Dieses Video wurde am 06.05.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Eine Koalition oder auch nur eine parlamentarische Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD ist für den nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister und CDU-Politiker Karl-Josef Laumann undenkbar. In der ZDF-Talkshow Markus Lanz machte Laumann deutlich: Eine solche Zusammenarbeit würde die CDU schlicht „umbringen“. Damit positioniert er sich klar auf der Seite jener Unionsvertreter, die eine Brandmauer gegenüber der AfD für unverzichtbar halten – und gibt damit einen Einblick in die Stimmungslage innerhalb der Partei.
Laumann: Kaum CDU-Mitglieder, die Zusammenarbeit mit AfD befürworten
Auf die Frage von Moderator Markus Lanz, ob er in seinem Umfeld CDU-Mitglieder kenne, die sich eine Kooperation mit der AfD vorstellen könnten, antwortete Laumann unmissverständlich: „Da, wo ich lebe, gibt es die so gut wie überhaupt nicht.“
Der erfahrene Christdemokrat betonte zwar, nicht für jedes CDU-Mitglied sprechen zu können. Doch sein persönlicher Eindruck ist eindeutig: Die große Mehrheit der Partei lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD ab. Für Laumann ist diese Haltung keine taktische Frage, sondern eine Frage der politischen Identität der CDU.
Diese klare Positionierung ist vor dem Hintergrund anhaltender Debatten über den Umgang der Union mit der AfD bedeutsam – insbesondere nach Abstimmungen im Bundestag, bei denen CDU-Stimmen gemeinsam mit AfD-Stimmen Mehrheiten erzielten und eine breite öffentliche Diskussion auslösten.
Regieren als Antwort auf den Aufstieg der AfD
Laumann sieht den wirksamsten Weg, der AfD politisch zu begegnen, in konsequentem Regierungshandeln. Sein Credo: „Man kann so eine Problematik nur überwinden, indem man schlicht und ergreifend regiert.“
Damit meint er, dass die Koalition glaubwürdig handeln und Entscheidungen treffen muss, die im Parlament durchgesetzt werden. Dass Gesetze im parlamentarischen Verfahren verändert werden, sei dabei völlig normal und gehöre zum Parlamentarismus dazu. Entscheidend sei, dass die Regierung ihre zentralen Vorhaben erkennbar und erfolgreich umsetzt.
Diese pragmatische Sichtweise steht für einen klassischen Politikansatz: Wer liefert, gewinnt Vertrauen – und entzieht damit populistischen Kräften den Nährboden.
Drei große Reformvorhaben sollen die Koalition stärken
Laumann nannte konkrete Politikfelder, bei denen die Koalition liefern müsse, um die gesellschaftliche Stimmung zu drehen. Im Mittelpunkt stehen drei große Reformprojekte:
- Gesundheitsreform: Als erstes großes Vorhaben soll sie zeigen, dass die Koalition handlungsfähig ist.
- Steuerreform: Laut Laumann ohne Frage auf der Agenda der Koalition.
- Rentenreform: Ebenfalls ein zentrales Versprechen, das eingelöst werden müsse.
Laumann ist überzeugt: Wenn diese drei Themen erfolgreich bearbeitet werden und in der Bevölkerung wahrgenommen wird, dass die Koalition „das vernünftig gemacht hat“, werde sich auch die politische Stimmung verändern. Beide Koalitionspartner könnten dann von einer erfolgreichen Politik profitieren.
Einordnung: Koalitionsdruck und AfD-Debatte
Laumanns Auftritt bei Lanz spiegelt den Druck wider, unter dem die aktuelle Bundesregierung steht. Die Koalition muss in einem schwierigen politischen Klima beweisen, dass sie handlungsfähig ist – während die AfD in Umfragen weiterhin stark abschneidet.
Gleichzeitig zeigt Laumanns klares Statement gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD, dass zumindest Teile der CDU an der Brandmauer festhalten wollen – und dies auch öffentlich vertreten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die angekündigten Reformen tatsächlich dazu beitragen können, die politische Dynamik zugunsten der demokratischen Mitte zu verschieben.
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