Sozialismus in der US-Demokratischen Partei

Dieses Video wurde am 18.08.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Rund 78 Tage vor den US-Midterm-Wahlen entbrennt in der Demokratischen Partei ein offener Richtungsstreit: Eine aktuelle CBS-Umfrage belegt, dass 58 Prozent der Demokraten dem Sozialismus positiv gegenüberstehen — während nur 18 Prozent eine negative Sichtweise äußern. Kapitalismus hingegen wird lediglich von 32 Prozent der Parteimitglieder positiv bewertet, 50 Prozent lehnen ihn ab. Die Zahlen markieren einen historischen Tiefpunkt für die wirtschaftspolitische Mitte der Partei und heizen die Debatte über deren künftige Ausrichtung massiv an.

CBS-Umfrage: Sozialismus besonders bei Hochgebildeten beliebt

Besonders auffällig ist das Meinungsbild unter demokratischen Wählern mit Hochschulabschluss: 71 Prozent dieser Gruppe geben an, dem Sozialismus positiv gegenüberzustehen — nur 16 Prozent lehnen ihn ab. Kritiker sehen darin ein Zeichen ideologischer Verhärtung, die durch Bildungseinrichtungen begünstigt worden sein soll.

Die Umfrageergebnisse legen nahe, dass die innerparteilichen Spannungen zwischen dem etablierten Flügel und der wachsenden sozialistischen Bewegung — vor allem der Democratic Socialists of America (DSA) — in den kommenden Wochen weiter zunehmen werden. Der Druck auf gemäßigte Politiker, klare Positionen zu beziehen, steigt spürbar.

Beshear und Jeffries unter Zugzwang

Exemplarisch für das Dilemma gemäßigter Demokraten steht Andy Beshear, Gouverneur von Kentucky und potenzieller Präsidentschaftskandidat. Einerseits bezeichnete er Sozialismus als „gescheitertes Experiment“, andererseits sprach er sich in demselben Interview für die Abschaffung des Electoral College und direkte Präsidentschaftswahlen aus — Forderungen, die weitgehend mit der DSA-Agenda übereinstimmen.

Auch Hakeem Jeffries, demokratischer Fraktionsvorsitzender im Repräsentantenhaus, navigiert sichtlich vorsichtig durch das ideologische Minenfeld. Auf die direkte Frage, ob demokratische Sozialisten in der Demokratischen Partei willkommen seien, wich er aus und verwies stattdessen auf eigene Positionen:

  • Ablehnung der Defundierung der Polizei
  • Kein Eintreten für offene Grenzen
  • Keine Unterstützung für die Abschaffung des Senats
  • Aktuell kein Co-Sponsor von „Medicare for All“

Diese ausweichenden Antworten dürften den radikalen Flügel kaum beschwichtigen — und die Frage nach Jeffries‘ langfristiger Führungsrolle offen lassen.

Medicare for All und die Forderungen der DSA

Der Michigan Senate-Kandidat Abdul El-Sayed gilt als aufsteigender Stern des progressiven Lagers. Er wirbt offen für ein staatliches Einheitskrankenversicherungssystem, das den privaten Versicherungsmarkt vollständig ersetzen würde. Nach seinem Modell würde die US-Bundesregierung als einziger Versicherungsträger fungieren und Preise für alle Bürger direkt verhandeln.

Die DSA formuliert darüber hinaus ein weitreichendes Programm, das unter anderem folgende Punkte umfasst:

  • Abschaffung der Einwanderungsbehörde ICE
  • Auflösung von Polizei und Gefängnissen
  • Einführung einer Vermögenssteuer
  • Verstaatlichung privatwirtschaftlicher Unternehmen
  • Staatlich garantierte Lebensmittelversorgung

Auf der DSA-Website findet sich zudem ein Beitrag, der den 100. Geburtstag des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro würdigt — ein Schritt, der parteiübergreifend scharfe Kritik auslöste, insbesondere von Politikern kubanischer Abstammung wie Senator Marco Rubio.

Ladendiebstahl und gesellschaftliche Konsequenzen

Für zusätzliche Kontroversen sorgte eine gewählte DSA-Vertreterin aus New York, die sich öffentlich dafür aussprach, Ladendiebstahl zu legalisieren. Ihre Begründung: Wer Grundbedarfsartikel wie Seife oder Zahnpasta stehle, tue dies aus purer Not. Der „wahre Verbrecher“ sei die gesellschaftliche Ungleichheit, nicht der einzelne Dieb.

Wirtschaftlich betrachtet hätte eine solche Politik absehbare Folgen: Einzelhändler würden entweder ihre Preise erhöhen oder Filialen in betroffenen Stadtteilen schließen. In vielen US-amerikanischen Großstädten sind zahlreiche Produkte bereits hinter verschlossenen Regalen gesichert — ein Zeichen dafür, dass der Diebstahlsdruck auf den Einzelhandel schon heute erheblich ist.

Mit Blick auf die Midterm-Wahlen steht fest: Der ideologische Riss innerhalb der Demokratischen Partei ist tiefer als je zuvor. Ob sich der gemäßigte Flügel behaupten oder der progressive Arm die Kontrolle übernehmen wird, dürfte eine der entscheidenden Fragen des Wahlkampfs 2026 bleiben. Für Wähler der politischen Mitte — und für die Demokraten als Volkspartei — steht dabei grundlegend auf dem Spiel, welchen Kurs die zweitgrößte politische Kraft der USA künftig verfolgt.

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