Stimmung in Russland: Kippt die Macht Putins?

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Dieses Video wurde am 07.05.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Stimmung in Russland wandelt sich spürbar: Wachsende wirtschaftliche Probleme, zunehmende Internetrestriktionen und ein Krieg ohne absehbares Ende lassen den Unmut in der Bevölkerung steigen. Erstmals seit langer Zeit wünschen sich die Menschen in Russland laut Umfragen vor allem eines – ein Ende des Krieges. Gleichzeitig verzichtet der Kreml bei der diesjährigen Siegesparade zum 9. Mai erstmals seit 2007 auf schwere Militärfahrzeuge. Experten sehen darin ein ungewolltes Eingeständnis: Der Krieg ist längst auch in Russland angekommen.

Siegesparade ohne Panzer – ein Zeichen der Schwäche?

Jedes Jahr demonstriert Russland am 9. Mai auf dem Roten Platz in Moskau seine Militärmacht. Panzer, Raketen und Tausende Soldaten rollen an der Kremlmauer vorbei – eine zentrale Inszenierung staatlicher Stärke. Dieses Jahr bleibt das schwere Gerät in den Kasernen. Die offizielle Begründung lautet vage: „angesichts der aktuellen Lage und terroristischer Angriffe“.

Dass die wahre Ursache die Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen ist, gilt als offenes Geheimnis. Erst kurz vor der Parade schlug eine Drohne in ein Hochhaus wenige Kilometer vom Roten Platz entfernt ein. Ukrainische Angriffe reichen inzwischen bis tief ins russische Hinterland – bis nach Perm, mehrere tausend Kilometer hinter der Frontlinie.

Für den Kreml ist der Verzicht auf die Militärparade ein erheblicher Imageschaden. Die Parade dient nicht nur als innenpolitische Machtdemonstration, sondern sendet auch ein Signal an die Welt. Beides fällt dieses Jahr deutlich schwächer aus.

Russische Influencerin trifft einen Nerv

Inmitten dieser Entwicklungen sorgte ein unerwartetes Video für Aufsehen: Die russische Influencerin Victoria Bonja, bekannt für Beauty-Content und rund 13 Millionen Instagram-Follower, sprach 20 Minuten lang offen über Missstände im Land – und erzielte über 31 Millionen Aufrufe.

In dem Video kritisiert sie unter anderem eine Ölpest am Schwarzen Meer, mangelnde Hilfe für Flutopfer in Dagestan sowie wachsende Korruption und Misswirtschaft. Dabei wählt sie einen in autoritären Systemen vertrauten Kunstgriff: Sie stellt Putin nicht als Verantwortlichen dar, sondern als jemanden, der durch eine „riesige Mauer“ von den wahren Problemen des Landes abgeschirmt werde.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow reagierte ungewöhnlich offen: Man habe das Video gesehen, die Themen seien brisant, aber man kümmere sich darum. Dass der Kreml überhaupt reagierte, statt die Kritik zu ignorieren, gilt als bemerkenswert. Ob hinter dem Video ein Testballon unzufriedener Eliten oder gar eine koordinierte Aktion steckt, bleibt unklar.

Sinkende Zustimmung und wachsender Druck auf die Elite

Belastbare Umfragedaten aus Russland sind stets mit Vorsicht zu genießen – dennoch sind sie aufschlussreich. Das staatliche soziologische Institut WZIOM veröffentlichte zuletzt Zahlen, nach denen Putins persönlicher Zustimmungswert innerhalb kurzer Zeit spürbar auf rund 64 Prozent gesunken ist. Dass diese Umfrage überhaupt freigegeben wurde, deutet auf interne Debatten innerhalb des Machtapparats hin.

Weitere Signale für wachsenden Druck:

  • Zum ersten Mal seit Jahren nennen Russen in Umfragen das Ende des Krieges als wichtigsten persönlichen Wunsch – noch vor Urlaub, Gehaltserhöhung oder einem Studienplatz für die Kinder.
  • Die Internetrestriktionen nehmen zu: In Moskau fällt das mobile Netz regelmäßig aus, Telegram wird gedrosselt, YouTube ist eingeschränkt.
  • Steuererhöhungen zu Beginn des Jahres 2025 belasten die Bevölkerung zusätzlich.
  • Ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien und Infrastruktur beeinträchtigen die Produktion von Kraftstoffen und Heizöl.
  • Im April 2025 verlor Russland an der Front rund 116 Quadratkilometer – die größten Gebietsverluste seit fast zwei Jahren.

Putins Position: Kalkül auf Zermürbung

Trotz all dieser Zeichen hält Wladimir Putin an seiner Strategie fest. Laut Russland-Experte Alexey Yusupov von der Friedrich-Ebert-Stiftung verändert Putin sein Verhalten nicht – was den Unmut in der Bevölkerung weiter steigert, anstatt ihn zu dämpfen.

Putins Kalkül beruht auf der Überzeugung, dass Russland mit seiner deutlich größeren Bevölkerung, seiner Wirtschaftskraft und internationaler Unterstützung – etwa durch China – länger durchhalten kann als die Ukraine. Der Krieg sei ein Zermürbungskonflikt, der nicht mehr an der Front, sondern in den Hauptstädten und Gesellschaften entschieden werde.

Gleichzeitig wächst die Zahl unvorhergesehener Ereignisse – sogenannter schwarzer Schwäne. Der Aufstand des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin im Sommer 2023 zeigte, wie schnell vermeintlich stabile Machtverhältnisse ins Wanken geraten können. Auch das schnelle Ende der Assad-Herrschaft in Syrien gilt als Mahnung: Autoritäre Regime können jahrzehntelang stabil wirken – und dann binnen Tagen zusammenbrechen.

Ob die Stimmung in Russland tatsächlich kippt oder ob Putin seinen Kurs unbeirrt fortsetzen kann, bleibt offen. Die Signale aus Gesellschaft, Wirtschaft und Machtapparat verdichten sich jedoch zu einem Bild wachsender Instabilität – und einer Elite, die sich ernsthaft fragt, wie und wann dieser Krieg endet.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ZDFheute Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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