Dieses Video wurde am 05.05.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Seit Montag laufen die USA unter dem Namen Project Freedom eine Militäroperation, um die Straße von Hormus für zivile Handelsschiffe zu sichern. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verkündete, eine „rot-weiß-blaue Schutzkuppel“ sei über der strategisch bedeutenden Meerenge errichtet worden – gestützt auf Zerstörer, Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Drohnen. Erste Schiffe unter US-Flagge haben die Straße demnach passiert. Doch Militärexperten bezweifeln, ob die Operation tatsächlich den Handelsverkehr nachhaltig normalisieren kann.
Was Project Freedom leisten soll – und was es bisher zeigt
Hegseth erklärte, amerikanische Zerstörer und Hunderte von Kampfflugzeugen sorgten rund um die Uhr für den Schutz friedlicher Handelsschiffe. Sechs iranische Schiffe, die zu Beginn der Operation versucht hatten, die Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen, wurden zurückgeschickt.
Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge haben die Straße nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) bereits passiert – allerdings nicht ohne Zwischenfälle. Admiral Brad Cooper bestätigte iranische Angriffe mit Raketen, Drohnen und Schnellbooten, die jedoch allesamt abgewehrt worden seien. Die iranische Führung bestreitet, dass dabei iranische Schiffe versenkt wurden. Die Informationslage bleibt damit widersprüchlich.
Militärische Machbarkeit: Große Fragezeichen
Johannes Peters, Experte für maritime Sicherheit am Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel, sieht die Operation skeptisch. Für den Schutz ziviler Handelsschiffe in einer engen Meerenge seien nicht Hunderte von Kampfjets entscheidend, sondern ein engmaschiger Nahbereichsschutz gegen Drohnen und ballistische Raketen.
Besonders problematisch ist laut Peters die schiere Menge der wartenden Schiffe. Vor Beginn des Konflikts passierten täglich rund 100 Schiffe die Straße von Hormus. Eine so hohe Zahl lässt sich militärisch kaum lückenlos absichern:
- Schiffe unter US-Flagge sind im Welthandel eine Seltenheit – die Mehrheit der wartenden Schiffe fährt unter anderen Flaggen.
- Konvoioperationen in der räumlich begrenzten Meerenge sind logistisch hochkomplex und für Handelsschiffe ungewohnt.
- Ein dauerhafter Distanzschutz gegen Drohnenbedrohungen gilt als wenig effizient.
- Die eingesetzten Einheiten sind bereits jetzt hoch belastet; Hochwertmunition lässt sich auf Jahre nicht schnell wieder auffüllen.
- Erfahrungen aus dem Roten Meer zeigen, dass selbst wenige Drohnen und Raketen westliche Marinen enorm beanspruchen.
Peters betont: Solange die USA keine Bodentruppen in den Iran entsenden – ein politisch undenkbarer Schritt –, ist eine vollständige Öffnung der Straße militärisch nicht erreichbar.
Irans Strategie: Abwarten und Druck aufrechterhalten
Aus Teheran hieß es, man habe mit der „Festigung der Macht über die Wasserstraße noch nicht einmal begonnen“. Peters wertet das zwar als verbales Säbelrasseln, sieht den Iran strategisch aber in einer komfortablen Position.
Der Iran muss sein Arsenal nicht vollständig einsetzen. Eine konstante, niedrigschwellige Bedrohung durch Drohnen und ballistische Raketen reicht aus, um die Ressourcen der US-Marine dauerhaft abzunutzen. Zudem ist fraglich, ob internationale Versicherungen für Schiffe, die die Meerenge passieren wollen, überhaupt bereitgestellt werden – ohne diese fahren Reedereien das Risiko ohnehin kaum.
Der Vergleich mit dem Roten Meer liegt nahe: Auch die Huthis haben mit vergleichsweise einfachen Mitteln den gesamten westlichen Marineverband monatelang in Atem gehalten. Die iranischen Technologien gelten als noch weiterentwickelt und präziser.
Verbündete zögern – Deutschland schickt Minenjagdboot
Hegseth forderte andere Staaten auf, sich „aktiv zu beteiligen“. Die Reaktion fällt verhalten aus. Deutschland, Frankreich und Großbritannien signalisieren übereinstimmend: Eine Beteiligung an einer internationalen Mission komme erst infrage, wenn die Kampfhandlungen verlässlich beendet und ein belastbares Abkommen geschlossen sei.
Das deutsche Minenjagdboot Fulda befindet sich auf dem Weg ins Mittelmeer und könnte künftig in der Straße von Hormus eingesetzt werden – allerdings nur zur Minenräumung und unter dem Schutzschirm anderer Einheiten. Allein ist das Boot nicht überlebensfähig.
Die Lage an der Straße von Hormus bleibt eine Pattsituation: Die USA senden widersprüchliche Signale zwischen militärischer Machtdemonstration und Scheu vor weiterer Eskalation. Der Iran setzt auf Zermürbung. Wie lange Project Freedom politisch und militärisch durchzuhalten ist, bleibt die entscheidende offene Frage.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ZDFheute Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.





