Dieses Video wurde am 19.08.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die US-Rüstungsindustrie steht unter enormem Druck. Nach monatelangen Militäroperationen gegen den Iran, Einsätzen gegen die Huthis im Jemen und der Unterstützung Israels sind die amerikanischen Waffenlager deutlich geschrumpft. Michael Duffy, Unterstaatssekretär im Verteidigungsministerium für Beschaffung und Instandhaltung, räumte öffentlich ein, dass die USA „verlorene Zeit aufholen“ müssen – und erläuterte, mit welchen Maßnahmen die Regierung Trump die Verteidigungsindustriebasis wieder auf Vordermann bringen will.
Waffenbestände unter Druck: Was steckt hinter den Schlagzeilen?
Berichte mehrerer großer US-Medien hatten im August 2026 für Aufsehen gesorgt. Laut Reuters soll die USA praktisch alle ihre Langstrecken-Präzisionsraketen im Verlauf des Irankrieges verbraucht haben. Die Washington Post berichtete von einem internen Konflikt zwischen Präsident Trump und Verteidigungsminister Hegseth über die erschöpften Raketenvorräte. Die AP meldete, das Pentagon habe die Waffenproduktion nach Bedenken über aufgebrauchte Bestände hochgefahren.
Duffy bestritt nicht, dass die Lage angespannt ist, betonte aber: „Wir haben die Waffen, die wir brauchen.“ Er verwies darauf, dass Präsident Trump, Verteidigungsminister Hegseth und Generalstabsvorsitzender Kane übereinstimmend erklärt hätten, das US-Militär sei in der Lage, jede Bedrohung zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort zu besiegen.
22,9-Milliarden-Deal: Der Tomahawk-Vertrag als Wendepunkt
Das Herzstück der Aufhol-Strategie ist ein 22,9 Milliarden Dollar schwerer Mehrjahresvertrag zur Produktion von Tomahawk-Marschflugkörpern. Duffy nannte drei zentrale Vorteile des Deals:
- Die Produktion wird auf ein Vielfaches des bisherigen Niveaus unter der Biden-Administration gesteigert.
- Über die gesamte Laufzeit von sieben Jahren bleibt der Stückpreis konstant – ein ungewöhnliches Zugeständnis der Industrie.
- Allein in Tucson, Arizona entstehen 3.000 neue Arbeitsplätze zur Ausbildung einer Fachkräftebasis für die nächste Generation der Kriegsführung.
Insgesamt sollen im Rahmen des Vertrags 7.000 Tomahawk-Raketen produziert werden. Im Bereich der Patriot-Luftabwehr sind 14.000 Raketen geplant. Die Laufzeit von sieben Jahren übersteigt die bisherigen Höchstverträge von fünf Jahren deutlich – ein bewusster Schritt, um der Industrie die Planungssicherheit zu geben, eigene Milliarden in Fabriken, Lieferketten und Personal zu investieren.
Neue Anbieter und günstigere Drohnenabwehr als Ergänzung
Neben den etablierten Konzernen wie Raytheon und Lockheed Martin setzt das Pentagon zunehmend auf neue Marktteilnehmer. Unternehmen wie Andrell, Zone 5 und andere entwickeln kostengünstige Marschflugkörper, die den Tomahawk nicht ersetzen, sondern in einem sogenannten „High-Low-Mix“ ergänzen sollen.
Dieser Ansatz ist eine direkte Reaktion auf die wachsende Drohnenbedrohung: Teure Highend-Systeme sollen für präzise Schläge reserviert bleiben, während günstigere Systeme ein höheres Volumen sicherstellen. Duffy bestätigte, dass das Pentagon aktiv Rahmenvereinbarungen mit diesen neuen Anbietern verhandelt.
Gleichzeitig arbeiten alle großen Auftragnehmer daran, ihre Produktionskapazitäten massiv auszubauen – jeder Konzern errichte derzeit vier bis fünf neue Fertigungsanlagen, so Duffy.
Versäumnisse der Vergangenheit und der Weg nach vorn
Duffy machte deutlich, dass die aktuellen Engpässe nicht über Nacht entstanden sind. Er warf der Biden-Administration vor, die Entwicklung der Verteidigungsindustriebasis vernachlässigt und keine ausreichenden Anreize für Investitionen geschaffen zu haben. „Wir holen verlorene Zeit auf“, sagte er unmissverständlich.
Die Mittel aus dem sogenannten „Big Beautiful Bill“ – einem umfangreichen Haushaltspaket – fließen nach Duffys Angaben schneller als ursprünglich geplant in die Beschaffung. Dennoch sei noch mehr als die Hälfte der veranschlagten Beschaffungsgelder noch nicht verausgabt – was Kritiker als zu langsam bewerten. Duffy verteidigte das Tempo mit dem Hinweis, das Geld sei als Zwei-Jahres-Mittel konzipiert, werde aber bereits im ersten Jahr weitgehend abgerufen.
Mit einem Gesamtverteidigungsbudget von 1,5 Billionen Dollar, neuen Mehrjahresverträgen und einer breiter aufgestellten Industriebasis sieht die Regierung Trump die USA auf Kurs – auch wenn die Herausforderungen enorm bleiben. Ob die Produktionskapazitäten schnell genug wachsen, um künftige Konflikte ohne Versorgungsengpässe zu bestehen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
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