Dieses Video wurde am 24.09.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das Oktoberfest in München gilt als das bekannteste Volksfest der Welt – mit mehr als 6 Millionen Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt jedes Jahr. Riesenrad, Bierzelte, bayerische Tradition: All das gehört dazu. Doch eine Attraktion hatte ein ARD-Morgenmagazin-Reporter bislang konsequent gemieden: die Geisterbahn. Anlässlich des Kindergartentages auf dem Oktoberfest stellte er sich schließlich seiner Angst – mit überraschendem Ergebnis.
Schweißnasse Hände vor der Geisterhöhle
Alles begann harmlos mit einer Fahrt im Riesenrad – hoch über dem Festgelände, beeindruckend und vertraut. Doch dann zog es den Reporter zur berüchtigten Geisterhöhle, einer der ältesten und beliebtesten Geisterbahnen des Oktoberfests. Die Erkenntnis vorab: Er war noch nie in seinem Leben Geisterbahn gefahren.
Schweißnasse Hände, zögernde Schritte, ein letzter Moment des Zauderns – und dann doch hinein ins Dunkel. Alleine, ohne jemanden zum Festhalten, wie er selbst einräumte. Der Nervenkitzel war real, die Erleichterung danach umso größer.
Andere Besucher zeigten sich deutlich entspannter. Eine Familie mit Kindern, Väter mit lachenden Töchtern – für viele gehört die Geisterbahn einfach zum Pflichtprogramm. „War gar nicht gruselig“, urteilte ein Kind nach der Fahrt – und musste dabei herzlich lachen.
Blick hinter die Kulissen der Geisterbahn
Das eigentlich Faszinierende des Besuchs war der Blick hinter die Kulissen. Der Chef der Geisterhöhle gewährte dem Reporter Einlass in den Backstage-Bereich – und enthüllte das Geheimnis des Gruseleffekts: Live-Erschrecker.
Echte Menschen in Kostümen und Masken lauern im Dunkeln und springen im richtigen Moment auf ahnungslose Fahrgäste zu. Ihre wichtigsten Werkzeuge:
- Laut auf dem Boden stampfen, um Erschrecken zu verstärken
- Den richtigen Moment abwarten – Timing ist alles
- Eine gruselige Maske, die das Erscheinungsbild perfektioniert
- Ein lauter Schrei zur entscheidenden Sekunde
„Ich liebe es, wenn die Leute sich erschrecken“, erklärte einer der professionellen Erschrecker. Der Job klingt skurril, macht den Beteiligten aber sichtlich Freude.
Selbst zum Erschrecker werden
Der Reporter durfte es sogar selbst versuchen: Mit Maske und Kostüm ausgestattet, lauerte er im Dunkel der Geisterbahn auf nichtsahnende Besucher. Das Ergebnis war zunächst mäßig – „noch Luft nach oben“, wie er selbst zugab. Doch mit den Tipps der Profis, dem richtigen Timing und dem beherzten Stampfen auf den Boden wurde auch er zum veritablen Schreckensbringer.
„Das macht voll Spaß“ – diese Erkenntnis kam schnell. Der Nervenkitzel funktioniert offenbar in beide Richtungen: sowohl für die Erschreckten als auch für die Erschrecker.
Angst überwunden – eine neue Oktoberfest-Tradition
Am Ende des Tages zog der Reporter ein versöhnliches Fazit. Die Geisterbahn hat ihren Schrecken verloren – zumindest ein Stück weit. Wer einmal hinter die Kulissen geblickt hat, versteht die Mechanismen des Gruselns. Und wer sich einmal überwunden hat, möchte es womöglich wiederholen.
Das Oktoberfest bietet jedes Jahr aufs Neue diese Mischung aus Tradition, Gemeinschaft und Adrenalinstoß. Ob Riesenrad oder Geisterhöhle – beide Attraktionen gehören für den Reporter künftig zum persönlichen Pflichtprogramm auf der Wiesn. Eine kleine, aber echte Überwindung, die zeigt: Manchmal lohnt es sich, den eigenen Ängsten direkt ins (Geister-)Gesicht zu schauen.
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