Serielles Dämmen: Klimafreundlich sanieren

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Dieses Video wurde am 08.05.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Mehr als ein Drittel aller weltweiten Treibhausgasemissionen stammt aus dem Gebäudesektor – damit zählt er zu den größten Klimawandeltreibern überhaupt. Serielles Dämmen, Etagenwärmepumpen und autarke Wohnkonzepte zeigen, wie klimafreundliches Bauen und Sanieren in der Praxis gelingen kann. Pilotprojekte in Baden-Württemberg machen vor, was im großen Maßstab möglich wäre – wenn Tempo und Investitionen stimmen.

Serielles Dämmen: Vorgefertigte Elemente für schnelle Sanierung

Wer ein bestehendes Gebäude saniert, statt neu zu bauen, spart allein durch die bereits produzierte Bausubstanz und das erschlossene Grundstück knapp die Hälfte der Emissionen. Beim Sanieren gilt serielle Sanierung als vielversprechender Ansatz: Industriell vorgefertigte Dämmelemente werden passgenau für viele Gebäudetypen hergestellt und vor Ort montiert.

In Rechberghausen bei Göppingen stellt die Deutsche Energieagentur (dena) eine solche Methode vor. Der Aufbau folgt einem klaren Schema: Zunächst wird per 3D-Modell die Gebäudegeometrie erfasst. Darauf basierend entstehen im Werk Holzrahmenelemente, die mit Zellulosefasern gedämmt und mit sechs Zentimeter dicken Holzfaserplatten verschlossen werden. Fenster und Rollläden können direkt integriert werden. Auf der Baustelle müssen die fertigen Bauteile nur noch montiert werden – eine sogenannte Fassade vor der Fassade.

Das Haus in Rechberghausen ist eines der ersten Einfamilienhäuser bundesweit, das nach diesem Prinzip saniert wird. Die Methode galt bisher vor allem für baugleiche Gebäude als wirtschaftlich. Bei individuellen Einfamilienhäusern ist der Aufwand größer, weil Anbauten und unterschiedliche Sanierungszustände berücksichtigt werden müssen.

Kosten und Klimaziele: Wo Deutschland steht

Noch ist serielles Dämmen deutlich teurer als konventionelle Styropordämmung. Experten sind jedoch überzeugt, dass steigende Stückzahlen die Preise senken werden. „Wir brauchen Massenproduktion und mehr Auftragsvolumen“, betont ein Forscher. Quartierslösungen statt Einzelgebäude könnten diesen Effekt beschleunigen.

Michael Jäger vom Fraunhofer Institut für Bauphysik ordnet die Lage ein: Von den rund 20 Millionen Wohngebäuden in Deutschland werden noch immer mehr als drei Viertel mit Öl- oder Gasheizungen betrieben. Beim internationalen Vergleich belegt Deutschland nur solides Mittelfeld – skandinavische Länder sind beim Umstieg auf erneuerbare Energien deutlich weiter.

  • Über 20 Millionen Wohngebäude in Deutschland
  • Mehr als 75 Prozent noch mit fossilen Heizungen betrieben
  • Seriell sanierte Gebäude werden durch Bundesförderung unterstützt
  • Lebenszykluskostenrechnung zeigt: Nachhaltiges Bauen ist langfristig günstiger
  • Deutschland im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld

Jäger betont, nachhaltiges Bauen sei kein teures „Premium-Addon“, sondern langfristig wirtschaftlich. Gebäude mit hohem Energieverbrauch verursachten Folgekosten durch Energierechnungen, Wertverlust und Nachrüstbedarf.

Etagenwärmepumpe: Lösung für Millionen Gasheizungen

Knapp die Hälfte der neu verkauften Heizungen sind bereits Wärmepumpen – doch im Bestand laufen noch immer rund 75 Prozent der Heizungen mit Öl oder Gas. Für Mehrfamilienhäuser mit Gasetagenheizungen galt die Wärmepumpe lange als kaum realisierbar. Ein Stuttgarter Startup hat dafür die Etagenwärmepumpe marktreif gemacht.

Das Prinzip: Der Heizkessel der alten Gasheizung wird durch eine kompakte Einheit ersetzt. Eine Außeneinheit an der Hauswand saugt Außenluft an und erzeugt daraus Wärme und Warmwasser. Der Umbau einer Wohnung dauert etwa zwei Tage. Pro Wohnung und Jahr lassen sich laut Hersteller rund eine Tonne CO₂ einsparen.

In Deutschland gibt es schätzungsweise vier bis fünf Millionen Wohnungen mit Gasetagenheizung. Für etwa die Hälfte davon sei die neue Lösung geeignet, so die Gründer – bei Wohnflächen bis circa 120 Quadratmeter. Die Kosten liegen bei rund 21.000 Euro, abzüglich einer staatlichen Förderung von über 7.000 Euro. Im Betrieb ist die Wärmepumpe günstiger als eine Gastherme, solange der Strompreis nicht mehr als das 3,5-Fache des Gaspreises beträgt.

Autarkes Wohnen: Das Ownhome als Kreislaufmodell

Tiny Houses gelten oft als nachhaltig – doch im Vergleich zu gut geplanten Mehrfamilienhäusern schneiden sie pro Kopf bei Baumaterial, Außenfläche und Heizenergie nicht immer gut ab. Anders verhält es sich beim sogenannten Ownhome: einem autarken Kleinhaus mit vollständig geschlossenen Ressourcenkreisläufen.

Clemens Jakob hat sein Ownhome auf 18 Quadratmeter Grundfläche in zwei Jahren errichtet – ausschließlich aus den Baustoffen Lehm, Holz und Kalk. Strom liefert eine Solaranlage mit Batteriespeicher. Den gesamten Wasserbedarf deckt er mit gesammeltem Regenwasser, das durch eine Pflanzenkläranlage zu Brauch- und Trinkwasser aufbereitet wird. Eine Komposttoilette ersetzt den Anschluss ans öffentliche Abwassernetz. Die Materialkosten beliefen sich auf rund 60.000 Euro.

Das Konzept macht Schule: Mehrere Interessierte planen bereits eigene Ownhomes. Experten sehen in solchen Projekten eine Inspiration – nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch für größere Bauträger, die Kreislaufprinzipien in ihre Projekte integrieren könnten. Der Gebäudesektor hat den Wandel begonnen; die entscheidende Frage ist, ob er nun schnell genug Fahrt aufnimmt, um die Klimaziele noch zu erreichen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (tagesschau). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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