Dieses Video wurde am 19.08.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das US-amerikanische Justizministerium (DOJ) hat insgesamt 17 iranische Staatsbürger wegen großangelegtem Cyberdiebstahl angeklagt. Die Beschuldigten sollen im Auftrag der iranischen Regierung gehandelt und über Jahre hinweg geistiges Eigentum sowie vertrauliche Forschungsdaten aus US-amerikanischen Universitäten, Unternehmen und Behörden gestohlen haben. Der Fall gilt als einer der umfangreichsten staatlich gesteuerten Cyberangriffe auf akademische und öffentliche Institutionen der jüngeren Geschichte.
Ausmaß des Cyberdiebstahls: 31 Terabyte gestohlene Daten
Das Ausmaß der Angriffe ist enorm. Allein im akademischen Bereich wurden laut DOJ über 100.000 Universitätsprofessoren weltweit gezielt ins Visier genommen. Dabei erbeuteten die Hacker 31 Terabyte an sensiblen Daten, darunter Forschungsergebnisse und wertvolles geistiges Eigentum. Das gestohlene Material wurde anschließend innerhalb des Irans verkauft.
Die Angriffe begannen bereits im Jahr 2013 und zielten auf ein breites Spektrum von Institutionen ab:
- 144 US-amerikanische Universitäten
- 42 Privatunternehmen
- Bundes- und Landesbehörden, darunter das US-Arbeitsministerium
- Mindestens zwei Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
Die Dimension des Falls verdeutlicht, wie systematisch und langfristig staatlich gelenkte Cyberspionage betrieben werden kann.
Von der ersten Anklage 2018 zur erweiterten Anklage
Bereits im Jahr 2018 hatte das US-Justizministerium eine erste Anklage gegen neun Personen erhoben, die in Verbindung mit dem Hacking-Netzwerk standen. Die nun aktuelle Anklage erweitert diesen Kreis um acht weitere Beschuldigte und legt ein deutlich größeres, staatlich gesteuertes Netzwerk offen.
Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass die Hacker nicht als lose Gruppe, sondern als organisierte Einheit im direkten Auftrag der iranischen Regierung agierten. Das DOJ betonte in einer offiziellen Erklärung, dass der Zeitablauf kein Hindernis darstellt: Man werde alle Personen identifizieren und verfolgen, die die Vereinigten Staaten von außen angegriffen haben.
Täuschungsmanöver: Hacker gaben sich als Wissenschaftler aus
Eine besonders raffinierte Methode der Täter war das gezielte Social Engineering gegenüber Hochschulprofessoren. Die Angreifer nahmen direkt Kontakt zu einzelnen Wissenschaftlern auf und gaben sich dabei als akademische Kollegen aus, die angeblich Interesse an deren Forschungsarbeiten hatten.
Im nächsten Schritt wurden die Opfer auf gefälschte Webportale geleitet, die seriösen akademischen Plattformen täuschend ähnlich sahen. Dort sollten sie ihre Zugangsdaten eingeben, die die Hacker dann nutzten, um in interne Netzwerke einzudringen und Daten abzugreifen.
Diese Methode zeigt, wie effektiv gezielte Phishing-Angriffe auch gegen technisch versierte Zielgruppen eingesetzt werden können, wenn sie professionell und themenspezifisch aufgebaut sind.
Einordnung: Staatliche Cyberspionage als wachsende Bedrohung
Der Fall unterstreicht die zunehmende Bedeutung von staatlich geförderter Cyberkriminalität als geopolitisches Instrument. Für die USA ist er ein weiteres Beispiel dafür, dass Forschungseinrichtungen und Behörden verstärkt zur Zielscheibe ausländischer Geheimdienste und staatlich beauftragter Hackergruppen werden.
Das DOJ sendet mit der erweiterten Anklage ein klares Signal: Auch Jahre nach den Taten werden Ermittlungen weitergeführt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Experten fordern angesichts solcher Fälle eine engere Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Privatwirtschaft und Sicherheitsbehörden, um kritische Forschungsdaten besser zu schützen und künftige Angriffe frühzeitig zu erkennen.
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