Dieses Video wurde am 22.09.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das Feast of San Gennaro in New York City begeht in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Das traditionsreiche italienische Straßenfest in Little Italy wird zum 100. Mal gefeiert. Seit 1926 verwandelt das Fest das Herz Manhattans jedes Jahr in einen Schauplatz süditalienischer Kultur, Küche und Gemeinschaft – und das Jubiläum zog einmal mehr Tausende Besucher, stolze Italoamerikaner und hungrige Touristen in die Mulberry Street.
100 Jahre Tradition mitten in Manhattan
Ein Jahrhundert lang hat das Feast of San Gennaro überlebt: Wirtschaftskrisen, Stadtveränderungen und den stetigen Wandel von Little Italy. Was als religiöses Fest zu Ehren des Schutzpatrons von Neapel begann, ist heute eines der bekanntesten Straßenfeste New Yorks. Entlang der Mulberry Street reihen sich Stände mit Zeppoles, gebackenen Muscheln, Fischsalat und hausgemachter Marinara-Soße aneinander.
Für viele Italoamerikaner ist das Fest weit mehr als ein Volksfest. Es ist ein Ausdruck kollektiver Identität – ein Ort, an dem Generationen zusammenkommen und Wurzeln sichtbar werden, die tief in die Geschichte der Einwanderung reichen.
Stolz, Humor und klare Meinungen: Die Stimmen des Festes
Wer mit den Besuchern und Händlern ins Gespräch kommt, erlebt eine Gemeinschaft, die ihre Meinungen nicht für sich behält. Italianità – das typisch Italienische – äußert sich hier in Wärme, Direktheit und einer ordentlichen Portion Schlagfertigkeit.
Beim traditionellen Wortspiel „Stu Nad oder Molto Bene“ – übersetzt etwa „Dummkopf oder Sehr gut“ – zeigen die Festbesucher, wen sie schätzen und wen nicht. Christoph Kolumbus etwa gilt in dieser Gemeinschaft unangefochten als Held. Auch Donald Trump erntet viel Zustimmung, während andere Persönlichkeiten aus Politik und Unterhaltung deutlich weniger Applaus erhalten.
- Molto Bene (Sehr gut): Christoph Kolumbus, Donald Trump
- Stu Nad (Dummkopf): AOC, Joe Biden, Rosie O’Donnell
- Gespalten: Jimmy Kimmel – kein großer Fan, „er ist nicht sehr lustig“
Die Urteile fallen schnell und pointiert – ganz im Stil einer Gemeinschaft, die Direktheit als Tugend betrachtet.
Kulinarik im Mittelpunkt: Von Zeppoles bis zu gebackenen Muscheln
Das Herzstück des Festes bleibt das Essen. Zeppoles – frittierte Teigbällchen, oft mit Puderzucker bestäubt – gehören zu den beliebtesten Snacks. Daneben locken gebackene Muscheln als Spezialität der Saison, zubereitet mit frischen Zutaten und serviert in der heißen Schale direkt vom Grill.
Die Händler betonen, was Maschinen niemals ersetzen könnten: „Ein Roboter kann keine Muschel öffnen. Ein Roboter kann keinen Fischsalat servieren.“ In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz und Automatisierung heiß diskutiert werden, wirkt Little Italy wie eine bewusste Gegenbewegung – handgemacht, persönlich, menschlich.
Auch die Frage, ob die Soße Marinara oder anders ausgesprochen wird, entfacht sofort eine lebhafte Debatte. Für die Stammgäste ist das keine Kleinigkeit – Sprache und Aussprache sind Teil der Identität.
Little Italy als kulturelles Symbol New Yorks
Das Viertel selbst hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Die ursprünglich von italienischen Einwanderern dicht besiedelte Enklave ist heute deutlich kleiner. Doch das Fest hält die Erinnerung lebendig. „Er hat die Italiener vergessen – und das ist nicht richtig“, sagt eine Besucherin über einen Lokalpolitiker, der die Gemeinschaft vernachlässigt haben soll.
Das 100. Feast of San Gennaro sendet damit auch eine politische Botschaft: Diese Gemeinschaft existiert, sie ist präsent, und sie erwartet, gehört zu werden. Das Jubiläum ist kein nostalgischer Rückblick allein – es ist ein lebendiges Bekenntnis zu einer Kultur, die New York mitgeprägt hat und das auch weiterhin tun will.
Ob das Fest weitere 100 Jahre überdauert, wird davon abhängen, ob die nächsten Generationen die Tradition weitertragen. Die Begeisterung in den Straßen von Little Italy lässt darauf hoffen.
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