Digitalminister Wildberger: So soll Deutschland moderner werden

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Dieses Video wurde am 06.05.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein Jahr nach seiner Ernennung zum ersten deutschen Digitalminister zieht Karsten Wildberger eine gemischte Bilanz: Fortschritte bei der Verwaltungsdigitalisierung und beim Bürokratieabbau sind messbar, doch der Quereinsteiger räumt offen ein, dass das Tempo noch nicht ausreicht. Beim OMR Festival in Hamburg sprach Wildberger über konkrete Projekte, systemische Schwächen des deutschen Staates – und seine Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Erste Erfolge der Verwaltungsdigitalisierung

Wildberger verweist auf handfeste Zahlen, die zeigen, dass sich etwas bewegt. Die digitale An- und Ummeldung ist heute für mehr als 60 Millionen Menschen zugänglich – vor nicht allzu langer Zeit waren es rund 30 Millionen. Der digitale Fahrzeugschein wurde bereits über 1,5 Millionen Mal genutzt und erhält überwiegend positives Feedback.

Gleichzeitig rollt das Ministerium in mehreren Bundesländern wichtige Verwaltungsleistungen flächendeckend aus. Automatisierte Lösungen für Genehmigungsverfahren – etwa im Infrastrukturbereich – sind in Hamburg bereits in der Nachnutzung. Als zentrales Fundament baut der Bund derzeit eine souveräne Cloud-Infrastruktur, auf der perspektivisch auch Länder und Kommunen arbeiten sollen.

Wildberger betont: Im Schnitt hat jeder Bürger in Deutschland nur 1,5 Interaktionen mit dem Staat pro Jahr. Deshalb sei das oberste Ziel, diese wenigen Kontaktpunkte positiv zu gestalten – ein schlechtes Erlebnis wiege besonders schwer.

Systemische Schwächen: Atomisierte Verantwortung als Bremse

Der Minister macht eine strukturelle Schwäche des deutschen Systems für das zögerliche Tempo verantwortlich: Die Verantwortlichkeiten seien so stark aufgeteilt – zwischen Europa, Bund, Ländern und Kommunen –, dass am Ende oft niemand klar zuständig sei.

„Wenn zu viele zuständig sind, ist am Ende niemand verantwortlich“, sagt Wildberger. Dieses atomisierte Zuständigkeitsprinzip bremse Entscheidungen und Umsetzung gleichermaßen. Als konkretes Beispiel nennt er das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz: Durch Anpassungen seien nun statt 15.400 nur noch 1.200 Unternehmen berichtspflichtig, Sanktionen wurden gestrichen. Solche Erfolge beim Bürokratieabbau fänden in der öffentlichen Debatte jedoch kaum Resonanz.

Ein weiterer zentraler Hemmschuh sei die uneinheitliche Auslegung des Datenschutzes. Wildberger plädiert dafür, diesen endlich bundesweit einheitlich zu interpretieren – ein Prozess, der mit den Ländern bereits angestoßen worden sei.

Gründer und Talente: Hürden abbauen, Chancen nutzen

Besonders dringlich sieht Wildberger Verbesserungen für Start-ups und internationale Fachkräfte. Er kritisiert, dass bürokratische Hürden innovative Gründer unnötig ausbremsen. Konkret nennt er folgende Vorhaben für die nächsten Monate:

  • Einführung der digitalen Unternehmensgründung in Pilotkommunen ab September
  • Ausbau der Work and Stay Agentur für internationale Fachkräfte
  • Gesetzliche Vereinfachungen bei Mitarbeiterbeteiligung und Finanzierung
  • Weitere Skalierung der souveränen Cloud-Infrastruktur für Bund, Länder und Kommunen
  • Reduzierung von Berichtspflichten um 30 Prozent in Zusammenarbeit mit den Ländern

Deutschland verfüge über exzellente Ausbildung, starke Unternehmen und tiefes wirtschaftliches Domänenwissen – all das müsse jetzt konsequent ins KI-Zeitalter übersetzt werden. Derzeit zählt Deutschland 30 Einhörner; Wildberger will diese Zahl deutlich steigern.

Gesellschaftliche Balance und der Blick nach vorne

Neben den konkreten Projekten schlägt Wildberger einen grundsätzlicheren Ton an. Er warnt davor, dass Deutschland eine Art gesellschaftliche Autoimmunkrankheit entwickle, bei der der öffentliche Diskurs Fortschritte reflexartig kleinredet, bevor sie sich entfalten können. Diese Negativspirale gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der Digitalminister plädiert für mehr strategische Debatte über Zukunftsbilder – jenseits des täglichen Krisenmanagements. Als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt müsse Deutschland auch langfristige Themen wie Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität und Innovationskultur stärker in den Mittelpunkt rücken.

Wildberger bleibt optimistisch: Mit der richtigen Balance aus Selbstkritik und konstruktivem Gestaltungswillen, mit mehr Tempo bei der Umsetzung und einem klaren Bekenntnis zu Innovation sieht er Deutschland auf einem guten Weg – wenn das Land jetzt konsequent am Ball bleibt.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BILD). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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