Europas Chip-Aufholjagd im KI-Boom

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Dieses Video wurde am 07.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Lange dominierten US-Konzerne wie Nvidia, AMD und Broadcom das Geschäft rund um Künstliche Intelligenz und Halbleiter nahezu unangefochten. Doch die Chip-Aufholjagd Europas gewinnt spürbar an Fahrt. Immer mehr europäische Halbleiterhersteller profitieren vom milliardenschweren Ausbau der globalen Rechenzentrumsinfrastruktur – und liefern dabei Komponenten, ohne die der KI-Superzyklus schlicht nicht funktionieren würde. Das zeigen aktuelle Quartalszahlen und neue Unternehmensallianzen gleichermaßen.

Infineon als Vorreiter der europäischen KI-Fantasie

Im Mittelpunkt steht derzeit Infineon Technologies: Der deutsche Chiphersteller befindet sich klar im Rallymodus und kratzt an der Marke von 60 Euro – ein Niveau, das seit vielen Jahren nicht mehr erreicht wurde. Zuletzt vorgelegte Quartalszahlen liefern das Fundament dafür. Im zweiten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 4 % auf 3,8 Milliarden Euro, der Gewinn legte sogar um 18 % auf 301 Millionen Euro zu.

Die operative Marge ging leicht auf 17,1 % zurück, bleibt aber im aktuellen Umfeld solide. Entscheidend ist: Infineon hat die eigene Prognose angehoben und rechnet nun mit einem deutlichen Umsatzwachstum statt nur einem moderaten Plus. Wer an das Allzeithoch von 83,65 Euro aus dem Jahr 2000 denkt, erkennt, wie viel Potenzial noch im Raum steht.

Europäische Schwergewichte im Halbleitersektor

Die europäische KI-Fantasie endet nicht bei Infineon – sie beginnt dort erst. Zu den wichtigsten Playern zählen:

  • STMicroelectronics: Einer der größten Halbleiterkonzerne Europas, stark in Microcontrollern, Sensorik und Power-ICs. Das Unternehmen stellt für das Rechenzentrumsgeschäft in diesem Jahr Umsätze von über 500 Millionen Euro in Aussicht – und die Nachfrage übersteigt derzeit das Angebot. Seit Jahresbeginn hat die Aktie über 100 % zugelegt.
  • NXP Semiconductors: Fokus auf Automotive, Sicherheit und Edge Processing. NXP will den Rechenzentrum-Umsatz in diesem Jahr auf mindestens 500 Millionen Dollar mehr als verdoppeln.
  • ASML: Der niederländische Maschinenbauer kontrolliert mit seinen EUV-Lithografieanlagen den entscheidenden Flaschenhals der gesamten Chipproduktion weltweit.

Dahinter folgt eine zweite Reihe systemkritischer Spezialisten: Soitec liefert spezielle Wafersubstrate, Aixtron baut Anlagen für Verbindungshalbleiter, BE Semiconductor ist stark im Chip-Packaging und X-Fab ergänzt das Bild als spezialisierte Foundry.

Europas Rolle: Energie und Effizienz statt Rechenleistung

Die Rolle Europas im KI-Boom unterscheidet sich grundlegend von jener der USA oder Asiens. Europäische Konzerne liefern weniger die eigentlichen Recheneinheiten als vielmehr die Leistungshalbleiter für Stromversorgung und Energieeffizienz. Genau dort entsteht mit dem massiven Ausbau der Rechenzentren ein neuer Engpass.

Hinzu kommen neue Wachstumsfelder jenseits des klassischen KI-Narrativs: STMicroelectronics sieht im Satellitengeschäft ein Milliardenpotenzial, NXP setzt auf Physical AI – also Intelligenz direkt im Gerät statt ausschließlich im Rechenzentrum. KI wandert zunehmend ins Auto, in die Fabrik und in Alltagsgeräte – und braucht dabei genau die Komponenten, die Europa beherrscht.

Corning: Der Schaufelverkäufer im KI-Goldrausch

Ein besonders markantes Beispiel für die Infrastruktur hinter dem KI-Boom liefert das US-Unternehmen Corning (Börsenkürzel: GLW). Der Spezialist für optische Glasfasern hat eine strategische Kooperation mit Nvidia verkündet und will seine Kapazitäten für optische Konnektivität in den USA verzehnfachen – verbunden mit 3.000 neuen Arbeitsplätzen. Nvidia darf im Gegenzug bis zu 2,7 Milliarden Dollar in Corning investieren.

Die Geschäftszahlen zum ersten Quartal unterstreichen die Substanz hinter dem Deal: Der Konzernumsatz stieg um 18 % auf 4,35 Milliarden Dollar, der Bereich Optical Communications legte sogar um 36 % zu. Der Gewinn je Aktie sprang um 30 % auf 70 Cent. Für das laufende Quartal stellt Corning 4,6 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 57 ist sportlich, lässt sich aber durch die Wachstumsdynamik von 30 % begründen – solange die Investitionen der großen Hyperscaler wie Meta oder Microsoft in Rechenzentren nicht abrupt zurückgefahren werden. Corning ist eine klare Wette auf den anhaltenden KI-Superzyklus, der nach Einschätzung vieler Analysten noch am Anfang steht.

Für Anleger, die nicht auf Einzelwerte setzen möchten, bietet sich ein breiter Einstieg über den iShares MSCI Europe Information Technology Sector ETF an, der in diesem Jahr bereits rund 30 % zugelegt hat. Europa baut vielleicht nicht die spektakulärsten KI-Chips – aber ohne europäische Halbleitertechnik läuft der gesamte KI-Komplex nicht. Das Geld verteilt sich längst tiefer in der Wertschöpfungskette – und damit zunehmend auch in europäische Unternehmen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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