Dieses Video wurde am 19.08.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die CDU kämpft mit einem ernsthaften Vertrauensproblem. Aktuelle Umfragewerte von nur noch 21 bis 22 Prozent für die Christdemokraten schlagen hohe Wellen in der Partei. CDU-Politiker Karl-Josef Laumann äußert sich in einem Interview besorgt: Sollten solche Werte eines Tages ein tatsächliches Wahlergebnis widerspiegeln, wäre das nicht nur ein Rückschlag für die Partei, sondern hätte nach seiner Einschätzung weitreichende Folgen für ganz Deutschland.
Laumann: CDU-Umfragewerte machen „Angst und Bange“
Laumann findet deutliche Worte: Ein Wahlergebnis in der Größenordnung der aktuellen CDU-Umfragewerte wäre aus seiner Sicht beängstigend – nicht nur für die Partei, sondern für das Land insgesamt. Damit schließt er sich einem Zitat von Norbert Lammert an, der bereits öffentlich betont hatte, dass Parteien nicht unter Denkmalschutz stehen.
Der Grundgedanke dahinter ist klar: Keine Partei hat einen Anspruch auf Wählervertrauen. Wer politisch relevant bleiben will, muss sich in jeder Generation und in jeder Zeit neu beweisen. Die CDU sei davon nicht ausgenommen.
Vertrauen der Wähler muss immer neu verdient werden
Lammerts Mahnung, dass Parteien nicht unter Denkmalschutz stehen, trifft den Kern der Debatte. Für Laumann bedeutet das konkret: Die CDU muss fortlaufend und überzeugend erklären, warum es sie braucht. Vertrauen sei nichts Selbstverständliches – es müsse aktiv erarbeitet werden.
Diese Botschaft richtet sich sowohl an die Parteiführung als auch an die Basis. Gerade in Zeiten, in denen die AfD in Umfragen stark abschneidet und klassische Volksparteien unter Druck geraten, sei es entscheidend, das Profil zu schärfen.
- CDU liegt laut aktuellen Umfragen bei nur 21–22 Prozent
- Lammert: Parteien stehen nicht unter Denkmalschutz
- Relevanz muss generationsübergreifend neu begründet werden
- Kommunikation gilt innerparteilich als verbesserungswürdig
Innerparteilicher Unmut: Kommunikation als Schwachstelle
Auf die Frage nach Unmut in der Parteibasis gibt Laumann eine differenzierte Antwort. Einen grundsätzlichen Aufruhr nimmt er zumindest in seinem persönlichen Umfeld nicht wahr. Dennoch räumt er ein, dass es durchaus den Wunsch gebe, die Kommunikation der CDU zu verbessern.
Interne Kritik richtet sich offenbar weniger gegen inhaltliche Positionen als gegen die Art und Weise, wie die Partei ihre Botschaften nach außen trägt. Hier sieht Laumann Handlungsbedarf – ohne die internen Differenzen überzubewerten.
Sein Appell lautet daher: „Wir müssen einfach den Laden zusammenhalten.“ Diese Aussage macht deutlich, dass Geschlossenheit für ihn oberste Priorität hat – gerade in einer Phase, in der die Partei unter öffentlichem Druck steht.
Ausblick: CDU vor schwieriger Wegfindung
Die aktuelle Diskussion um die CDU-Umfragewerte ist Symptom einer tiefgreifenderen Herausforderung: Wie positioniert sich eine klassische Volkspartei im veränderten politischen Umfeld Deutschlands? Die Erosion des Vertrauens in etablierte Parteien ist kein rein deutsches Phänomen, trifft die CDU aber mit besonderer Wucht.
Laumanns Einschätzung zeigt, dass es in der Partei durchaus Stimmen gibt, die die Lage ernst nehmen und auf Kurskorrektur drängen. Ob das reicht, um die Wählerinnen und Wähler zurückzugewinnen, wird sich bei kommenden Wahlen zeigen. Der Druck, inhaltlich wie kommunikativ zu liefern, wächst jedenfalls.
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