Gasspeicher halb voll: Drohen höhere Heizkosten?

Dieses Video wurde am 21.08.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Gasspeicher in Deutschland sind Mitte August 2026 nur zur Hälfte gefüllt – das ist der niedrigste Stand seit Jahren. Eigentlich schreibt der Gesetzgeber vor, dass die Speicher zum 1. November zu 80 Prozent befüllt sein müssen. Experten halten dieses Ziel angesichts des aktuellen Niveaus für kaum noch erreichbar. Gleichzeitig warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung vor Viren in Tiefkühlbeeren, und eine neue Vorsorgeuntersuchung für Kinder soll eine jahrelange Versorgungslücke schließen.

Warum die Gasspeicher so niedrig gefüllt sind

Normalerweise kaufen Gashändler im Sommer Gas ein, wenn es günstig ist, und verkaufen es im Winter teuer weiter. Dieses Modell funktioniert derzeit nicht: Das Gas ist wegen des Irankriegs und der blockierten Straße von Hormus ungewöhnlich teuer. Für die Händler lohnt sich der Einkauf daher kaum.

Erschwerend kommt hinzu, dass der niedrige Pegelstand vieler europäischer Flüsse dazu führt, dass weniger Strom aus Wasser- und Kernkraft erzeugt werden kann. Die Lücke wird durch Erdgas-Kraftwerke geschlossen – das treibt die Nachfrage zusätzlich an.

Juri Papzun, Geschäftsführer des bayerischen Gasspeicherbetreibers Nafda, bestätigt: Die aktuellen Marktpreise bieten den Gashändlern kaum Anreize, ihre Speicher zu befüllen. Die Bundesnetzagentur hat die Händler inzwischen offiziell aufgefordert, mehr Gas einzukaufen.

Droht eine Versorgungskrise im Winter?

Experten beruhigen zunächst: Eine akute Versorgungskrise wie 2022 – als Deutschland noch stark von russischem Gas abhängig war – gilt derzeit als unwahrscheinlich. Inzwischen bezieht Deutschland sein Gas aus einer Vielzahl von Quellen:

  • Norwegen
  • Belgien und die Niederlande
  • Flüssiggas (LNG) aus den USA über Terminals

Da nicht alle Quellen gleichzeitig ausfallen werden und auf dem Weltmarkt grundsätzlich ausreichend Gas vorhanden ist, bleibt die Versorgungssicherheit gewährleistet. Das Risiko liegt woanders: Sollte der Winter besonders kalt werden und die Vorräte nicht reichen, müssten Händler teuer nachkaufen – und diese Kosten würden am Ende an die Verbraucher weitergegeben. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche steht deshalb in der Kritik, die Situation zu passiv zu beobachten.

Was Verbraucher jetzt tun können

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den eigenen Gasvertrag zu prüfen. Wer eine Preisbindung hat, die über den Winter läuft, ist zunächst abgesichert. Alle anderen sollten Angebote vergleichen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter wechseln – sofern kein laufender Festlaufzeitvertrag besteht.

Neue U10-Untersuchung für Kinder ab 9 Jahren

Der Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen, Ärzten und Krankenhäusern hat eine neue Vorsorgeuntersuchung beschlossen: die U10. Sie richtet sich an Kinder im Alter von 9 bis 10 Jahren und schließt die Lücke zwischen den bisherigen U-Untersuchungen bis zum fünften Lebensjahr und der nächsten regulären Untersuchung für Teenager mit etwa 13 Jahren.

Die U10 soll Kinder gezielt auf folgende Risiken untersuchen:

  • Bewegungsmangel und Übergewicht
  • Konzentrationsstörungen und Sprachentwicklungsprobleme
  • Psychische Belastungen und sozialer Rückzug
  • Verdacht auf ADHS

Außerdem sollen Eltern über wichtige Impfungen aufgeklärt werden, darunter die HPV-Impfung, die nachweislich vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützt. Bisher übernehmen nicht alle Krankenkassen die Kosten – das soll sich ändern, sobald das Bundesgesundheitsministerium der neuen Regelung zustimmt.

Vorsicht bei Tiefkühlbeeren: Noroviren und Hepatitis A

Mehrere große Supermarktketten – darunter Aldi, Rewe, Lidl, Kaufland, Netto und Globus – haben bestimmte Chargen von Tiefkühlbeeren zurückgerufen, nachdem Noroviren und Hepatitis-A-Viren nachgewiesen wurden. Betroffen sind verschiedene Beerenmischungen, die bereits verkauft wurden.

Wichtig zu wissen: Tiefkühlen macht Viren nicht unschädlich – sie werden lediglich konserviert und können nach dem Auftauen Zellen infizieren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt daher seit Jahren, Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr kurz aufzukochen. Wer seine Packung mit der Rückrufliste der Verbraucherzentrale abgleichen möchte, findet den entsprechenden Link in den Sendungshinweisen. Betroffene Packungen können ohne Kassenbon im Supermarkt zurückgegeben werden.

Die gesundheitlichen Risiken sind ernst: Noroviren verursachen heftige Magen-Darm-Symptome und sind hochansteckend. Hepatitis A entzündet die Leber und kann im Verlauf zu Gelbsucht führen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und ältere Menschen.

Die drei Themen – niedriger Gasspeicherstand, neue Kindervorsorge und Rückrufe bei Tiefkühlbeeren – zeigen: Der Herbst 2026 stellt Verbraucher, Familien und die Politik gleich auf mehreren Feldern vor konkrete Herausforderungen. Wer jetzt handelt, ist besser vorbereitet.

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