Dieses Video wurde am 06.05.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Drei mutmaßlich mit dem Hantavirus infizierte Personen sind von einem Kreuzfahrtschiff geholt worden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) befinden sich die Betroffenen auf dem Weg in die Niederlande, wo sie medizinisch versorgt werden sollen. Das Schiff liegt derweil weiterhin mit rund 150 Menschen an Bord vor Anker. Ein weiterer Infektionsfall wurde zudem in der Schweiz gemeldet.
Hantavirus-Verdacht auf Kreuzfahrtschiff: Was bisher bekannt ist
Die drei Personen wurden als mutmaßlich infiziert eingestuft und von Behörden von Bord geholt. Ob die Diagnose in allen Fällen bereits bestätigt wurde, ist derzeit nicht bekannt. Die WHO hat die Evakuierung der Verdachtsfälle koordiniert und bestätigt, dass die Betroffenen zur weiteren Untersuchung und Behandlung in die Niederlande gebracht werden.
Das betroffene Kreuzfahrtschiff befindet sich nach wie vor mit den verbleibenden Passagieren und Crewmitgliedern an Bord in einer noch nicht näher spezifizierten Position vor der Küste. Die genauen Umstände des Ausbruchs an Bord sowie der mögliche Infektionsweg werden noch untersucht.
Neuer Fall in der Schweiz gemeldet
Parallel zu den Ereignissen auf dem Schiff wurde in der Schweiz ein weiterer Hantavirus-Fall registriert. Bei dem Betroffenen handelt es sich um einen Mann, dessen Aufenthalt auf dem Kreuzfahrtschiff bislang nicht bestätigt ist. Ob ein direkter Zusammenhang mit dem Ausbruch an Bord besteht, ist unklar.
Die Behörden prüfen derzeit, wann und wo der Mann möglicherweise mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnte. Hantaviren werden in der Regel durch den Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen übertragen – eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch gilt in Europa als sehr selten.
Was ist das Hantavirus?
Das Hantavirus ist ein Erreger, der zur Familie der Hantaviridae gehört und weltweit in verschiedenen Varianten vorkommt. Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen (Urin, Kot, Speichel)
- In Europa verursacht das Virus vor allem das Hämorrhagische Fieber mit Renalem Syndrom (HFRS)
- Symptome umfassen hohes Fieber, Kopfschmerzen, Rücken- und Bauchschmerzen sowie Nierenprobleme
- Ein spezifisches Gegenmittel oder ein zugelassener Impfstoff für Europa existiert bislang nicht
- Die Sterblichkeitsrate variiert je nach Virustyp stark – europäische Stämme gelten als weniger tödlich als amerikanische Varianten
Behörden und WHO beobachten die Lage
Die WHO sowie nationale Gesundheitsbehörden verfolgen die Entwicklung rund um das Kreuzfahrtschiff und die gemeldeten Fälle aufmerksam. Angesichts der verbleibenden 150 Personen an Bord stehen mögliche weitere Infektionen sowie Quarantänemaßnahmen im Fokus der Behörden.
Solange die Infektionskette nicht vollständig nachvollzogen ist, bleibt die Situation unübersichtlich. Die Evakuierung der drei Verdachtsfälle ist ein erster Schritt, um die Ausbreitung einzudämmen und eine gezielte medizinische Versorgung sicherzustellen.
Die weiteren Entwicklungen – insbesondere der Gesundheitszustand der Evakuierten sowie mögliche neue Fälle an Bord oder in der Schweiz – werden in den kommenden Tagen zeigen, wie ernst die Lage einzuschätzen ist. Experten mahnen zur Wachsamkeit, betonen aber zugleich, dass das Übertragungsrisiko zwischen Menschen in Europa als gering gilt.
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