Ernte 2026: Dürre trifft Landwirtschaft im Süden hart

Dieses Video wurde am 19.08.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Ernte 2026 in Deutschland steht im Zeichen extremer Trockenheit und Hitzewellen – vor allem im Süden und Westen der Republik. Der Deutsche Bauernverband hat seine vorläufige Erntebilanz vorgestellt: Im Vergleich zum Vorjahr werden rund sieben Prozent weniger Getreide geerntet. Da 2025 ein überdurchschnittlich gutes Erntejahr war, entspricht das Ergebnis 2026 im bundesweiten Schnitt wieder normalen Verhältnissen – doch hinter diesem Mittelwert verbergen sich drastische regionale Unterschiede.

Kartoffeln und Gemüse: Ernte fällt buchstäblich durch das Raster

Besonders sichtbar werden die Folgen der Trockenheit bei der Kartoffelernte. Landwirt Henrik Wortmann aus Kamen bei Dortmund baut auf rund 50 Hektar Kartoffeln an – vor allem für die Pommes-frites-Produktion. Doch die anhaltende Trockenheit lässt die Knollen deutlich zu klein bleiben. Laut Vertragsstandards müssen Kartoffeln mindestens 40 Millimeter Durchmesser erreichen, um zu Pommes verarbeitet werden zu können. Ein großer Teil seiner Ernte erfüllt diese Anforderung in diesem Jahr nicht.

Wortmann rechnet mit rund 30 Prozent weniger Ertrag als in einem durchschnittlichen Jahr. In Witten berichtet Bauer Dirk Liedmann von zehn Wochen ohne Regen. Der Boden heizte sich auf bis zu 60 Grad auf, was Kartoffeln und andere Kulturen irreparabel schädigte. Sein Klee – normalerweise hüfthoch und wichtiges Tierfutter – ist verkümmert. Experten warnen bereits vor einer Futtermittelknappheit im Winter, weil viele Viehbauern nicht mehr ausreichend eigenes Futter anbauen können und teuer zukaufen müssen.

Dürrekarte zeigt: Süden und Westen besonders betroffen

Daten des Helmholtz-Instituts belegen das Ausmaß der Krise. Dunkelrote Markierungen auf der Dürrekarte zeigen Regionen, in denen Trockenheit im jahrzehntelangen Vergleich als extrem selten gilt. Betroffen sind vor allem:

  • Süddeutschland, insbesondere Bayern und Baden-Württemberg
  • Weite Teile Westdeutschlands
  • Einzelne Regionen im Ruhrgebiet und Umland

Im Norden hingegen fielen die Erträge deutlich besser aus. Diese regionalen Gegensätze erklären, warum das bundesweite Mittel vergleichsweise stabil wirkt, obwohl einzelne Betriebe massiv unter der Situation leiden.

In Baden-Württemberg experimentieren Landwirte bereits mit wärmeresistenten Kulturen wie Melonen und Kiwis. Doch auch diese leiden unter der intensiven Sonneneinstrahlung – Kiwis zeigen Sonnenbrand-Symptome. Experten warnen davor, pauschale Schlüsse zu ziehen: Nicht alle Südfrüchte kommen automatisch mit dem deutschen Hitzesommer zurecht.

Agrarökonom: Strukturwandel bringt Herausforderungen und Chancen

Martin Banse vom Thünen-Institut in Braunschweig, das im Auftrag der Bundesregierung zur Zukunft der Landwirtschaft forscht, ordnet die Lage ein. Kurzfristig überwiege das Leid, sagt er. Die Exportüberschüsse deutscher Agrarbetriebe würden in diesem Jahr geringer ausfallen, was aber keine unmittelbare Versorgungsgefahr für die Bevölkerung bedeute. Wie stark die Einnahmen der Landwirte sinken, hänge letztlich von den internationalen Marktpreisen für Weizen, Getreide und Ölsaaten ab.

Banse sieht die deutsche Landwirtschaft zudem zwischen zwei Problemfeldern eingeklemmt: hohe Düngerpreise infolge der geopolitischen Lage einerseits und vergleichsweise niedrige Erzeugerpreise andererseits. Diese Zangenwirkung belaste die Betriebe in diesem Jahr besonders stark.

Mit Blick auf die Zukunft erwartet der Agrarökonom einen deutlichen Strukturwandel. Das Anbauportfolio werde sich verändern. Wintergetreide, das die Feuchtigkeit des Winters und Frühlings nutzt, dürfte an Bedeutung gewinnen. Zunehmend werden auch Kulturen aus wärmeren Klimazonen in Deutschland angebaut werden – darunter Sorghum, Sesam und Soja. Melonen im Freiland hält Banse jedoch für unrealistisch, da sie aufwendige Anbaubedingungen erfordern.

Ausblick: Anpassung als einziger Weg

Die Ernte 2026 ist ein weiteres deutliches Signal dafür, dass der Klimawandel die deutschen Landwirte vor tiefgreifende Veränderungen stellt. Wer heute auf trockenen Böden wirtschaftet, muss langfristig sein Anbausystem überdenken. Banse ist dennoch überzeugt: Die deutsche Landwirtschaft ist grundsätzlich anpassungsfähig und wird die Herausforderungen meistern – wenn auch unter veränderten Vorzeichen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der notwendige Strukturwandel schnell genug voranschreitet, um dauerhaften Schaden von den Betrieben abzuwenden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (tagesschau). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

Latest news
Related news