Stachelrochen in Kalifornien: El Niño als Ursache

Dieses Video wurde am 15.08.2026 von FOCUS online auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

An den Stränden Südkaliforniens häufen sich in diesem Sommer die Begegnungen mit Stachelrochen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Allein an einem einzigen Tag wurden mehr als 16.000 Rochen gezählt. Zwei Staatsstrände nahe Huntington Beach verzeichnen bereits über 3.100 Vorfälle mit den Tieren – das ist doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2025. Als Hauptursache für das Massenauftreten machen Forscher das Wetterphänomen El Niño sowie eine anhaltende marine Hitzewelle verantwortlich.

Forscher untersuchen Stachelrochen vor Seal Beach

Mit langen Netzen ziehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor Seal Beach in Kalifornien dutzende Stachelrochen aus dem Wasser. Die Tiere werden sorgfältig vermessen und biologisch untersucht. Vor der Untersuchung entfernen die Forscher vorsichtig die giftigen Stacheln der Rochen, bevor sie die Tiere anschließend wieder ins Meer freilassen.

Der Einsatz ist Teil einer Langzeitstudie des Meeresbiologen Chris Low von der California State University Long Beach. Low und sein Team wollen verstehen, warum sich die Rochen in solch enormer Zahl in Küstennähe aufhalten – und welche Rolle die sich verändernden Meerestemperaturen dabei spielen.

El Niño und marine Hitzewelle treiben Rochen an die Küste

Forscher vermuten einen klaren Zusammenhang zwischen dem massenhaften Auftreten der Tiere und den ungewöhnlich warmen Meeresbedingungen. Eine anhaltende marine Hitzewelle hat die Küstengewässer Südkaliforniens in diesem Jahr deutlich erwärmt.

Im Juni 2026 bestätigten die US-Behörden zusätzlich die Bildung eines El Niño. Dieses Naturphänomen erwärmt weite Teile des Pazifischen Ozeans und dürfte in diesem Jahr besonders stark ausfallen. Wärmeres Wasser lockt die Rochen näher an die flachen Küstenstreifen, wo sie sich gut tarnen und nach Nahrung suchen können.

  • Über 16.000 Rochen wurden an einem einzigen Tag vor Südkalifornien gezählt
  • Mehr als 3.100 Vorfälle an zwei Staatsstränden bei Huntington Beach – doppelt so viele wie im Gesamtjahr 2025
  • Eine marine Hitzewelle hat die Küstengewässer ungewöhnlich stark erwärmt
  • El Niño wurde im Juni 2026 offiziell von US-Behörden bestätigt
  • Forscher rechnen für den gesamten Sommer 2026 mit besonders vielen Tieren in Küstennähe

Gefahr für Badegäste: Wie Stachelrochen verletzen

Für Strandbesucherinnen und -besucher sind die Rochen vor allem deshalb gefährlich, weil sie sich im Sand verstecken und kaum zu erkennen sind. Tritt ein Mensch versehentlich auf einen Rochen, schlägt das Tier reflexartig mit dem Schwanz aus und setzt seinen Giftstachel ein. Die dadurch entstehenden Verletzungen können äußerst schmerzhaft sein und erfordern in vielen Fällen medizinische Behandlung.

Strandgänger können das Risiko durch das sogenannte Stingray Shuffle deutlich reduzieren: Dabei wird der Fuß beim Betreten des Wassers nicht gehoben und wieder aufgesetzt, sondern schleifend über den Meeresboden geschoben. So werden die Tiere rechtzeitig aufgescheucht, ohne dass man direkt auf sie tritt.

Ausblick: Ein Sommer mit Rekordwerten

Für die verbleibenden Sommermonate 2026 rechnen Meeresbiologinnen und -biologen mit einer anhaltend hohen Rochen-Dichte in Küstennähe. Die Kombination aus El Niño und mariner Hitzewelle schafft ideale Bedingungen für die Tiere – und stellt Küstenschutzorganisationen sowie lokale Behörden vor wachsende Herausforderungen.

Die Langzeitstudie von Chris Low soll helfen, das Verhalten der Rochen besser zu verstehen und langfristig Vorhersagemodelle zu entwickeln. Solche Modelle könnten künftig dabei helfen, Strandwarnungen frühzeitiger und gezielter auszusprechen – zum Schutz von Mensch und Tier gleichermaßen.

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