Keßler sagt Staatsminister-Posten für Sport ab

Dieses Video wurde am 21.08.2026 von FOCUS online auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die von Bundeskanzler Friedrich Merz favorisierte Kandidatin für das Amt der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Nadin Keßler, hat überraschend abgesagt. Die UEFA-Funktionärin steht für den Posten im Bundeskanzleramt nach Informationen aus Regierungskreisen nicht zur Verfügung. Damit muss Merz bei der Besetzung einer der wenigen noch offenen Positionen in seiner Regierung neu suchen.

Keßler lehnt Staatsministerin-Amt ab

Nadin Keßler galt als klare Favoritin von Kanzler Merz für die Nachfolge im Sportstaatsministerium. Die erfahrene Funktionärin, die beim europäischen Fußballverband UEFA tätig ist, hätte dem Amt ein sportfachliches Profil gegeben. Doch nun kam die Absage – die genauen Gründe für ihre Entscheidung sind bislang nicht öffentlich bekannt.

Die Nachricht wurde zuerst von der Bild-Zeitung aus Regierungskreisen publik gemacht. Sie trifft das Kanzleramt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da der Posten bereits seit der Kabinettsumbildung Ende Juli vakant ist.

Nachfolge für Christiane Schänderlein gesucht

Der vakante Posten entstand, als Christiane Schänderlein bei der Kabinettsumbildung Ende Juli als Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium wechselte. Seitdem ist die Position der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt unbesetzt.

Die Staatsministerin für Sport ist zwar kein Kabinettsposten im engeren Sinne, hat jedoch eine wichtige Signalfunktion – sowohl für den organisierten Sport in Deutschland als auch für das breite gesellschaftliche Ehrenamt. Die Besetzung gilt daher als politisch bedeutsam.

Merz weitet Kandidatensuche aus

Nach der Absage von Keßler sucht das Bundeskanzleramt nun in einem größeren Kreis nach geeigneten Kandidatinnen oder Kandidaten. Dabei dürften folgende Kriterien eine Rolle spielen:

  • Sportpolitische Expertise und Vernetzung im organisierten Sport
  • Erfahrung in der Bundespolitik oder Verwaltung
  • Glaubwürdigkeit im Bereich Ehrenamt und Zivilgesellschaft
  • Rückhalt innerhalb der Regierungskoalition

Wer letztlich das Amt übernehmen wird, ist derzeit offen. Das Kanzleramt äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu den laufenden Gesprächen.

Politische Einordnung

Die Besetzung des Sportstaatsministeriums ist mehr als eine Personalfrage. Der Bund steht beim Thema Sportförderung vor großen Herausforderungen – von der Finanzierung des Leistungssports über die Stärkung des Ehrenamts bis hin zu möglichen zukünftigen Großereignissen in Deutschland. Eine rasche und kompetente Besetzung des Postens liegt daher im Interesse der gesamten deutschen Sportwelt.

Die Absage Keßlers zeigt zudem, wie schwierig es mitunter ist, erfahrene Fachleute aus dem Sport- und Verbandswesen für politische Ämter zu gewinnen. Merz muss nun zügig handeln, um die Lücke zu schließen und sportpolitische Handlungsfähigkeit zu signalisieren.

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