Amerikanischer Marxismus: Levin zur Linken

Dieses Video wurde am 16.08.2026 von Fox News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der konservative Kommentator und Rechtswissenschaftler Mark Levin hat in seiner Sendung „Life, Liberty & Levin“ eine umfassende ideologische Analyse der modernen US-Demokraten vorgelegt. Sein zentrales Argument: Was heute unter dem Begriff Amerikanischer Marxismus firmiert, ist keine neue Erscheinung, sondern das Ergebnis einer über 130 Jahre alten intellektuellen Entwicklung, die tief in den Grundfesten der Demokratischen Partei verwurzelt ist. Levin sieht in den programmatischen Forderungen der Partei den konsequenten Ausdruck dieser Tradition – von der Abschaffung des Electoral College bis zur Umgestaltung des Obersten Gerichtshofs.

Das Programm der Demokratischen Sozialisten Amerikas

Levin listet eine Reihe politischer Positionen auf, die er sowohl den Democratic Socialists of America (DSA) als auch der breiteren Demokratischen Partei zuschreibt. Diese Agenda umfasst nach seiner Darstellung unter anderem:

  • Abschaffung des Electoral College zugunsten einer Direktwahl, die bevölkerungsreiche Bundesstaaten strukturell bevorzugt
  • Staatlichkeit für Washington D.C. und Puerto Rico, was dauerhaft neue demokratische Senatssitze schaffen würde
  • Offene Grenzen und Auflösung der Einwanderungsbehörde ICE
  • Erweiterung des Obersten Gerichtshofs (Court Packing) zur ideologischen Absicherung
  • Einführung von „Medicare for All“ und Abschaffung privater Krankenversicherungen

Levin wertet diese Punkte nicht als radikalen Randflügel, sondern als etabliertes Kernprogramm der Demokratischen Partei, das weit vor dem öffentlichen Aufstieg der DSA formuliert wurde.

Woodrow Wilson und die Wurzeln des Amerikanischen Marxismus

Den historischen Ausgangspunkt dieser Entwicklung verortet Levin in der Progressiven Bewegung der 1890er-Jahre. Als eine ihrer prägendsten Figuren nennt er Woodrow Wilson – Universitätspräsident, Intellektueller und späterer US-Präsident –, der die amerikanischen Verfassungsüberlieferungen grundlegend in Frage stellte.

Wilson lehnte sowohl die Gewaltenteilung als auch den Föderalismus als veraltete Konstrukte ab. Seine Argumentation: Die Verfassung sei ein Dokument für eine vergangene Zeit und müsse als „lebendes und atmendes Dokument“ an die Gegenwart angepasst werden. Auf diesen Wilson’schen Ursprung führt Levin den bis heute gebräuchlichen Begriff zurück, den progressive Verfassungsrechtler zur Rechtfertigung weiter Auslegungen verwenden.

Wilson schrieb bereits 1887: „Die Grundlagentheorie von Sozialismus und Demokratie sind beinahe ein und dasselbe.“ Daraus leitet Levin ab, dass die intellektuelle Verschmelzung beider Konzepte kein modernes Phänomen ist, sondern Teil des Gründungsmythos der modernen Linken in den USA.

Franklin Roosevelt und die Kontinuität der Verfassungskritik

Levin zieht die Linie weiter zu Franklin D. Roosevelt, der in seiner Verfassungstagrede von 1937 – kurz nach dem gescheiterten Versuch, den Supreme Court zu erweitern – ähnliche Argumente vorbrachte. Roosevelt suggerierte, die Verfassungsväter hätten bewusst flexible, dehnbare Formulierungen gewählt, um späteren Generationen Interpretationsspielraum zu lassen.

Levin widerspricht dieser Deutung scharf: Die Madison-Protokolle der Verfassungsdebatte belegten das Gegenteil. Die Einschränkungen staatlicher Macht seien kein historischer Zufall, sondern Absicht. Roosevelt wie Wilson hätten die Verfassung nicht offen abgelehnt, sondern strategisch umgedeutet, um die Grenzen staatlicher Macht auszuhebeln.

Individualrechte gegen kollektive Staatsgewalt

Einen philosophischen Orientierungspunkt bietet Levin mit einem Zitat von C.S. Lewis: „Von allen Tyranneien ist jene, die aufrichtig zum Wohl ihrer Opfer ausgeübt wird, möglicherweise die bedrückendste.“ Diese Warnung vor gutmeinender Bevormundung richtet Levin explizit an prominente linke Politiker wie Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez.

Kern seiner verfassungsphilosophischen Position ist das Prinzip des Individualismus: Die Bill of Rights schütze den Einzelnen vor dem Zugriff des Staates. Dieser Gedanke, gestützt auf Alexis de Tocqueville, stehe im direkten Widerspruch zur kollektivistischen Logik des Progressivismus, der staatlicher Gemeinschaft Vorrang vor dem Einzelnen einräume.

Levins Analyse mündet in die These, dass der Konflikt zwischen dem linken Flügel und dem Establishment der Demokratischen Partei kein grundsätzlicher Richtungsstreit sei, sondern lediglich ein Unterschied in Tempo und Verpackung. Beide Strömungen teilten denselben ideologischen Stammbaum – einen, der die amerikanische Verfassungsordnung strukturell herausfordert. Ob diese Einschätzung einer breiten historischen Prüfung standhält, bleibt Gegenstand intensiver politischer Debatte in den USA.

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