Dieses Video wurde am 14.08.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Straße von Hormus ist erneut zum Brennpunkt geopolitischer Auseinandersetzungen geworden. Iran behauptet, die strategisch bedeutende Meerenge vollständig unter seiner Kontrolle zu haben – eine Behauptung, die US-Präsident Trump entschieden zurückweist und stattdessen die totale Kontrolle der Vereinigten Staaten über die Wasserstraße betont. Retired Four-Star-General Jack Keane, Senior Strategic Analyst und Vorsitzender des Institute for the Study of War, ordnet die widersprüchlichen Aussagen militärisch und geopolitisch ein.
Was die USA in der Straße von Hormus tatsächlich kontrollieren
Die amerikanischen Streitkräfte haben eine umfassende Seeblockade errichtet, die den iranischen Schiffsverkehr massiv einschränkt. Kein Schiff kann derzeit einen iranischen Hafen anlaufen oder verlassen, ohne auf US-Widerstand zu treffen. Konkrete Zahlen belegen die Reichweite dieser Maßnahmen:
- 55 Schiffe wurden zurückgedrängt oder umgeleitet
- 3 Schiffe wurden bewegungsunfähig gemacht
- 2 Schiffe wurden von US-Kräften geentert
Zusätzlich hat das US-amerikanische CENTCOM alternative Transitrouten durch die Straße entwickelt. Handelsschiffe werden entlang einer südlichen Route, nahe der Küste Omans, eskortiert – meist nachts und mit deaktivierten Transpondern, um ihre Position zu verschleiern. Die Zahl der Schiffe, die diese Route sicher passieren, ist inzwischen auf eine zweistellige Größenordnung angewachsen.
Irans Einfluss: Einschüchterung statt echter Kontrolle
Keane differenziert klar zwischen tatsächlicher Kontrolle und psychologischem Einfluss. Iran kontrolliere die Meerenge nicht im militärischen Sinne – übe aber durch Einschüchterung und Drohungen erheblichen Druck auf Reeder und Kapitäne aus. Viele Schiffseigner meiden die Straße trotz der sicheren US-Eskorte, weil das subjektive Risiko in ihren Augen zu hoch bleibt.
Diese Form der indirekten Einflussnahme sei, so Keane, letztlich das eigentliche Instrument Teherans – keine militärische Überlegenheit, sondern die Androhung von Disruption. Dennoch zeigt sie Wirkung: Statt der üblichen rund 20 Millionen Barrel Öl täglich passieren derzeit lediglich 8 bis 9 Milliarden Barrel die Meerenge.
Diplomatische Sackgasse und wirtschaftlicher Druck
Nach dem Ausbruch des Konflikts im Februar und einem Waffenstillstand Anfang April wurden Verhandlungen über die Öffnung der Straße aufgenommen. Vier Monate später befinden sich beide Seiten noch immer in einer diplomatischen Pattsituation. Präsident Trump zieht laut Keane ernüchterte Schlüsse aus dieser Phase: Die iranische Führung lüge, betrüge und sei kein verlässlicher Verhandlungspartner.
Als Reaktion setzt Washington auf verschärften Wirtschaftsdruck. Operation Epic Fury unter Führung von Finanzminister Bessent gilt als besonders wirksames Instrument. In Kombination mit der Seeblockade entfalte sie nach Keanes Einschätzung eine dramatische wirtschaftliche Wirkung auf den Iran.
Irans Kalkül und das Risiko einer Fehleinschätzung
Keane skizziert die iranische Strategie in zwei Teilen: Erstens wolle Teheran den Druck schlicht aussitzen und darauf setzen, dass die Zeit auf seiner Seite stehe – ungeachtet des Leidens der eigenen Bevölkerung. Zweitens plane Iran offenbar, seine aggressive Aktivität im Vorfeld der US-Zwischenwahlen zu intensivieren, in der Erwartung, dass Washington aus Rücksicht auf steigende Ölpreise nicht reagieren werde.
Das wäre nach Keanes Analyse ein fundamentaler Irrtum. Präsident Trump verfüge über ein breites Spektrum an Gegenmitteln und würde – unabhängig vom Wahlkalender – mit erheblicher Härte reagieren. Die Lage bleibt volatil: Jeder Angriff auf US-Stützpunkte in der Region könnte die Situation schlagartig eskalieren lassen. Wie die Auseinandersetzung um die strategisch wichtigste Meerenge der Welt ausgeht, ist damit offener denn je.
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