Dieses Video wurde am 23.08.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der frühere NBA-Profi Enes Kanter Freedom hat sich offiziell für den WNBA-Draft 2027 angemeldet – und das ganz bewusst als politisches Signal. Der 34-Jährige, der sich seit Jahren als Menschenrechtsaktivist einen Namen gemacht hat, reagiert damit auf Aussagen einiger WNBA-Spielerinnen, die erklärt hatten, Trans-Athletinnen in ihrer Liga willkommen zu heißen. Kanter Freedom will mit seiner Kandidatur eine Grundsatzdebatte erzwingen: Was definiert eine Frau im Profisport – und wer darf in einer Frauenliga antreten?
Wie Kanter Freedom auf die WNBA-Debatte aufmerksam wurde
Den Anstoß für seine Aktion gab ein konkretes Ereignis: An seinem Geburtstag verfolgte Kanter Freedom ein WNBA-Spiel, als die Spielerin Gabbi öffentlich erklärte, sie würde Trans-Athletinnen in ihrem Team jederzeit willkommen heißen und hätte kein Problem damit, gegen sie anzutreten.
Kanter Freedom prüfte daraufhin die Collective Bargaining Agreement der WNBA – den Tarifvertrag der Liga. Darin stand, dass spielberechtigt ist, wer sich als Frau identifiziert. Eine explizite Einschränkung auf biologische Frauen fehlte zu diesem Zeitpunkt. Für ihn war das der entscheidende Moment: Wenn Spielerinnen, Trainer und die Liga selbst Trans-Athleten unterstützen, wollte er die Frage auf die Spitze treiben.
Er beobachtete auch, dass der Trainer des Teams aus Minnesota öffentlich mit Trans-Kindern auftrat – für Kanter Freedom ein weiteres Zeichen, dass die Liga keine klare Grenze zieht.
Die WNBA-Anmeldung als gezieltes Protestmittel
Kanter Freedom betont, er sei durchaus in der Lage, physisch auf dem Feld zu bestehen. In seiner aktiven NBA-Karriere erzielte er regelmäßig Double-Doubles und beschreibt sich selbst als potenziell besten Draft-Pick in der Geschichte der WNBA. Dabei geht es ihm jedoch nicht primär um eine Karriere in der Frauenliga, sondern um eine klare Botschaft:
- Er will eine eindeutige Definition des Begriffs „Frau“ im Kontext des Profisports erzwingen.
- Er stellt die Frage, welche Regeln die WNBA künftig aufstellen wird.
- Er möchte Spielerinnen ermutigen, die bislang schweigen, aber ähnliche Bedenken haben.
- Er sieht das Thema als gesamtgesellschaftliche Frage, die über Sport hinausgeht.
Mittlerweile hat die WNBA ihren Tarifvertrag um den Begriff „biologische Frau“ ergänzt – ein direktes Ergebnis des öffentlichen Drucks, den Kanter Freedom und andere miterzeugt haben.
Sophie Cunningham und die Frage des Schweigens
Kanter Freedom lobt ausdrücklich Sophie Cunningham, die WNBA-Spielerin, die sich öffentlich gegen die Teilnahme biologischer Männer am Frauensport ausgesprochen hat und dafür massive Kritik einstecken musste. Er bezeichnet sie als „amerikanische Heldin“ und sieht in ihr eine Vorbildfigur – nicht nur für US-amerikanische Spielerinnen, sondern für Frauen weltweit.
Laut einer von ihm zitierten Umfrage sprechen sich 70 Prozent der Amerikaner dagegen aus, dass biologische Männer im Frauensport antreten. Kanter Freedom fragt daher, warum mehr Spielerinnen der WNBA nicht öffentlich Stellung beziehen, obwohl viele intern vermutlich ähnlich denken.
Er ist überzeugt: Wer für seine Überzeugungen einstehe, ernte zunächst Hass – langfristig aber Respekt. Diese Erfahrung hat er selbst gemacht.
Ein Leben für die Menschenrechte – mit hohem persönlichem Preis
Kanter Freedom ist kein Unbekannter im Kampf gegen autoritäre Systeme. Er hat sich öffentlich gegen die Regierungen der Türkei, Chinas, Russlands, Irans, Nordkoreas und Venezuelas gestellt – und dafür einen hohen Preis bezahlt. Er hat seit fast 14 Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Familie, ist mit Haftbefehlen und Todesdrohungen konfrontiert und verlor nach eigenen Angaben rund 49 Millionen US-Dollar an entgangenen Verträgen, nachdem er mit seiner Kritik am NBA-Partner China an die Öffentlichkeit gegangen war.
Parallel zu seinem öffentlichen Engagement veranstaltet er Basketball-Camps für Kinder, zuletzt in New York. Dort diskutiert er mit Jugendlichen über Freiheit, Demokratie und die Bedeutung von Grundrechten – als Gegengewicht zu dem, was er als Desinformation durch soziale Medien und Apps wie TikTok bezeichnet.
Für Kanter Freedom ist die WNBA-Debatte nur ein weiteres Kapitel in einem langen Einsatz für das, was er als grundlegende Menschenrechte versteht. Ob die Liga auf seine Draft-Anmeldung reagieren wird – und wie – bleibt abzuwarten. Klar ist: Er ist vorbereitet, den Konflikt auszutragen.
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