Sprengung in NRW: Altes Kohlekraftwerk weicht Neubau

Dieses Video wurde am 21.08.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

In Fürde in Nordrhein-Westfalen sind am Mittag des 21. August 2025 Teile eines stillgelegten Steinkohlekraftwerks kontrolliert gesprengt worden. Die Sprengung in NRW zog zahlreiche Schaulustige an, die hinter abgesperrten Bereichen den spektakulären Einsturz verfolgten. An gleicher Stelle soll künftig ein modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk entstehen – ein symbolischer Schritt im Wandel der deutschen Energieversorgung.

Sprengung des 90 Meter hohen Kesselhauses

Im Mittelpunkt der kontrollierten Sprengung stand das 90 Meter hohe Kesselhaus des ehemaligen Kraftwerks. Zusammen mit zwei weiteren Gebäuden der Anlage wurde es innerhalb von Sekunden zu Fall gebracht. Der umliegende Bereich war weiträumig abgesperrt, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Trotz der Absperrungen versammelten sich viele Schaulustige, um den seltenen Anblick der Industriesprengung aus sicherer Entfernung zu beobachten. Derartige Sprengungen von Industrieanlagen dieser Größenordnung sind auch in der Region ein außergewöhnliches Ereignis und ziehen regelmäßig großes öffentliches Interesse auf sich.

RWE-Anlage seit 2017 außer Betrieb

Das Steinkohlekraftwerk in Fürde gehörte dem Energiekonzern RWE und war im Jahr 2017 stillgelegt worden. Seitdem stand die Anlage leer und wartete auf ihren Rückbau. Mit der Sprengung der zentralen Gebäude ist nun ein wichtiger Meilenstein im Rückbau des veralteten Kraftwerksstandorts erreicht.

Der Rückzug aus der Kohleverstromung ist Teil der deutschen Energiewende, die darauf abzielt, fossile Brennstoffe schrittweise durch klimafreundlichere Alternativen zu ersetzen. Kohlekraftwerke werden bundesweit sukzessive vom Netz genommen und teilweise durch effizientere Anlagen ersetzt.

Modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk als Nachfolger

Auf dem Gelände des gesprengten Kraftwerks soll künftig ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk errichtet werden. Diese Technologie gilt als deutlich effizienter als herkömmliche Kohlekraftwerke und erzeugt im Betrieb erheblich weniger CO₂-Emissionen.

Das Nachfolgeprojekt verspricht konkrete Vorteile für die Region:

  • Effizientere und klimaschonendere Stromerzeugung durch moderne Turbinentechnologie
  • Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region während Bau- und Betriebsphase
  • Weiterbetrieb eines wichtigen Energiestandorts in Nordrhein-Westfalen
  • Beitrag zur Versorgungssicherheit im deutschen Stromnetz

Gas- und Dampfturbinenkraftwerke kombinieren zwei Verfahren der Stromerzeugung, um den eingesetzten Brennstoff besonders effektiv zu nutzen. Damit eignen sie sich als Brückentechnologie auf dem Weg zu einer vollständig erneuerbaren Energieversorgung.

Energiewende sichtbar gemacht

Die Sprengung in Fürde steht exemplarisch für den strukturellen Wandel, den die Energiewende in vielen Regionen Deutschlands auslöst. Ehemalige Industriestandorte werden nicht einfach aufgegeben, sondern gezielt für neue Zwecke umgenutzt. In Nordrhein-Westfalen, das lange als Herz der deutschen Kohleindustrie galt, ist dieser Wandel besonders spürbar.

Der Rückbau alter Kraftwerksinfrastruktur und die gleichzeitige Investition in modernere Anlagen zeigen, dass die Transformation des Energiesektors konkrete und sichtbare Formen annimmt. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie schnell der Neubau in Fürde voranschreitet und wann das neue Gaskraftwerk ans Netz gehen kann.

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