Dieses Video wurde am 08.05.2026 von NTV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Zum 9. Mai, dem russischen Tag des Sieges, rüstet Moskau massiv auf: Die Stadt schaltet das mobile Internet komplett ab, Luftabwehrsysteme sichern den Kreml, und Militär sowie Polizei prägen das Stadtbild. NTV-Russlandkorrespondent Reiner Munz berichtet direkt aus Moskau über die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen rund um die Parade auf dem Roten Platz – und ordnet gleichzeitig Berichte über eine angebliche Abschottung von Präsident Wladimir Putin kritisch ein.
Berichte über Putins Abschottung: Skepsis ist angebracht
In den Tagen vor der Parade kursierten Meldungen über eine angebliche vollständige Isolation des russischen Präsidenten. Ausgangspunkt war demnach ein europäischer Geheimdienst – welcher, ist bislang unbekannt. Die Information wurde von verschiedenen Medien aufgegriffen und weiterverbreitet.
Munz mahnt jedoch zur Vorsicht: Die konkreten Fakten, auf die sich der Geheimdienst stützt, sind nicht bekannt. Es ist unklar, ob es sich um eine gesicherte Erkenntnis, eine Prognose oder eine bloße Spekulation handelt. Diese Ungewissheit mahne dazu, solche Berichte mit gesunder Skepsis zu betrachten.
Fest steht: Putin wird am 9. Mai auf dem Roten Platz erscheinen, eine Rede halten und die Militärparade abnehmen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte lediglich, dass die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt wurden – was angesichts eines Landes im Krieg als selbstverständlich gilt.
Moskauer Sicherheitsmaßnahmen rund um die Parade
Die Angst vor ukrainischen Angriffen ist in der russischen Hauptstadt spürbar. Bereits am Vortag der Parade sind die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft worden. Am eigentlichen Paradetag werden sie nochmals erheblich ausgeweitet.
Folgende Maßnahmen sind laut Munz in Kraft oder geplant:
- Verstärkte Luftabwehrsysteme rund um den Kreml und in der gesamten Stadt
- Präsenz von Militäreinheiten im Stadtgebiet
- Erhöhte Zahl an Polizeistreifen in Moskau
- Vollständige Abschaltung des mobilen Internets für den gesamten Paradetag
- Einschränkungen im innerstädtischen Autoverkehr
Mobile Internet-Abschaltung: Moskau für einen Tag in der „elektronischen Steinzeit“
Besonders einschneidend ist die komplette Abschaltung des mobilen Internets – eine Maßnahme, die den Alltag von Millionen Moskauern massiv beeinträchtigt. In einer Stadt, in der das Smartphone allgegenwärtig ist, trifft dies die Bevölkerung empfindlich.
Betroffen sind nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens:
- Bezahlen per Handy im Einzelhandel
- Banküberweisungen und digitale Finanztransaktionen
- Navigation und Kommunikation unterwegs
Munz beschreibt die Situation treffend als eine Art „elektronische Steinzeit“ – für einen Tag kehrt die russische Millionenmetropole in eine Zeit zurück, in der das mobile Netz keine Rolle spielte. Wie die Bevölkerung damit umgeht, dürfte auch ein Stimmungstest für die Akzeptanz der Kriegsrealität im russischen Alltag sein.
Einordnung: Krieg hinterlässt Spuren im Stadtalltag
Die massiven Sicherheitsvorkehrungen zum Tag des Sieges 2025 zeigen deutlich, wie sehr der Krieg gegen die Ukraine mittlerweile auch den Alltag in Moskau prägt. Was früher eine staatliche Feier mit militärischer Symbolkraft war, steht heute unter dem unmittelbaren Eindruck eines andauernden Konflikts.
Die Abschaltung des mobilen Internets, die Militärpräsenz im Stadtbild und die verstärkte Luftabwehr sind keine bloße Vorsichtsmaßnahme – sie spiegeln eine konkrete Bedrohungswahrnehmung wider. Ob und wie sich die Sicherheitslage rund um den Roten Platz am Paradetag entwickelt, bleibt abzuwarten. Für die Moskauer Bevölkerung bedeutet der 9. Mai 2025 jedenfalls einen ungewöhnlichen Tag – ohne mobiles Netz, aber mit maximaler staatlicher Präsenz.
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