Dieses Video wurde am 21.08.2026 von FOCUS online auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Eine leere Kühlbox wurde zum rettenden Floß: Zwei mexikanische Fischer haben ein dramatisches Schiffsunglück vor der Pazifikküste Mexikos überlebt, indem sie fünf Tage lang in einer Kühlbox trieben. José Luis Portelas (35) und Daniel Guerrero (53) wurden schließlich von der mexikanischen Marine rund 240 Kilometer vor der Küste des Bundesstaates Chiapas entdeckt und gerettet. Das Überleben der beiden Männer gilt als nahezu wundersam – ohne Trinkwasser, Nahrung oder Funkgerät hatten sie kaum Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen.
Eine Welle in der Nacht besiegelt das Schicksal des Bootes
Das Unglück ereignete sich mitten in der Nacht, als eine Welle das Fischerboot „Camaronera“ erfasste. Innerhalb weniger Minuten war das Schiff nicht mehr zu retten und sank in die Tiefe des Pazifiks. Den beiden Fischern blieb kaum Zeit zu reagieren – an das Mitnehmen von Ausrüstung, Notsignalen oder Wasservorräten war nicht zu denken.
In dieser ausweglosen Situation fiel ihr Blick auf die Kühlbox an Bord. Es war die einzige schwimmfähige Möglichkeit, sich über Wasser zu halten. „Das Einzige, was wir machen konnten, war die Kühlbox zu leeren und hineinzuklettern“, berichtete der jüngere der beiden, José Luis Portelas, nach seiner Rettung. So begann eine fünftägige Odyssee auf dem offenen Meer.
Fünf Tage ohne Wasser und Nahrung auf dem offenen Meer
Die Bedingungen, unter denen die beiden Fischer ausharren mussten, waren extrem. Auf dem offenen Pazifik schutzlos der Sonne ausgeliefert, litten sie zunehmend unter Hitze und Dehydrierung. Regen, der ihnen zumindest etwas Trinkwasser hätte bringen können, fiel während der gesamten fünf Tage nicht.
- Kein Trinkwasser an Bord der Kühlbox
- Keine Möglichkeit, Fische zu fangen oder Nahrung zu beschaffen
- Kein Funkgerät oder Notsender zur Alarmierung von Rettungskräften
- Anhaltende Sonneneinstrahlung ohne Schutz oder Schatten
- Kein Regen als alternative Wasserquelle
Trotz dieser lebensbedrohlichen Umstände hielten die beiden Männer durch. Ihre körperliche Ausdauer und gegenseitige Unterstützung dürften entscheidend für ihr Überleben gewesen sein.
Mexikanische Marine rettet die Überlebenden nach fünf Tagen
Die mexikanische Marine entdeckte die beiden Männer schließlich rund 240 Kilometer vor der Küste von Chiapas. Wie genau die Retter auf die treibende Kühlbox aufmerksam wurden, ist nicht abschließend bekannt – angesichts der fehlenden Signalmittel war ihre Entdeckung ein glücklicher Umstand. Nach der Bergung wurden Portelas und Guerrero umgehend medizinisch versorgt und in Sicherheit gebracht.
Der Fall erinnert an ähnliche Berichte von Überlebenden auf See, die mit einfachsten Mitteln gegen die Natur ankämpften. Die Küste von Chiapas im Südosten Mexikos gilt als aktives Fischereigebiet, in dem Kleinstboote regelmäßig auf hoher See eingesetzt werden – oft ohne ausreichende Sicherheitsausrüstung.
Einordnung: Sicherheitsrisiken für Kleinbootfischer
Das Schicksal von Portelas und Guerrero wirft erneut ein Schlaglicht auf die gefährlichen Arbeitsbedingungen kleiner Fischereibetriebe in Mexiko und anderen Entwicklungsländern. Viele Boote sind nicht mit modernen Notrufgeräten wie EPIRB-Sendern oder Rettungsinseln ausgestattet. Eine einzelne Welle in der Nacht kann dann innerhalb von Minuten zur Katastrophe werden.
Ob der Fall zu einer verstärkten Debatte über Sicherheitsstandards in der mexikanischen Kleinfischerei führt, bleibt abzuwarten. Für José Luis Portelas und Daniel Guerrero endet das Abenteuer vorerst glimpflich – ihre Geschichte jedoch dürfte noch lange als eindrucksvolles Zeugnis menschlichen Überlebenswillens in Erinnerung bleiben.
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