Dieses Video wurde am 16.08.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Strompreise in Deutschland gehören zu den höchsten in ganz Europa. Im zweiten Halbjahr 2025 zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande im Durchschnitt rund 39 Cent pro Kilowattstunde – ein Spitzenwert im europäischen Vergleich. Paradox erscheint dabei, dass Deutschland seinen Strom mittlerweile überwiegend aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Solar bezieht. Doch obwohl Sonne und Wind kostenlos scheinen, ist Strom heute teurer als noch vor zehn Jahren. Wie kann das sein – und wer verdient an diesen Preisen?
Steuern, Abgaben und Netzentgelte treiben den Preis
Ein Großteil des Strompreises, den Verbraucher an der Steckdose zahlen, hat nichts mit den eigentlichen Erzeugungskosten zu tun. Der Preis setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, von denen viele staatlich festgelegt oder reguliert sind.
- Netzentgelte: Kosten für den Betrieb und den Ausbau der Strom-Infrastruktur
- Mehrwertsteuer: 19 Prozent auf den Gesamtpreis
- Konzessionsabgaben: Gebühren, die Energieversorger an Gemeinden zahlen
- Umlagen und Abgaben: Darunter fallen Beiträge zur Förderung erneuerbarer Energien
- Stromsteuer: Eine direkte staatliche Abgabe auf den Verbrauch
Zusammengenommen machen diese Posten einen erheblichen Anteil des Endpreises aus. Der eigentliche Großhandelspreis für Strom ist dabei oft nur ein kleiner Teil der Gesamtrechnung.
Erneuerbare Energien: Günstig erzeugt, teuer geliefert
Dass Wind und Sonne als Energiequellen keine direkten Brennstoffkosten verursachen, stimmt. Die Erzeugungskosten für erneuerbaren Strom sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Dennoch führte der Ausbau der erneuerbaren Energien zunächst zu höheren Kosten für Verbraucher.
Der Grund: Der massive Ausbau von Windenergie und Solarenergie erfordert erhebliche Investitionen in die Netzinfrastruktur. Strom muss von windreichen Regionen im Norden in die Verbrauchszentren im Süden transportiert werden – und das kostet. Zudem wurden Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) lange Zeit mit garantierten Vergütungen gefördert, die über den Marktpreisen lagen. Diese Förderkosten wurden auf die Verbraucher umgelegt.
Gleichzeitig ist das deutsche Stromnetz auf die volatile Einspeisung von Wind und Solar angewiesen, was aufwändige Speicher- und Regelkapazitäten erfordert – ein weiterer Kostenfaktor.
Der Atomausstieg und seine Folgen für den Strommarkt
Ein weiterer Faktor, der die Debatte um die deutschen Strompreise prägt, ist der Atomausstieg. Mit der endgültigen Abschaltung der letzten Kernkraftwerke im Jahr 2023 entfiel eine günstige und grundlastfähige Stromquelle. Kernenergie lieferte unabhängig von Wetter und Tageszeit gleichmäßig Strom zu vergleichsweise niedrigen Betriebskosten.
Kritiker argumentieren, dass der Wegfall der Atomkraft die Abhängigkeit von teureren Energiequellen – darunter zeitweise auch Gas – erhöht hat. Befürworter des Ausstiegs hingegen verweisen auf die langfristigen Risiken und ungelösten Fragen der Endlagerung von Atommüll. Die politische Debatte darüber ist bis heute nicht abgeschlossen.
Wer profitiert – und was muss sich ändern?
An den hohen Strompreisen verdienen mehrere Akteure: Netzbetreiber, Energiekonzerne, aber auch der Staat selbst durch Steuern und Abgaben. Für eine spürbare Entlastung der Verbraucher wären vor allem Reformen bei den staatlichen Abgaben notwendig.
Expertinnen und Experten diskutieren verschiedene Ansätze:
- Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß
- Reform der Netzentgelte, um Kosten gerechter zu verteilen
- Beschleunigter Netzausbau, um Engpässe und teure Eingriffe zu reduzieren
Langfristig könnten sinkende Kosten für erneuerbare Energien und Speichertechnologien den Strompreis drücken. Bis dahin bleibt Deutschland einer der teuersten Stromstandorte Europas – mit erheblichen Folgen für Haushalte und Unternehmen gleichermaßen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ZDFheute Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.