druckversuchen aus Peking ausgesetzt sehen könnten.
Dampfkatapulte versus Elektromagnetisches Startsystem
Ein weiteres Thema, das in Expertenkreisen für Diskussionen sorgt: Trumps Vorstoß, die Marine solle zur bewährten Dampfkatapult-Technologie zurückkehren statt das elektromagnetische Startsystem (EMALS) auf der USS Gerald R. Ford weiterzuführen. Sadler ordnet das differenziert ein.
Das revolutionäre Konzept der USS Ford – gleich mehrere nie zuvor getestete Systeme auf einer einzigen Plattform zu kombinieren – habe erhebliche Probleme verursacht. Dazu zählen neben dem EMALS auch das erweiterte Arresting-Gear-System (AAG) sowie elektromagnetische Munitionsaufzüge. Sadler fordert, die Marine müsse endlich belastbare Leistungsdaten dieser Systeme öffentlich machen.
Zudem bestehe ein Lieferkettenrisiko: Sollten Schlüsselkomponenten der neuen Systeme außerhalb US-amerikanischer Lieferketten produziert werden, sei das ein ernstes Sicherheitsproblem. Auch bei Dampfkatapulten gebe es jedoch einen Haken: Es existiere in den USA nur noch ein einziger Hersteller – die Navy selbst – und dieser habe seit Jahren keine neuen Einheiten mehr produziert. Trump fordere derzeit lediglich eine Kosten-Nutzen-Analyse, keine verbindliche Entscheidung.
Chinesischer Geheimdienstbezug nahe dem Weißen Haus
Abseits der marinestrategischen Fragen sorgt ein weiterer Bericht für Aufsehen: Einem Medienbericht zufolge hat ein Funktionär der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) mit Verbindungen zum staatlichen Rüstungs- und Geheimdienstapparat ein Gebäude in unmittelbarer Sichtweite des Weißen Hauses erworben. Sadler kommentiert dies nüchtern: Es sei nicht das erste Mal und werde wohl nicht das letzte Mal sein. Derartige Immobilien stünden jedoch unweigerlich unter intensiver Beobachtung durch US-Sicherheitsbehörden.
Die Häufung dieser sicherheitspolitischen Herausforderungen – überlastete Marine, strategische Lücken im Pazifik, technologische Schwachstellen und Geheimdienstrisiken im Inland – zeigt, wie komplex das globale Sicherheitsumfeld der USA im Jahr 2026 geworden ist. Ob der politische Wille zu den notwendigen Investitionen und strukturellen Reformen vorhanden ist, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden.
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