Dieses Video wurde am 17.08.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
E-Scooter-Unfälle häufen sich in deutschen Städten – und sie hinterlassen oft schwerere Verletzungen als viele andere Verkehrsunfälle. Michael Süskowski, Unfallchirurg in München, behandelt regelmäßig Verunglückte auf dem Operationstisch und schlägt Alarm: Besonders Fahrten unter Alkoholeinfluss und fehlendes Fahrtraining führen zu teils lebensbedrohlichen Verletzungen. Er fordert konsequente Prävention, eine Helmpflicht und strengere Regeln für Verleihanbieter.
Zwei Arten von E-Scooter-Verletzungen
Süskowski unterscheidet klar zwischen zwei Gruppen von Verunglückten. Nüchterne Fahrer stürzen meist kontrolliert und fangen sich mit den Händen ab. Typische Verletzungen sind dabei Schlüsselbeinbrüche, Radiuskopffrakturen und gebrochene Handgelenke – vergleichbar mit klassischen Fahrradunfällen.
Deutlich gefährlicher ist die zweite Gruppe: Menschen, die nachts oder unter Alkoholeinfluss fahren und oft wenig Erfahrung mit dem Gerät haben. Ihre Reaktionsfähigkeit ist eingeschränkt, sie stürzen bei kleinsten Hindernissen kopfüber nach vorne und landen ungebremst auf dem Asphalt. Die Folgen sind:
- Schwere Schädel-Hirn-Traumata
- Hirnblutungen mit ungewissen Langzeitfolgen
- Mittelgesichtsfrakturen und Schädelbrüche
Langzeitschäden durch Hirnverletzungen seien kaum vorhersehbar, betont der Chirurg – und damit weitaus ernster als heilbare Knochenbrüche.
Warum E-Scooter gefährlicher sind als Motorräder
Eine britische Studie belegt, dass E-Scooter-Fahrer drei- bis viermal häufiger Kopfverletzungen erleiden als Motorradfahrer – obwohl Letztere schneller und höher unterwegs sind. Der Grund liegt in der Konstruktion des Geräts: kleine Räder, eine sehr geringe Standfläche und ein hoher Schwerpunkt machen den Scooter per se instabil.
Dazu kommt das fehlende Körpergedächtnis. Fahrradfahren üben die meisten Menschen seit der Kindheit. Der E-Scooter tauchte dagegen erst 2019 im öffentlichen Straßenraum auf – ohne dass Nutzerinnen und Nutzer eine vergleichbare Bewegungserfahrung aufgebaut hätten. Kleine Unebenheiten, über die ein Fahrrad mit größeren Rädern problemlos rollt, können den Scooter abrupt stoppen und den Fahrer nach vorne katapultieren.
Motorradfahrer hingegen tragen ausnahmslos einen Helm – ein entscheidender Schutzfaktor, der bei E-Scooter-Fahrern in der Regel fehlt.
Helmpflicht: Welcher Schutz ist sinnvoll?
Süskowski spricht sich klar für eine Helmpflicht aus. Zwar verhindere kein Helm den Unfall selbst, er mindere aber die Schwere der Verletzungen erheblich. Die Biomechanik eines Helms schütze vor schweren Hirnverletzungen und Schädelfrakturen – ein enormer Vorteil.
Ein gewöhnlicher Fahrradhelm schützt allerdings nicht das Gesicht. Wer einen privaten Scooter besitzt, entscheide sich laut Süskowski häufig bereits für einen Vollvisierhelm, der auch Mittelgesichtsfrakturen verhindern kann. Im Leihgeschäft sei das bislang kaum verbreitet. Sein Fazit: Jeder Helm ist besser als keiner – denn Hirnverletzungen seien medizinisch ungleich schwerer zu behandeln als gebrochene Knochen.
Prävention statt Heilung: Was jetzt getan werden muss
Der Münchner Chirurg plädiert für einen grundlegenden Kulturwandel hin zur Präventionsmedizin. Konkret schlägt er vor:
- Verpflichtende Einweisungskurse beim Ausleihen von E-Scootern
- Stufenweise Freischaltung der Höchstgeschwindigkeit: erst ab einer bestimmten gefahrenen Kilometerzahl auf 20 km/h, davor maximal 15 km/h
- Fahrtraining und das Üben von Sturztechniken, ähnlich wie bei Motorrad-Sicherheitskursen
- Technisch verpflichtende Blinker, damit beide Hände am Lenker bleiben
- Prüfung eines Führerscheins für E-Scooter, wie vom Deutschen Verkehrsrat diskutiert
Besonders wichtig sei zudem, dass Jugendliche die geltenden Verkehrsregeln kennen: E-Scooter dürfen nur auf Radwegen oder der Fahrbahn genutzt werden – Bürgersteige sind tabu. Viele Nutzer wüssten das schlicht nicht.
Der E-Scooter sei ein ernstzunehmendes Verkehrsmittel wie ein Auto oder ein LKW, so Süskowski. Entsprechend müsse die Ausbildung und Aufklärung der Fahrenden deutlich ausgebaut werden – bevor weitere schwere Unfälle passieren.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (tagesschau). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.