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Drohnenabwehr in Deutschland: Technik und Strategie gesucht

Deutschland rüstet bei der Drohnenabwehr auf – doch Experten fordern mehr Tempo, bessere Technik und eine gemeinsame Strategie aller Sicherheitsbehörden.

Von Redaktion Nachrichtenzeit · 18. August 2026 · 3 Min. Lesezeit
Techniker überwacht Drohnenabwehr-System auf einem deutschen Flughafengelände – Drohnenabwehr im Test
Ressort Politik
QuelleZDFheute Nachrichten auf YouTube, veröffentlicht am 18.08.2026 · Zum Original-Video

Die Drohnenabwehr ist zu einer der drängendsten Sicherheitsfragen in Deutschland geworden. Auf dem ehemaligen Flughafen Magdeburg-Kochstedt eröffnete das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein neues Technologiezentrum, das Detektionssysteme, Radare und optische Aufklärungsmaßnahmen erprobt. Hintergrund ist ein rasant wachsendes Problem: Allein im vergangenen Jahr registrierte das Bundeskriminalamt mehr als 1.000 verdächtige Drohnenflüge über Häfen, Militäreinrichtungen und Flughäfen. Der Vorfall in Leipzig hat dabei deutlich gemacht, wie groß der Nachholbedarf noch ist.

Technologiezentrum in Sachsen-Anhalt als Antwort auf wachsende Bedrohung

Am Standort Magdeburg-Kochstedt forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DLR an einem breiten Spektrum von Gegenmaßnahmen. Neben optischen Systemen stehen Radardetektoren und verschiedenste andere Erkennungswerkzeuge im Mittelpunkt. Ein zentrales Ziel ist die Entwicklung aussagekräftiger Lagebilder, die Einsatzkräften schnelle und fundierte Entscheidungen ermöglichen.

Fachleute warnen jedoch vor überhasteten Beschaffungen. Der Druck, schnell viele Systeme anzuschaffen, berge die Gefahr, dass Technologien eingekauft werden, die nicht optimal geeignet oder zu früh veraltet sind. Qualität und Kompatibilität müssten dabei ebenso im Blick bleiben wie das Tempo des Aufbaus.

Zuständigkeiten: Viele Behörden, unklare Schnittstellen

Deutschland verfügt derzeit über 42 Luftsicherheitsbehörden – ein Umstand, der die Koordination erschwert. Das bestehende System sieht folgende Aufgabenteilung vor:

  • Flughafenbetreiber beobachten die Lage und melden auffällige Drohnen.
  • Die Bundespolizei ist für die Abwehr innerhalb des Flughafengeländes zuständig.
  • Überschreitet eine Drohne den Flughafenzaun, übernimmt die jeweilige Landespolizei.
  • Die Bundeswehr darf nur in akuten Notfällen und zur Amtshilfe eingreifen.

Experten kritisieren, dass diese Aufteilung zwar formal klar ist, in der Praxis aber Grauzonen hinterlässt. Besonders an den Schnittstellen zwischen Bundes- und Landesbehörden sowie der deutschen Flugsicherung entstehen Koordinationslücken, die im Ernstfall kostbare Zeit kosten können.

Hamburgs Senator fordert gemeinsame Strategie statt Zentralisierung

Andy Grote (SPD), Hamburger Senator für Inneres und Vorsitzender der Innenministerkonferenz, sieht das föderale System grundsätzlich als handlungsfähig an. Er betont jedoch, dass eine gemeinsam getragene Drohnenabwehrstrategie fehle. Diese müsse die Lageanalyse, die technischen Fähigkeiten und die Rollenverteilung aller Akteure zusammenführen – ohne dass eine einzelne Behörde die Gesamtverantwortung übernimmt.

Am Hamburger Hafen entwickelt die Stadt derzeit gemeinsam mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall und der Hamburger Hafenbehörde ein eigenes Drohnenabwehrkonzept. Die technische Beschaffung soll in absehbarer Zeit beginnen, um schrittweise einen Schutzschirm über dem Hafen aufzubauen. Am Hamburger Flughafen hingegen liegt die Zuständigkeit bei der Bundespolizei – dort wünscht sich Grote mehr Tempo beim Aufbau der nötigen Fähigkeiten.

Echtzeit-Lagebild und gemeinsames Drohnenabwehrzentrum als nächste Schritte

Seit Dezember existiert ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern. Im Kontext des Vorfalls in Leipzig habe es bereits gut funktioniert – der Informationsaustausch sei innerhalb kurzer Zeit angelaufen. Dennoch fehlt bislang ein Echtzeit-Lagebild, das alle Detektionsdaten bundesweit zusammenführt. Genau hier sehen Sicherheitsexperten den größten Handlungsbedarf.

Ein weiteres Signal: Am Berliner Flughafen BER wurde ein neues Detektionssystem der Bundespolizei installiert – mit sofortiger Wirkung stieg die Zahl registrierter Drohnensichtungen deutlich an. Experten betonen, dass der Großteil dieser Drohnen ungefährlich sei. Mit dem weiteren Ausbau der Detektionstechnik sei bundesweit ein dramatischer Anstieg erfasster Drohnenflüge zu erwarten – nicht weil die Bedrohung plötzlich größer wird, sondern weil die Sensorik endlich besser wird.

Deutschland hat beim Thema Drohnenabwehr in den vergangenen Monaten spürbar an Fahrt aufgenommen. Ob Technologiezentren, neue Detektionssysteme oder das wachsende Drohnenabwehrzentrum – die Bausteine sind vorhanden. Entscheidend wird sein, ob Bund, Länder und Behörden es schaffen, diese Puzzleteile zu einer kohärenten, gemeinsamen Strategie zusammenzufügen, bevor die nächste Krise einritt.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ZDFheute Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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