Dieses Video wurde am 04.05.2026 von FOCUS online auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Präsident Donald Trump hat sich auf seiner Plattform Truth Social mit einem ungewöhnlichen Thema zu Wort gemeldet: dem Kraftstoffsparen. Angesichts gestiegener Benzinpreise in den USA rief er seine Anhänger dazu auf, sich anzupassen statt zu beschweren – und lieferte gleich fünf Tipps dazu. Doch eine Überprüfung durch Fachleute zeigt: Nur zwei der Ratschläge haben eine echte Grundlage. Die anderen sind schlicht wirkungslos. Wer bares Geld an der Zapfsäule sparen will, sollte wissen, welche Maßnahmen tatsächlich einen Unterschied machen.
Trumps Ratschläge im Überblick
Auf Truth Social wandte sich Trump direkt an seine Anhänger und kommentierte die aktuell erhöhten Benzinpreise mit einer eigenwilligen Erklärung: „Die Benzinpreise sind im Moment ein bisschen hoch. Vielleicht, weil wir zu viel gewinnen.“ Er appellierte dabei an den Patriotismus seiner Leserschaft – „Patrioten beschweren sich nicht, sie sparen“ – und präsentierte fünf konkrete Empfehlungen.
Zu den genannten Tipps zählten unter anderem:
- Auf den richtigen Reifendruck achten
- Gleichmäßig und ruhig fahren, ohne abruptes Bremsen oder Beschleunigen
- Bergabfahrten gezielt zum Kraftstoffsparen nutzen
- Nachts tanken, wenn die Temperaturen niedriger sind
- Unnötige Lasten aus dem Fahrzeug entfernen
Die Liste klingt auf den ersten Blick plausibel – doch der Teufel steckt im Detail.
Was Experten wirklich bestätigen
Zwei der genannten Maßnahmen halten einer fachlichen Überprüfung stand. Der korrekte Reifendruck ist tatsächlich ein wesentlicher Faktor beim Kraftstoffverbrauch: Zu wenig Luftdruck erhöht den Rollwiderstand und damit den Verbrauch spürbar. Bereits eine Abweichung von 0,5 bar kann den Kraftstoffbedarf merklich steigern.
Ebenfalls bestätigt wird der Tipp zum gleichmäßigen Fahren. Wer sanft beschleunigt, frühzeitig vom Gas geht und vorausschauend bremst, spart im Vergleich zu einem aggressiven Fahrstil erheblich Kraftstoff. Verkehrsclubs wie der ADAC empfehlen diesen Fahrstil seit Jahren als eine der effektivsten Methoden zur Verbrauchsreduzierung.
Mythen rund ums Spritspar-Tipps
Deutlich kritischer sehen Fachleute die übrigen Empfehlungen. Die Idee, beim Bergabfahren nennenswert Kraftstoff zu sparen, klingt intuitiv, ist in der Praxis jedoch kaum relevant: Moderne Fahrzeuge mit Schubabschaltung verbrauchen im Schubbetrieb ohnehin keinen Kraftstoff – unabhängig von der Neigung der Fahrbahn.
Noch deutlicher fällt die Einschätzung zum nächtlichen Tanken aus. Die Theorie dahinter lautet, dass Kraftstoff bei kühlen Temperaturen dichter ist und man somit mehr Energie pro Liter erhält. In der Praxis spielt dieser Effekt jedoch kaum eine Rolle: Moderne unterirdische Kraftstofftanks an Tankstellen sind gut isoliert und halten eine weitgehend konstante Temperatur – die Temperaturschwankungen an der Oberfläche haben kaum Einfluss auf die abgegebene Menge.
Was beim Kraftstoffsparen wirklich zählt
Wer seinen Kraftstoffverbrauch ernsthaft senken möchte, sollte sich auf bewährte Maßnahmen konzentrieren. Verkehrsclubs und Automobilexperten empfehlen übereinstimmend:
- Ein moderates Tempo einhalten – ab 130 km/h steigt der Verbrauch überproportional
- Den vorausschauenden Fahrstil konsequent anwenden
- Unnötiges Gewicht im Fahrzeug vermeiden
- Den Reifendruck regelmäßig prüfen und anpassen
- Klimaanlage und andere Verbraucher bewusst einsetzen
Diese Maßnahmen lassen sich ohne Mehrkosten sofort umsetzen und können den Verbrauch laut Experten um bis zu 15 bis 20 Prozent senken.
Trumps Beitrag hat in den USA für Diskussionen gesorgt – weniger wegen der politischen Botschaft als wegen der zweifelhaften Faktengrundlage einiger Tipps. Der Vorfall zeigt exemplarisch, wie wichtig es ist, verbreitete Ratschläge rund ums Autofahren kritisch zu hinterfragen. Denn wirkliches Sparen gelingt nur mit Maßnahmen, die auch wissenschaftlich belegt sind.
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