Energiewende: Banaszak fordert günstigeren Strom

Dieses Video wurde am 17.08.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Grünen-Vorsitzender Felix Banaszak hat sich klar für eine Beschleunigung der Energiewende ausgesprochen – und dabei sowohl soziale als auch wirtschaftliche Argumente ins Feld geführt. Günstigere Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher, mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und entschlossener Klimaschutz: Das sind laut Banaszak die drei zentralen Säulen einer grünen Energiepolitik, die er in einem Sommerinterview gegenüber ZDFheute skizzierte.

Strom aus Wind und Sonne kommt nicht bei Verbrauchern an

Banaszak schilderte eine Begegnung auf einer Veranstaltung in Sachsen-Anhalt, die seine Haltung eindrücklich illustriert: Eine ältere Frau berichtete ihm, dass ihre Freundinnen sich im Sommer nicht mehr auf die Straße trauen – zu heiß sei es geworden. Sie sitzen stattdessen alleine in verdunkelten Wohnungen. Für Banaszak ist das ein konkretes Beispiel dafür, warum Klimaschutz keine abstrakte Debatte ist, sondern unmittelbar das Leben von Menschen beeinflusst.

Gleichzeitig betonte der Grünen-Chef, dass die Gestehungskosten von Solar- und Windenergie bereits heute niedrig seien – diese günstigen Preise aber nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankämen. Der Grund: Die Netzinfrastruktur sei nicht ausreichend ausgebaut. „Die Leitungen sind nicht vernünftig ausgebaut“, so Banaszak. Deshalb will er den Ausbau von Übertragungsnetzen und erneuerbaren Energien spürbar beschleunigen.

Strompreise: Nicht die Energiewende ist das Problem

Banaszak wies den Vorwurf zurück, die Energiewende sei für hohe Strompreise verantwortlich. Deutschland befinde sich insgesamt in einer schwierigen energiewirtschaftlichen Lage – das sei historisch gewachsen und nicht auf den Ausbau erneuerbarer Energien zurückzuführen.

  • Deutschland hat strukturell ungünstige Bedingungen für kostengünstige Energieproduktion.
  • Die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen treibt die Preise hoch.
  • Erneuerbare Energien haben bereits heute die niedrigsten Erzeugungskosten.
  • Fehlender Netzausbau verhindert, dass diese Kostenvorteile weitergegeben werden.

Der Grünen-Vorsitzende forderte deshalb mehr Energieunabhängigkeit für Deutschland – als dritten zentralen Punkt neben Klimaschutz und günstigeren Verbraucherpreisen. Wer die Abhängigkeit von fossilen Importen beende, stärke nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

Klimapolitik als Kernthema der Grünen

Banaszak erinnerte daran, dass er und der Bundesvorstand der Grünen auch dann an Klimapolitik und Umweltschutz als zentrales Thema festgehalten haben, als viele – auch innerhalb der Partei – rieten, sich stärker anderen Themen zu widmen. „Klima, das ist doch langweilig“ – so habe es damals geheißen. Doch die Grünen blieben überzeugt, dass dieses Thema unverzichtbar sei.

Seine Begründung ist dabei auch strategisch: Wenn die Grünen Klimaschutz nicht mehr aktiv vorantreiben, werde es am Ende niemand mehr tun. Das sieht er nicht als Parteiinteresse, sondern als gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit angesichts zunehmender Extremwetterereignisse.

Wettbewerb um die beste Klimapolitik erwünscht

Banaszak formulierte abschließend einen politischen Wunsch: Er hoffe, dass unter dem Eindruck von Hitzewellen, Dürren und ausgetrockneten Flussbetten ein neuer Wettbewerb im demokratischen Spektrum entstehe – nicht darum, wer am schnellsten Klimaschutz abbaut, sondern wer die beste Klimapolitik macht.

Der Appell richtet sich an alle demokratischen Parteien. Angesichts der sichtbaren Folgen des Klimawandels, die laut Banaszak immer mehr Menschen direkt erleben, sei es an der Zeit, Klimaschutz wieder als gemeinsamen Wettbewerb um die besten Lösungen zu begreifen – und nicht als Streitpunkt, an dem man sich politisch profiliert, indem man Maßnahmen blockiert oder zurückdreht.

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