Honig aus Gaza: Imker kämpfen ums Überleben

Dieses Video wurde am 16.08.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Imkereisektor im Gazastreifen war einst ein wichtiger Wirtschaftszweig für mehr als tausend Familien — heute ist davon kaum etwas übrig. Mehr als 450 Jungimker arbeiteten in der Region, ihre Bienenvölker sicherten Einkommen, unterstützten die Landwirtschaft und trugen zur ökologischen Balance bei. Der Honig aus Gaza galt als bedeutendes regionales Produkt. Doch der Krieg hat den Sektor nahezu vollständig zerstört: Bienenstöcke, Maschinen und Werkzeuge sind verloren, die Lebensgrundlage vieler Familien weggebrochen.

Ein ganzer Wirtschaftszweig vor dem Kollaps

Mehr als 1.000 Familien lebten einst vom Honig und der Bienenzucht im Gazastreifen. Der Sektor war nicht nur wirtschaftlich bedeutsam, sondern auch ökologisch unverzichtbar. Ohne Bienen keine Bestäubung — und ohne Bestäubung keine Landwirtschaft. Imker in der Region betonten stets, dass die Bienenzucht ein grundlegender Bestandteil der Nachhaltigkeit und des ökologischen Gleichgewichts sei.

Der Imkersektor Gazas hatte sich über Jahre aufgebaut. Junge Menschen wurden ausgebildet, Strukturen entstanden, der Honig fand Abnehmer. Diese Infrastruktur ist durch den anhaltenden Konflikt weitgehend vernichtet worden.

Zerstörung der Ausrüstung und Bienenvölker

Imkerinnen und Imker berichten, dass ihre gesamte Ausrüstung verloren gegangen ist. Maschinen, Werkzeuge und Bienenstöcke wurden zerstört oder sind nicht mehr zugänglich. Viele haben kaum noch lebende Bienenvölker, um die Nachfrage auch nur ansatzweise zu decken.

  • Über 450 Jungimker waren vor dem Krieg im Gazastreifen aktiv.
  • Mehr als 1.000 Familien waren direkt vom Imkersektor abhängig.
  • Bienenstöcke, Maschinen und Imker-Werkzeuge sind größtenteils zerstört.
  • Die verbleibenden Bienenvölker reichen nicht aus, um den lokalen Bedarf zu decken.
  • Der Sektor galt als essenziell für Landwirtschaft und Umweltgleichgewicht.

Eine Imkerin schildert ihre Lage: Sie besitzt noch einige wenige Bienen, doch ihre Maschinen sind verloren, die Ausrüstung für die Bienenstöcke komplett weg. Das, was sie noch hat, reicht nicht einmal, um die Nachfrage zu befriedigen.

Wenn nur noch das Wachs bleibt

Was von einem einst funktionierenden Betrieb bleibt, ist in vielen Fällen nur noch das Bienenwachs. Imkerinnen wie diese Frau schneiden das Wachs in Stücke und verkaufen es — ein Schatten dessen, was ihre Arbeit einmal war. Honig produzieren, Familien ernähren, Ökosysteme unterstützen — das war die Arbeit der Imker Gazas. Heute ist der Verkauf von Wachsstücken für manche die letzte verbliebene Einnahmequelle.

Der Verlust geht dabei über das Wirtschaftliche hinaus. Die Bestäubungsleistung der Bienen fehlt der lokalen Landwirtschaft, die ohnehin unter extremen Bedingungen leidet. Ein Sektor, der Jahrzehnte für Ernährungssicherheit und ökologisches Gleichgewicht mitverantwortlich war, liegt brach.

Ausblick: Wiederaufbau unter schwierigsten Bedingungen

Der Wiederaufbau des Imkereisektors in Gaza würde nicht nur Bienenvölker, sondern auch Ausrüstung, Ausbildung und Sicherheit erfordern — Dinge, die unter den aktuellen Bedingungen kaum erreichbar scheinen. Solange der Konflikt anhält und der Zugang zu Material blockiert bleibt, können die Imkerinnen und Imker ihre Arbeit nicht wiederaufnehmen.

Internationale Hilfsorganisationen und Agrarexperten weisen seit Längerem darauf hin, dass der Wiederaufbau der Landwirtschaft in Gaza ohne den Imkersektor nicht gelingen kann. Die Geschichte der Bienenzüchter in Gaza steht sinnbildlich für den Verlust ganzer Lebens- und Wirtschaftsstrukturen — und für die stille Zerstörung, die hinter den militärischen Schlagzeilen oft unsichtbar bleibt.

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