Dieses Video wurde am 19.08.2026 von DW News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Ukraine hat eine neue Front im Krieg gegen Russland eröffnet – und die liegt im Weltraum. Mit gezielten Drohnen- und Raketenangriffen versucht Kyiv zu verhindern, dass Russland ein eigenes Satelliten-Internetsystem nach dem Vorbild von Elon Musks Starlink aufbaut. Dieses sogenannte russische Starlink würde Putins Armee mit präziser Drohnensteuerung und stabiler Frontkommunikation ausstatten – eine Fähigkeit, die nach Einschätzung ukrainischer Militärexperten den Kriegsverlauf grundlegend verändern könnte.
Angriff auf die Sojus-Produktion
Am 15. August 2026 schlugen ukrainische Flamingo-Raketen in das einzige russische Werk ein, das Sojus-Raketen produziert. Diese Trägerraketen sind für Russland unverzichtbar, um Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. Ohne funktionsfähige Sojus-Raketen ist der Aufbau eines eigenen Satellitennetzwerks faktisch blockiert.
Die Ukraine schätzt, dass Russland bislang zwei Satellitenstarts durchgeführt hat, aber mindestens zehn weitere benötigt, um die nötige Abdeckung für militärische Operationen zu erreichen. Durch den Angriff auf die Produktionsstätte soll genau dieser Aufbau verhindert werden – noch bevor die Satelliten überhaupt die Erde verlassen.
Russlands Starlink-Abhängigkeit und der Kurswechsel
Bis Anfang 2026 nutzte Russland das originale Starlink-Netzwerk von SpaceX, um Drohnen zu steuern und Frontkommunikation zu koordinieren. Nach intensivem Lobbying der ukrainischen Regierung in Kyiv änderte sich das grundlegend: Seither funktionieren nur noch Starlink-Terminals, die bei den zuständigen Behörden registriert sind.
Diese eine Maßnahme hatte laut Experten weitreichende Folgen:
- Russlands Vormarsch an der Frontlinie verlangsamte sich spürbar.
- Die Fähigkeit, ukrainische Städte präzise zu beschießen, wurde erheblich eingeschränkt.
- Russland versuchte daraufhin, einfache ukrainische Bürger zu bestechen, Starlink-Terminals auf ihre eigenen Namen zu registrieren.
Diese Umgehungsversuche erwiesen sich jedoch als kein vollwertiger Ersatz für den zuvor ungehinderten Zugang zum Netzwerk.
Das Prinzip: Probleme an der Quelle bekämpfen
Ukraines Militärstrategie folgt dabei einem klaren Muster, das sich auch im Umgang mit russischen Ballistischen Raketen zeigt. Da Patriot-Abfangraketen zeitweise knapp waren und nicht alle russischen Geschosse abgefangen werden konnten, verlagerte sich der Fokus: Statt die anfliegenden Raketen abzuschießen, werden Raketenwerfer und Produktionsstätten direkt angegriffen.
Dasselbe Prinzip gilt für Russlands Satellitenprogramm. Sollten die russischen Satelliten erst einmal im Orbit sein, wäre die Ukraine machtlos dagegen. Russische Drohnenangriffe würden präziser, häufiger und kaum noch abzufangen sein. Deshalb sehen Ukraines Militärführer es als zwingend notwendig an, den Aufbau eines russischen Starlink-Systems zu verhindern, solange noch Zeit dafür bleibt.
Ausblick: Wettlauf gegen die Zeit
Der Angriff auf das Sojus-Werk ist ein deutliches Signal, dass die Ukraine den Krieg zunehmend auch im technologischen und industriellen Bereich führt. Ob der Schlag die russische Satellitenproduktion nachhaltig stoppt oder nur verzögert, bleibt abzuwarten. Russland verfügt über die Ressourcen, beschädigte Anlagen zu reparieren oder zu ersetzen.
Klar ist jedoch: Der Wettlauf um die Satellitenkommunikation ist zu einem strategisch entscheidenden Faktor in diesem Krieg geworden. Für die Ukraine geht es darum, eine technologische Überlegenheit Russlands zu verhindern, bevor sie sich auf dem Schlachtfeld manifestiert. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Strategie aufgeht.
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