Dieses Video wurde am 15.08.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das Karwendelgebirge zieht jedes Jahr über eine Million Menschen in seinen Bann. Zwischen Bayern und Tirol gelegen, vereint die Region rund 750 Kilometer Wanderwege, urgemütliche Almhütten, kristallklare Seen und spektakuläre Möglichkeiten für Paragleiter. Wer Urlaub im Karwendel macht, findet eine Landschaft, die sowohl erholungssuchende Familien als auch ambitionierte Alpinisten anspricht – und ist vom Münchner Stadtzentrum aus in knapp zwei Stunden mit dem Auto erreichbar.
Wanderwege für jeden Anspruch
Das Karwendel bietet ein breites Spektrum an Touren: Die Schwierigkeitsgrade reichen von familiengerecht und flach bis hin zu hochalpin und anspruchsvoll. Klettersteige am Rofan, gemächliche Seerundwege und mehrtägige Hüttentouren lassen sich in der Region kombinieren. Besonders beliebt ist der Aufstieg auf den Berg Rofan bei Achensee, der per Seilbahn zwischen April und November täglich erreichbar ist – auf 1.840 Metern Höhe.
Wanderführerin Alessa, 26 Jahre alt und in der Region aufgewachsen, leitet in ihrer Freizeit Gruppen durch das Gebirge. Hauptberuflich arbeitet sie als Steuerfachangestellte, doch die Touren am Wochenende empfindet sie als Ausgleich und Bereicherung. Ihre Gruppen findet sie über Social Media – und zeigt ihnen dabei auch Orte abseits der bekannten Routen.
- Rund 750 Kilometer Wanderwege im Karwendelgebiet
- Routen für Familien, Genusswanderer und Alpinisten
- Klettersteige, Hüttentouren und Mehrtagesrouten verfügbar
- Anfahrt von München in unter zwei Stunden möglich
- Seilbahn auf den Rofan von April bis November in Betrieb
Leben auf der Berghütte: Almgastronomie mit internationalem Team
Auf 1.840 Metern Höhe bewirtet Marco Hallaus das Almstüberl am Rofan – in dritter Generation. Seine Großmutter erbaute den Berggasthof gemeinsam mit ihrer Schwester, der Onkel übernahm, seit 2023 führt Marco den Betrieb. An sonnigen Wochenenden gehen täglich mehrere Hundert Essen über den Tresen, die 55 Betten sind in Stoßzeiten Wochen im Voraus ausgebucht.
Was besonders auffällt: Das Team ist so international wie kaum ein anderes in den Alpen. Mitarbeiter aus Nepal, Argentinien, Rumänien und Ungarn servieren bayerisch-österreichische Spezialitäten. Koch Esteban etwa lebt seit fast zehn Jahren in Österreich und hat die regionale Küche vollständig verinnerlicht. Die Übernachtungspreise starten bei 50 Euro pro Person – wer auf Hütten schlafen möchte, sollte jedoch frühzeitig buchen.
Mittenwald: Tradition, Döner und bayerisches Lebensgefühl
Eingebettet zwischen Karwendel und Wettersteingebirge liegt der Ort Mittenwald, bekannt für seine charakteristischen, mit Lüftlmalerei verzierten Häuser. Seit fast 40 Jahren betreibt Öskan Altun Gulac hier einen Döner-Imbiss, der längst Kultstatus genießt – Kunden kommen sogar aus dem nahen Österreich. Der 61-Jährige hat sich die bayerische Mundart angeeignet und fühlt sich in der Alpenregion längst zu Hause. Mittenwald ist zugleich Ausgangspunkt für viele Wandertouren und bietet mit dem nahegelegenen Lautersee auf 1.003 Metern Höhe einen ruhigen Anlaufpunkt mit Bergpanorama.
Camping, Ferienwohnungen und Paragleiten: Vielfalt für Urlauber
Die Übernachtungsmöglichkeiten im Karwendel sind vielfältig. Der Campingplatz Kesselberg am Kochelsee bietet über 100 Stellplätze mit direktem Wasserzugang und Blick auf Kletterwände. Wanderführerin Alessa und ihr Partner Simon vermieten drei Ferienwohnungen – je nach Saison für 90 bis 140 Euro pro Nacht – und investieren wöchentlich rund acht Arbeitsstunden in Reinigung und Verwaltung.
Für Abenteuersuchende bietet die Region rund um den Achensee ideale Bedingungen fürs Paragleiten. Das Zusammenspiel aus kühlender Wasserluft des Sees und der Thermik der umliegenden Berge schafft laut Fluglehrern nahezu perfekte Voraussetzungen für Tandemflüge. Nach etwa 20 Minuten in der Luft landen die Gäste sicher im Tal – mit einem Erlebnis, das viele als unbeschreiblich bezeichnen.
Das Karwendelgebirge vereint auf einzigartige Weise Naturnähe, gelebte Tradition und wachsenden Tourismus. Dass immer mehr junge Menschen die Berge für sich entdecken, empfinden Einheimische wie Hüttenwirt Marco oder Bergführerin Alessa als besonders erfreulich. Die Sommersaison wird laut Beobachtungen der Betreiber von Jahr zu Jahr länger – eine Entwicklung, die der Region wirtschaftlich zugutekommt, auch wenn sie den Klimawandel und schwindende Winterschneelagen widerspiegelt.
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