Dieses Video wurde am 21.08.2026 von FOCUS online auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Iran erwägt laut einem Bericht der Financial Times, US-Militärbasen in Europa im Falle einer weiteren Eskalation anzugreifen. Das geht aus Informationen zweier Insider hervor. Gleichzeitig droht US-Präsident Donald Trump dem Golfstaat Oman mit Bombardierung, weil dieser in der Straße von Hormus eine neutrale bis iranfreundliche Position einnimmt. Geopolitikexperte Clemens Fischer ordnet ein, wie ernst diese Drohungen zu nehmen sind, was sie völkerrechtlich bedeuten – und welche neue Phase dieser Krieg damit erreicht hat.
Warum der Iran Europa ins Visier nimmt
Die iranische Militärdoktrin sieht vor, jeden Angriff auf iranisches Territorium reziprok zu beantworten. Konkret: Werden Raketen von einer US-Basis abgefeuert, gilt diese Basis als legitimes Gegenziel. Auf dem Radar des Irans stehen dabei vor allem zwei Standorte – der britisch genutzte Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern sowie eine US-Basis in Bulgarien, wo unter anderem Lufttankflugzeuge stationiert sind.
Theoretisch verfügt der Iran über ballistische Raketen mit ausreichender Reichweite, um diese Ziele zu treffen. Praktisch aber nehmen mit der Entfernung zur Abschussbasis sowohl die Treffergenauigkeit als auch die Sprengkraft der Gefechtsköpfe ab – beides hängt von Zielsystemen und dem Gewicht der mitgeführten Nutzlast ab. Ein schwerer, großflächiger Schaden ist also unwahrscheinlicher, aber nicht ausgeschlossen.
Entscheidend ist die strategische Kalkulation: Würde der Iran tatsächlich europäische US-Stützpunkte angreifen, riskierte er, die gesamte NATO als Kriegsgegner zu provozieren – ein Szenario, das selbst für Teheran kaum rational erscheint.
Völkerrechtliche Grauzone: Wer wird angegriffen – die USA oder Europa?
US-Militärbasen in Europa befinden sich auf gepachtetem Territorium. Der Boden verbleibt im Eigentum des jeweiligen Gaststaates. Ein Angriff auf die US-Basis Ramstein wäre also zugleich ein Angriff auf deutsches Territorium und auf eine US-Militäreinrichtung.
Das Völkerrecht gibt hier eine klare Antwort:
- Artikel 51 der UN-Charta gewährt den USA das Recht auf Selbstverteidigung, da ihre Streitkräfte angegriffen worden wären.
- Deutschland als Gaststaat müsste politisch entscheiden, ob es den Angriff als Angriff auf sein eigenes Territorium wertet.
- Wertet Deutschland ihn so, könnte es den NATO-Bündnisfall nach Artikel 5 auslösen.
- Die Schutzpflicht des Gastlandes gilt am Boden bis zum Zaun der Basis, im Luftraum jedoch gemeinsam mit den US-Streitkräften.
Die Frage, wer der eigentlich Angegriffene ist, bleibt eine politische Entscheidung – mit weitreichenden Konsequenzen für alle Beteiligten.
NATO-Reaktion: Kollektive Verteidigung als Signal
Die NATO hat auf die iranischen Drohungen bereits reagiert und erklärt, auf jede Bedrohung vorbereitet zu sein. Diese Aussage richtet sich nicht primär als direkte Gegendrohung an den Iran, sondern dient der Glaubwürdigkeit der kollektiven Verteidigung und soll die europäische Bevölkerung beruhigen.
Praktisch ist die Allianz bei ballistischen Angriffen im Vorteil: Raketen aus dem Iran hätten eine erhebliche Flugzeit, die der NATO Zeit für Abwehrmaßnahmen lässt. Experten gehen davon aus, dass iranische Raketenangriffe auf europäische Ziele mit hoher Wahrscheinlichkeit abgefangen werden könnten.
Der Iran weiß das – und genau deshalb ist seine eigentliche Botschaft eher rhetorischer Natur: Europa soll daran erinnert werden, dass es bisher erklärt hat, nicht in den Krieg eingreifen zu wollen. Teheran appelliert an diese Zurückhaltung, ohne einen direkten Konfrontationskurs mit der NATO riskieren zu wollen.
Trumps Drohung gegen Oman und die Straße von Hormus
Parallel eskalierte Trump verbal gegen den Oman: Bei Fox News drohte er damit, das Land „in Grund und Boden zu bombardieren“, sollte es sich querstellen. Hintergrund ist die geografische Lage der Straße von Hormus – ein entscheidender Teil davon ist iranisches und omanisches Hoheitsgewässer, kein internationales Gewässer.
Der Oman hat begonnen, sich mit dem Iran auf eine gemeinsame Verwaltung der Durchfahrtsrechte zu einigen – auch weil er langfristig mit Teheran zusammenleben muss. Die Golfstaaten insgesamt priorisieren vor allem eines: dass Öl, Kerosin und andere Produkte wieder ungehindert exportiert werden können.
Für die USA bedeutet dies, dass ein weiterer Verbündeter in der Region wegbricht. Die Drohung gegen Oman ist völkerrechtlich kaum haltbar und zeigt laut Experten eher die eingeschränkte Handlungsfähigkeit der amerikanischen Seite als reale militärische Optionen.
Einordnung: Krieg der Rhetorik – vorerst
Der Nahost-Konflikt ist in eine neue Phase eingetreten, die weniger von tatsächlichen Militäraktionen als von rhetorischer Eskalation geprägt ist. Beide Seiten stoßen Drohungen aus, ohne aktuell den großen Schlag zu riskieren. Ob diese Phase anhält, hängt vor allem davon ab, wie weit der Iran in die Enge getrieben wird – und wie geduldig Trump bleibt. Eines ist jedoch sicher: Die Möglichkeit einer weiteren Eskalation darf nicht leichtfertig ausgeschlossen werden.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (FOCUS online). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.