Dieses Video wurde am 14.08.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Republikaner Midterms 2026 rücken näher, und für Ex-Speaker Kevin McCarthy ist klar: Die Partei steht vor einer historischen Chance – aber auch vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Mit Geldvorteil, günstigem Wahlkreiszuschnitt durch Umverteilung und einer zerstrittenen demokratischen Führung sehen die Voraussetzungen gut aus. Doch das zentrale Problem bleibt: Donald Trump steht nicht auf dem Stimmzettel – und ohne ihn fehlt der entscheidende Mobilisierungsmotor der republikanischen Koalition.
Demokraten ohne klare Führung – Vorteil für Republikaner?
McCarthy sieht die Demokraten strukturell geschwächt. Parteichef Hakeem Jeffries und Senatsmehrheitsführer Chuck Schumer seien nicht bereit, klare Positionen zu beziehen – eine Führungsschwäche, die linken Kandidaten Raum gibt. Symptomatisch dafür sei, dass Hunter Biden medial präsenter wirke als die eigentliche Parteiführung.
„Die Demokraten haben kein Führungsproblem, sie haben ein führerloses Problem“, so McCarthy. Die fehlende Kontur der Parteispitze ermögliche es sozialistisch orientierten Kandidaten, parteiinterne Vorwahlen zu gewinnen und das Markenbild der Demokraten weiter nach links zu verschieben.
Trotzdem räumt McCarthy ein, dass die Begeisterung der Wählerinnen und Wähler – gemessen an Spendenbereitschaft und Engagement – derzeit leicht auf Seiten der Demokraten liege. Die Republikaner müssten aktiv gegensteuern.
Trumps Abwesenheit als größte Hürde
Das strukturelle Dilemma der Partei benennt McCarthy offen: Wenn Trump auf dem Stimmzettel steht, bringt er eine breite Koalition an die Urnen. Bei Midterm-Wahlen ohne den Ex-Präsidenten müsse die Partei diese Mobilisierung eigenständig leisten – was historisch schwieriger ist.
- Trumps Popularität in traditionell demokratischen Bundesstaaten wie New York übertreffe teils jene der demokratischen Amtsinhaberin Gouverneurin Kathy Hochul.
- Bei Trumps letztem Wahlsieg mit Mehrheit der Gesamtstimmen verloren die Demokraten Sitze im Repräsentantenhaus.
- Kein einziger republikanischer Amtsinhaber verlor in den vier Jahren vor Bidens Sieg seinen Sitz.
- Mit dem aktuellen Wahlkreiszuschnitt hätten die Republikaner laut McCarthy potenziell 235 Sitze erreichen können.
Für McCarthy ist deshalb Offensive angesagt: Geldvorteil und Redistricting nutzen, um nicht nur die Mehrheit zu verteidigen, sondern auszubauen. Trumps Zustimmungswerte von rund 39 bis 40 Prozent im nationalen Durchschnitt bewertet er als weniger relevant als regionale Einzelwerte.
Trump-Konten als Antwort auf den Sozialismus
McCarthy sieht in den sogenannten Trump-Konten – individuellen Investitionskonten für junge Amerikaner – ein wirksames Mittel, um die jüngere Generation für den freien Markt zu gewinnen. Das Konzept: Statt staatlicher Transferleistungen erhalten junge Menschen einen persönlichen Anteil am S&P-500-Index, aufgeschlüsselt nach einzelnen Unternehmen.
Die Idee dahinter ist psychologisch raffiniert. Wer Miteigentümer von McDonald’s oder CVS ist, entwickle ein anderes Verhältnis zu Eigentum und wirtschaftlichem Handeln. „Kapitalismus wird langfristig gewinnen, weil diese Menschen einen Anteil am freien Markt bekommen“, so McCarthy. Statt auf staatliche Leistungen zu warten, würden sie erleben, wie Investitionen über Zeit wachsen.
Kaliforniens Hochgeschwindigkeitszug – ein Milliardengrab
Ein weiteres Thema, das McCarthy scharf kritisiert, ist das Hochgeschwindigkeitsbahn-Projekt in Kalifornien zwischen Los Angeles und San Francisco. Den Wählern wurde das Vorhaben einst mit Kosten von drei Milliarden Dollar schmackhaft gemacht. Die Realität Jahrzehnte später: Bisher wurden 18 Milliarden Dollar ausgegeben, allein das erste Teilstück kostet 36 Milliarden – und das Geld droht bis 2027 auszugehen.
Elon Musk habe das Kernproblem bei einer Veranstaltung an der Cal State Bakersfield auf den Punkt gebracht: Die Bahn sei gar nicht wirklich schnell. Damit verfehle sie ihren zentralen Zweck. Zusätzlich werde der Betrieb dauerhaft subventioniert werden müssen, weil Ticketpreise kostendeckend nicht durchsetzbar seien.
McCarthy plädiert dafür, die verbleibenden Mittel stattdessen in das marode Straßennetz Kaliforniens zu investieren – ein Infrastrukturbereich, der seit Jahren vernachlässigt werde und der breiten Bevölkerung unmittelbarer zugutekäme als ein chronisch überteurtes Schienenbauprojekt.
Insgesamt zeichnet McCarthy das Bild einer Partei, die mit günstigen Rahmenbedingungen in die Midterms 2026 geht, aber ihre eigene Basis neu motivieren muss. Ob die Republikaner ohne Trump-Effekt ihre Mehrheit ausbauen können, dürfte zu einer der zentralen Fragen des kommenden Wahljahres werden.
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