US-Delegation verlässt UN-Rede des Iran-Präsidenten

Dieses Video wurde am 23.09.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Bei der UN-Generalversammlung in New York hat die US-Delegation den Plenarsaal verlassen, während der iranische Präsident Masoud Peseshkian seine Rede hielt. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Washington und Teheran – trotz gleichzeitig laufender diplomatischer Hintergrundgespräche. Die UN-Rede des Iran sorgte damit nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch wegen des demonstrativen Protests der Amerikaner für Aufsehen.

Peseshkians Kernbotschaft: Verteidigung statt Aggression

Iraniens Präsident Peseshkian betonte in seiner Rede vor der Vollversammlung, dass sein Land Kernenergie benötige, aber keine Atombombe anstrebe. Er stellte die militärische Haltung des Iran als rein defensiver Natur dar und wies Terrorismusvorwürfe entschieden zurück.

„Diejenigen, die Terroristen sind und Terroristen ausbilden und schützen, bezeichnen uns als solche. Wir haben uns nur verteidigt. Wir sind keine Terroristen“, sagte Peseshkian vor den Delegierten.

Unerwähnt ließ er dabei die Angriffe, die dem Iran in den vergangenen sechs Monaten von seinen Nachbarn angelastet werden. Dieser Widerspruch zwischen Selbstdarstellung und den tatsächlichen Ereignissen in der Region blieb in der Rede ohne Einordnung.

US-Delegation verlässt den Saal als klares Signal

Der Auszug der amerikanischen Delegation während der laufenden Rede war ein bewusstes diplomatisches Signal. Solche Walkouts gelten im UN-Kontext als eine der schärfsten Formen des öffentlichen Protests, ohne das Rederecht eines Staatsvertreters formell zu unterbrechen.

Die Geste macht deutlich, wie tief das Misstrauen zwischen den USA und dem Iran trotz aller Gesprächsbereitschaft nach wie vor ist. Washington wirft Teheran vor, in der Region destabilisierend zu agieren und terroristische Gruppen zu unterstützen – Vorwürfe, die Peseshkian in seiner Rede pauschal zurückwies.

Geheime Diplomatie am Rande der Generalversammlung

Parallel zum öffentlichen Eklat im Plenarsaal liefen hinter den Kulissen intensive diplomatische Gespräche. US-Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner tauschten am Rande der Generalversammlung über mehr als drei Stunden hinweg indirekt Nachrichten mit der iranischen Delegation aus – vermittelt durch Katar als Mittlerstaat.

Peseshkian selbst betonte in seiner Rede, dass der Iran an Diplomatie glaube. Die Bereitschaft beider Seiten, über qatarische Vermittler zu kommunizieren, deutet auf einen zumindest minimalen gemeinsamen Gesprächsfaden hin – auch wenn direkte Kontakte weiterhin ausbleiben.

Die Rolle Katars als Vermittler zwischen Washington und Teheran ist nicht neu. Das Emirat unterhält sowohl enge Beziehungen zu den USA als auch diplomatische Kanäle in den Iran und hat in der Vergangenheit bereits bei der Freilassung amerikanischer Geiseln vermittelt.

Einordnung: Konfrontation und Verhandlung gleichzeitig

Die Ereignisse rund um die UN-Generalversammlung zeigen ein charakteristisches Muster im US-iranischen Verhältnis: öffentliche Konfrontation und gleichzeitige geheime Diplomatie. Während die Delegationen sich gegenseitig öffentlich signalisieren, dass sie die Positionen des anderen ablehnen, suchen beide Seiten diskret nach Spielräumen.

  • Iran besteht auf dem Recht zur zivilen Nuklearnutzung und weist Atombombenvorwürfe zurück.
  • Die USA protestieren öffentlich gegen Irans Rolle als angeblicher Unterstützer des Terrorismus.
  • Katar fungiert als neutraler Vermittler zwischen beiden Seiten.
  • Indirekte Gespräche dauerten am Rande der Generalversammlung über drei Stunden an.

Ob die parallelen Gespräche zu einem greifbaren Ergebnis führen, bleibt offen. Die Kluft zwischen den öffentlichen Positionen beider Länder ist erheblich – doch allein die Tatsache, dass Nachrichten fließen, gilt Beobachtern als schwaches, aber reales diplomatisches Signal. Der weitere Verlauf der Atomgespräche und die Reaktionen aus der Region werden zeigen, ob der New Yorker Moment ein Ausgangspunkt oder lediglich eine weitere Episode im festgefahrenen Konflikt war.

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