Dieses Video wurde am 17.08.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein gewaltiger Moorbrand im Hohen Venn an der deutsch-belgischen Grenze hält Feuerwehren, Anwohnerinnen und Anwohner sowie den Katastrophenschutz seit dem Wochenende in Atem. Rund 3.000 Hektar Moor stehen in Flammen – eine Fläche vergleichbar mit dem Steinhuder Meer in Niedersachsen. Das Feuer gilt als der größte Brand in der Geschichte Belgiens und rückt dem nordrhein-westfälischen Ort Monschau bis auf wenige Hundert Meter nahe. Teile der Bevölkerung wurden evakuiert, die Lage bleibt äußerst dynamisch.
Evakuierungen und Solidarität vor Ort
Landwirtin Anja Esser musste bereits am Wochenende ihr Anwesen verlassen und ihre Tiere in Sicherheit bringen. „Meine Nerven waren -10″, schildert sie die ersten Momente nach der Evakuierungsmeldung. Sobald ein Notfallplan stand – wichtige Unterlagen eingepackt, Transportwege für die Tiere organisiert – kehrte die Ruhe zurück. Ihre Gelassenheit steht stellvertretend für viele Betroffene in der Region.
Am Rand der belgischen Stadt Eupen versammelten sich Anwohnerinnen und Anwohner spontan an der Straße und spendeten den durchfahrenden Einsatzkräften Applaus. „Ich denke, jede Geste zählt“, sagte eine Anwohnerin der Familie Kraft. An allen Ecken des Hohen Venns transportieren LKW-Fahrer Wasser in die Brandgebiete, um die Feuerwehren mit Nachschub zu versorgen.
Warum Moorbrände besonders schwer zu löschen sind
Ein Moorbrand unterscheidet sich grundlegend von einem Waldbrand. Im Moor brennt Torf – jahrtausendealte, komprimierte Pflanzenreste im Boden. Die Glut zieht sich tief ins Erdinnere, an der Oberfläche ist oft nur Rauch sichtbar. Die Brandherde unter der Erde sind für die Einsatzkräfte kaum direkt erreichbar.
Ein weiterer erschwerender Faktor: Der Wind dreht sich ständig, sodass die Feuerwehr nie sicher weiß, in welche Richtung sich das Feuer als nächstes ausbreitet. Experten rechnen damit, dass der Löscheinsatz noch viele Wochen andauern könnte. Der Rauch war über 100 Kilometer entfernt noch wahrnehmbar – der Himmel färbte sich pfirsichfarben, Brandgeruch lag in der Luft.
Ökologische Folgen: Klimaschutz und CO2-Speicher in Gefahr
Moore zählen zu den wichtigsten natürlichen Kohlenstoffspeichern der Erde. Ein intaktes Moor bindet enorme Mengen CO2 und entzieht es der Atmosphäre. Der Brand im Hohen Venn trifft den Klimaschutz gleich doppelt:
- Durch das Feuer wird gespeichertes CO2 freigesetzt.
- Das Moor verliert seine Funktion als Wasserspeicher.
- Ausgetrockneter Moorboden begünstigt das Wachstum von Bäumen, deren Wurzeln dem Boden weitere Feuchtigkeit entziehen.
- Eine Renaturierung (Wiedervernässung) ist aufwendig und langwierig.
- Vor einer erfolgreichen Wiedervernässung müssten nachwachsende Bäume zunächst beseitigt werden.
Theoretisch lassen sich Moore nach einem Brand durch Wiedervernässung regenerieren, um ihre Speicherfunktion zurückzugewinnen. In der Praxis ist dieser Prozess jedoch äußerst komplex und ressourcenintensiv.
Stillen in der Öffentlichkeit und Kaffee: Weitere Themen des Tages
Neben dem Moorbrand beschäftigen zwei weitere Themen die Öffentlichkeit. Die Kampagne „Ich still wo ich will“ setzt sich mit einer Fotoreihe für das Recht stillender Mütter ein, ihr Kind überall und ohne Scham stillen zu können – ob im Museum, in der U-Bahn oder im Kiosk. Hintergrund: Laut einer repräsentativen Umfrage ist noch immer jede sechste befragte Person grundsätzlich dagegen, dass Frauen in der Öffentlichkeit stillen. Hebammenverbände fordern flächendeckende Karten stillfreundlicher Orte, wie sie in der Schweiz bereits als App verfügbar sind.
Zudem hat die American Heart Association aktuellen Forschungsstand zu Kaffee zusammengefasst: Zwei bis fünf Tassen täglich können Herzkreislaufrisiken senken und das Risiko für Diabetes Typ 2 verringern – auch entkoffeinierter Kaffee zeigt diesen Effekt. Als besonders wirkungsvoll gilt Kaffee am Morgen. Im Gegensatz zu Kaffee werden bei koffeinhaltigen Energy Drinks Zusammenhänge mit Herzrhythmusstörungen beobachtet, da die in Kaffee enthaltenen Chlorogensäuren dort fehlen.
Die Lage im Hohen Venn bleibt die dringlichste Herausforderung des Tages. Ob und wie schnell das Feuer eingedämmt werden kann, hängt maßgeblich vom Wetter und insbesondere vom Wind ab. Der Brand verdeutlicht einmal mehr, wie verletzlich Moorlandschaften gegenüber Trockenheit und Klimawandel sind – und welche zentrale Rolle sie für das ökologische Gleichgewicht spielen.
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