Dieses Video wurde am 18.08.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Rund 78 Tage vor den US-Midterms 2026 steht die Demokratische Partei vor einer tiefen internen Zerreißprobe. Der wachsende Einfluss der Democratic Socialists of America (DSA) zwingt sowohl selbsternannte Moderate als auch die Parteiführung in Washington zu einem schwierigen Balanceakt: Entweder man umarmt sozialistische Positionen oder riskiert den offenen Konflikt mit der am schnellsten wachsenden Strömung innerhalb der eigenen Partei.
Umfragen zeigen: Sozialismus populärer als Kapitalismus bei Demokraten
Eine aktuelle CBS-Umfrage liefert bemerkenswerte Zahlen: 58 Prozent der Demokraten stehen dem Sozialismus positiv gegenüber, während nur 18 Prozent eine negative Sicht haben. Den Kapitalismus hingegen bewerten lediglich 32 Prozent der Demokraten positiv, 50 Prozent negativ. Noch deutlicher ist der Befund bei Demokraten mit Hochschulabschluss: 71 Prozent von ihnen haben ein positives Bild vom Sozialismus.
Diese Zahlen spiegeln einen strukturellen Wandel wider. Die DSA ist in den vergangenen 15 Jahren von rund 5.000 auf über 130.000 Mitglieder gewachsen – ein Zuwachs, den Beobachter als schnellste Mobilisierung einer politischen Bewegung seit der Tea-Party-Welle 2009 bezeichnen.
Demokratische Sozialisten fordern radikalen Systemwechsel
Das Programm der DSA geht weit über klassische Reformpolitik hinaus. Zu den zentralen Forderungen zählen:
- Abschaffung des US-Senats zugunsten eines parlamentarischen Mehrparteiensystems
- Einführung von Medicare for All – Abschaffung privater Krankenversicherungen
- Abschaffung der Einwanderungsbehörde ICE sowie offene Grenzen
- Defunding der Polizei und Schließung von Gefängnissen
- Einführung einer Vermögenssteuer sowie staatlicher Grundversorgung
DSA-Vertreter begründen diese Positionen mit wachsender sozialer Ungleichheit und dem Versagen etablierter Institutionen. Kritiker werfen der Bewegung vor, verfassungsfeindliche Ziele zu verfolgen – darunter die Abschaffung des Electoral College und fundamentale Eingriffe in die Gewaltenteilung.
Parteiführung im Zwiespalt: Jeffries meidet klare Antworten
Hakeem Jeffries, der Fraktionsvorsitzende der Demokraten im Repräsentantenhaus, gerät zunehmend unter Druck. Auf die direkte Frage, ob Demokratische Sozialisten in der Demokratischen Partei willkommen seien, wich er aus: Er betonte zwar, weder Polizeiabbau noch offene Grenzen noch die Abschaffung des Senats zu unterstützen, vermied aber eine klare Aussage zur Mitgliedschaft von DSA-Anhängern in der Parteifraktion. Stattdessen verwies er auf eine künftig „breite Koalition“.
Auch zur Frage, ob er für Medicare for All stimmen würde, blieb Jeffries vage: Er co-sponsere das Gesetz derzeit nicht und unterstütze es nicht – eine Antwort, die in DSA-Kreisen als Affront gilt. Für die Sozialisten ist die Einführung eines staatlichen Einheitskrankenversicherungssystems die politische Priorität schlechthin.
Moderate unter Zugzwang: Der Fall Andy Beshear
Symptomatisch für die Lage ist der Auftritt des Governors von Kentucky, Andy Beshear, der als möglicher Präsidentschaftskandidat für 2028 gehandelt wird. Einerseits bezeichnete er den Sozialismus als „gescheitertes Experiment“. Andererseits sprach er sich in demselben Interview für die Abschaffung des Electoral College und eine direkte Volkswahl des Präsidenten aus – eine Kernforderung der DSA.
Ähnlich widersprüchlich positioniert sich der Kandidat Abdul El-Sayed in Michigan, der im Wahlkampf pragmatische Töne anschlägt, programmatisch aber für die Abschaffung privater Krankenversicherungen eintritt. Politische Beobachter sehen darin ein Muster: Gemäßigte Demokraten weichen DSA-Forderungen aus Angst vor Konflikten nicht offen zurück, sondern umhüllen sie in moderatere Rhetorik.
Mit Blick auf die Midterms und die Vorwahlkämpfe für 2028 zeichnet sich ab, dass der innerparteiliche Richtungsstreit innerhalb der Demokratischen Partei weiter eskalieren wird. Ob die Parteiführung eine klare Trennlinie zum sozialistischen Flügel ziehen kann oder will, bleibt die entscheidende Frage – mit erheblichen Folgen für das amerikanische Zweiparteiensystem.
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