Dieses Video wurde am 08.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Kryptobesteuerung in Deutschland steht vor einem grundlegenden Wandel. Nachdem Bundesfinanzminister Lars Klingbeil angekündigt hat, Kryptowährungen künftig anders zu besteuern, haben sowohl die Grünen als auch die Linkspartei konkrete Gesetzentwürfe vorgelegt. Die Vorschläge gehen in unterschiedliche Richtungen – und könnten für Millionen Bitcoin-Anleger erhebliche steuerliche Folgen haben.
Grüne wollen Haltefrist sofort abschaffen
Der Entwurf der Grünen zielt darauf ab, die bisherige Haltefrist für Kryptowerte im Rahmen von Paragraph 23 des Einkommensteuergesetzes ersatzlos zu streichen. Bislang gilt: Wer Bitcoin oder andere Kryptowährungen länger als ein Jahr hält, kann Gewinne steuerfrei realisieren. Das soll nach dem Willen der Grünen wegfallen.
Über den Entwurf soll das Parlament bereits in der folgenden Woche abstimmen. Eine sofortige Abschaffung hätte weitreichende Konsequenzen: Gewinne aus ab 2026 gekauften Kryptos wären nicht mehr steuerfrei, selbst wenn das Gesetz erst zum Jahreswechsel in Kraft tritt. Das letzte sichere Kaufdatum, um die Steuerfreiheit in die Zukunft mitzunehmen, wäre demnach der 31. Dezember 2025 gewesen. Der dann fällige Steuersatz entspräche dem persönlichen Einkommensteuersatz – für Spitzenverdiener bis zu 42 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag.
Linkspartei setzt auf Abgeltungssteuer und Wegzugsbesteuerung
Die Linkspartei verfolgt einen anderen Ansatz: Kryptowerte sollen wie Kapitalerträge nach Paragraph 20 des Einkommensteuergesetzes behandelt werden. Das würde bedeuten, Gewinne unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag – zusammen 26,375 Prozent. Auf den ersten Blick erscheint das günstiger als der Spitzensteuersatz.
Allerdings enthält der Entwurf eine zusätzliche Verschärfung: eine Wegzugsbesteuerung. Wer während seines Aufenthalts in Deutschland Buchgewinne mit Bitcoin erzielt hat, müsste diese auch ohne tatsächlichen Verkauf liquiditätswirksam versteuern – vergleichbar mit bestehenden Regelungen für Unternehmen und bestimmte ETFs. Darüber hinaus fordert die Linkspartei sogar ein EU-weites Verbot bestimmter Kryptowerte.
Beispielrechnung: Was droht Bitcoin-Anlegern konkret?
Wer beispielsweise im Mai 2021 für 100.000 Euro Bitcoin zum Kurs von 34.000 Euro je Coin erworben hat, sitzt heute auf erheblichen Buchgewinnen. Nach bisheriger Regelung sind diese Gewinne nach Ablauf der Jahresfrist vollständig steuerfrei.
- Modell Grüne (persönlicher Steuersatz): Bei 10.000 Euro Kursgewinn und einem Spitzensteuersatz von 42 Prozent plus Soli ergibt sich eine Steuerlast von rund 4.431 Euro.
- Modell Linke (Abgeltungssteuer): Auf dieselben 10.000 Euro würden 2.637,50 Euro Steuern fällig – deutlich weniger, aber immer noch ein erheblicher Einschnitt gegenüber der bisherigen Nullbesteuerung.
- Freibetrag: Der Freibetrag von 1.000 Euro wäre in beiden Szenarien bei solchen Gewinnen bei weitem überschritten.
Steuerexperten wie Christoph Jun verweisen auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2010, das für Bestände mit bereits abgelaufener Haltefrist einen Vertrauensschutz begründen könnte. Sollte ein Gesetz Gewinne rückwirkend erfassen, rechnet Jun mit einer erneuten Klage in Karlsruhe – ein Verfahren, das jedoch Jahre dauern kann.
2G Energy: Münsterländer Unternehmen als KI-Stromgewinner
Abseits der Steuerdebatte rückt ein Hidden Champion aus dem Münsterland in den Fokus der Anleger: 2G Energy aus Heek baut Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen – direkt beim Kunden vor Ort, unabhängig vom öffentlichen Netz.
Das Unternehmen profitiert vom rasant wachsenden Strombedarf der KI-Rechenzentren. Diese benötigen rund um die Uhr zuverlässige Energie, die das öffentliche Stromnetz allein oft nicht garantieren kann. Neue Netzanschlüsse dauern Jahre – dezentrale Lösungen werden deshalb zum Standard. Die Anlagen von 2G Energy erreichen Wirkungsgrade von bis zu 90 Prozent und können perspektivisch auch mit Wasserstoff und Biogas betrieben werden.
Der Umsatz liegt aktuell bei knapp 400 Millionen Euro, für 2026 stellt das Management bis zu 490 Millionen Euro bei etwa 10 Prozent Marge in Aussicht. Ein erster großer Auftrag aus dem US-Rechenzentrumsmarkt soll nach Angaben des Vorstands kurz bevorstehen – käme er, wäre das der Beweis für die internationale Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Risiken bleiben: In Deutschland ist die Förderung dezentraler Energieerzeugung politisch noch nicht abschließend geklärt, und ein Teil der Kursfantasie ist bereits in die Bewertung eingepreist.
Die politische Diskussion um die Kryptobesteuerung ist noch längst nicht abgeschlossen. Die vorliegenden Entwürfe stammen aus der Opposition; der Koalitionspartner CDU/CSU steht den SPD-Plänen skeptisch gegenüber. Welchen Kompromiss die Koalition letztlich findet, dürfte entscheidend dafür sein, wie attraktiv Kryptoinvestments in Deutschland künftig bleiben.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.





