Dieses Video wurde am 06.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die aktuellen Umfragewerte sind ein Alarmsignal für die schwarz-rote Bundesregierung: Kämen heute Bundestagswahlen, würden Union und SPD zusammen nur noch auf 34 Prozent kommen. Die AfD führt mit 27 Prozent das Feld an, während die Zufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz auf einen historischen Tiefstand gesunken ist. Gleichzeitig überwiegt in der Bevölkerung ein düsterer Blick auf die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands — Experten sprechen bereits von einem „chronischen Pessimismus“.
Umfrage Schwarz-Rot: Koalition verliert massiv an Rückhalt
Die Sonntagsfrage offenbart ein dramatisches Bild für die Regierungsparteien. Die SPD fällt auf nur noch 12 Prozent, während die Union bei 22 Prozent verharrt. Gemeinsam kommen die Koalitionspartner auf gerade einmal 34 Prozent — eine Zahl, die die strukturelle Schwäche des Regierungsbündnisses deutlich unterstreicht.
Die Grünen gewinnen einen Prozentpunkt hinzu und stehen bei 16 Prozent. Die Linke verliert leicht und kommt auf 11 Prozent. Die FDP bewegt sich mit 4 Prozent knapp unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Das BSW ist inzwischen unter drei Prozent gerutscht und wird in der Kategorie der Sonstigen geführt.
Größter Profiteur der Regierungsschwäche ist die AfD: Mit 27 Prozent liegt sie fünf Prozentpunkte vor der Union und ist damit stärkste Einzelpartei in der aktuellen Erhebung.
Politische Kompetenz: AfD vor CDU/CSU, SPD abgeschlagen
Noch beunruhigender für die Koalitionsparteien sind die Werte zur politischen Kompetenz. Auf die Frage, welcher Partei die Menschen zutrauen, das Land wirklich zu verändern, ergibt sich folgendes Bild:
- AfD: 14 Prozent trauen ihr die nötige politische Kompetenz zu
- Union (CDU/CSU): nur 12 Prozent
- Grüne: 8 Prozent
- SPD: lediglich 5 Prozent — gleichauf mit den Linken
- Sonstige: 2 Prozent
Für die Sozialdemokraten sind diese Zahlen besonders hart: Als Partei des Koalitionspartners, der mit Lars Klingbeil und Bärbel Bas führende Positionen besetzt, trauen ihr nur fünf Prozent der Befragten zu, die notwendigen Reformen umzusetzen. Das ist ein klares Vertrauensdefizit, das die Handlungsfähigkeit der gesamten Regierung in Frage stellt.
Wirtschaftspessimismus: Zwei Drittel der Deutschen erwarten Verschlechterung
Ein weiterer Befund aus der Umfrage trifft die Bundesregierung empfindlich: 66 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland weiter verschlechtern wird. Nur 19 Prozent erwarten, dass alles so bleibt wie es ist — und lediglich 12 Prozent zeigen sich optimistisch und glauben an eine Erholung.
Angesichts globaler Unsicherheiten, stockender Reformen und einer anhaltenden Debatte um den Industriestandort Deutschland ist dieser „chronische Pessimismus“ — wie Beobachter ihn nennen — mehr als ein Stimmungsbild. Er spiegelt die tief verwurzelte Sorge vieler Menschen um ihren Arbeitsplatz und um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Landes wider.
Friedrich Merz: 85 Prozent der Deutschen unzufrieden
Der persönliche Wert von Bundeskanzler Friedrich Merz ist ein weiteres Warnsignal aus dem Konrad-Adenauer-Haus: 85 Prozent der Befragten geben an, mit der Arbeit des Kanzlers unzufrieden zu sein. Nur 13 Prozent äußern sich zufrieden.
Als Ursache gilt unter anderem der anhaltende Koalitionszwist zwischen Union und SPD, der bislang kaum spürbare Reformen möglich gemacht hat. Das Bild des entschlossenen Machers, das Merz im Wahlkampf gepflegt hatte, ist in der Regierungsrealität bisher kaum eingelöst worden.
Die Umfragedaten zeichnen insgesamt das Bild einer Regierung im Vertrauenstief. Ob es der schwarz-roten Koalition gelingt, durch konkrete wirtschaftspolitische Impulse und sichtbare Reformerfolge die Stimmung zu drehen, wird entscheidend dafür sein, wie sich das politische Kräfteverhältnis in Deutschland bis zur nächsten Wahl entwickelt.
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