Dieses Video wurde am 19.08.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Hitzesommer 2026 hinterlässt tiefe Spuren in der deutschen Landwirtschaft. Der Deutsche Bauernverband hat eine ernüchternde Erntebilanz vorgelegt: Kartoffeln sind vielerorts zu klein geraten, beim Getreide wird ein Rückgang von rund 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet. Betroffen sind vor allem Regionen im Süden und Westen Deutschlands, wo Trockenheit im Frühjahr und eine Hitzewelle Ende Juni besonders schwere Schäden anrichteten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher dürften die Folgen vorerst dennoch überschaubar bleiben.
Kartoffeln und Getreide: Hitzesommer trifft Ernte hart
Landwirt Henrik Wortmann aus Kamen im Ruhrgebiet bringt das Problem auf den Punkt: Seine Kartoffeln seien durch Hitze und warmen Westwind vorzeitig abgestorben – er rechnet mit einem Drittel weniger Ertrag als üblich. Viele der verbliebenen Knollen sind so klein, dass sie für die Pommes-Produktion kaum geeignet sind.
Auch beim Getreide schlägt der Klimastress zu Buche. Fachleute sprechen von Notreife: Hohe Temperaturen versetzen das Korn in Stress, es reift vorzeitig und muss früher geerntet werden – mit spürbar geringeren Erträgen. Betriebsleiterin Claudia Steiniger vom Gut Neuhof in Bayern beschreibt ihre Getreideernte als besonders mageres Jahr.
Dabei war das Bild 2025 noch ein völlig anderes: Günstige Bedingungen hatten zu einer außergewöhnlich großen Ernte geführt, Lagerhallenbilder mit Kartoffeln bis unter die Decke prägten das Jahr. Der Kontrast zu 2026 könnte kaum größer sein.
Was bedeutet das für Lebensmittelpreise?
Trotz der schlechten Ernte zeichnen sich im Supermarkt kurzfristig keine Preiserhöhungen ab. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Getreidepreise werden in der Regel langfristig zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie vereinbart.
- Getreide wird weltweit gehandelt – regionale Ernteausfälle lassen sich teilweise durch Importe ausgleichen.
- Der Rohstoffanteil am Verkaufspreis ist gering: Bei einem Brötchen für 50 Cent macht der Weizen weniger als einen Cent aus.
- Preissteigerungen entstehen vor allem durch höhere Kosten für Energie, Löhne und Transport.
Indirekte Auswirkungen sind jedoch möglich: Ein großer Teil des Getreides fließt in Tierfutter für Rinder, Schweine und Geflügel. Teureres Getreide könnte sich mittelfristig auf Fleisch-, Milch- und Eierpreise auswirken.
Landwirte unter zunehmendem Druck
Für viele landwirtschaftliche Betriebe verschärft sich eine ohnehin angespannte Lage. Dieselpreise, Dünger und Pflanzenschutzmittel sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die schlechtere Ernte erhöht nun den finanziellen Druck zusätzlich.
Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied spricht von einer „toxischen Lage“ und fordert von der Bundesregierung ein Sofortprogramm mit Steuererleichterungen sowie zusätzlichen Hilfen für betroffene Höfe.
Drohnenabwehrzentrum bei Magdeburg eröffnet
Ein weiteres Thema des Tages: In Sachsen-Anhalt hat ein neues Drohnenforschungszentrum am Flughafen Magdeburg-Cochstedt seinen Betrieb aufgenommen. Innen- und Forschungsministerium arbeiten dabei gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das bereits seit 2019 auf dem Gelände aktiv ist.
Das Zentrum soll erforschen und erproben, wie Drohnen schneller erkannt und zuverlässiger abgewehrt werden können. Auf dem Gelände entsteht auch eine aus Containern aufgebaute Modellstadt, um Drohnenflüge in urbanen Umgebungen zu simulieren. Anlass für das verstärkte Engagement ist die wachsende Bedrohung durch Drohnen – zuletzt wurde am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne entdeckt.
Bäckerei ohne Nachtschicht: Ein Modell mit Zukunft?
Abseits von Ernte und Sicherheitspolitik zeigt ein junger Bäcker aus Niedersachsen, wie sich ein traditionelles Handwerk neu erfinden lässt. Lukas Grüll aus Schöningen im Landkreis Helmstedt hat bewusst auf Nachtarbeit verzichtet: Sein Team beginnt um 5 Uhr morgens und öffnet die erste Filiale erst um 11 Uhr, die zweite um 13 Uhr.
Um das in fünf Stunden zu schaffen, hat Grüll das Brotsortiment gezielt verkleinert. Das Ergebnis: regelmäßige Bewerbungen, weniger Überstunden und zufriedenere Mitarbeitende. Ähnliche Modelle mit Vortagsproduktion oder modernen Kühltechniken finden sich inzwischen auch in Köln, Bonn, Bremen und Wittlich.
In einer Branche, die zunehmend mit Fachkräftemangel kämpft, könnte die Flexibilisierung der Arbeitszeiten ein entscheidender Wettbewerbsvorteil werden – sowohl für Betriebe als auch für alle, die das Bäckerhandwerk erlernen möchten.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (tagesschau). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.