Dieses Video wurde am 23.08.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Im ZDF Sommerinterview präsentierte sich AfD-Chefin Alice Weidel am 23. August 2026 angriffslustig und siegessicher – aufgezeichnet in Wien, wo sie Termine mit der rechtspopulistischen österreichischen FPÖ absolvierte. Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erklärte Weidel ihre Partei bereits zum Sieger und ließ kein gutes Haar an der Konkurrenz. Klare Antworten auf zentrale Sachfragen blieb sie jedoch schuldig.
Weidel: „Wir sind auf der Siegerstraße“
Mit demonstrativem Optimismus blickt die AfD-Vorsitzende auf die Landtagswahl am 7. September. „Wir werden in Sachsen-Anhalt die Regierung stellen“, erklärte Weidel im Interview. Die Partei führt seit Monaten die bundesweiten Umfragen an und strebt in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit an – eine Notwendigkeit, da alle anderen Parteien eine Koalition mit der AfD ausschließen.
Von politischer Isolation will Weidel nichts wissen. Als Beleg führt sie die Umfrageergebnisse ihrer Partei an. Das Interview wurde in der österreichischen Hauptstadt geführt, weil Weidel dort die FPÖ traf – eine Partei, die Weidel ausdrücklich als Vorbild bezeichnet und die bereits an fünf österreichischen Bundesregierungen beteiligt war.
Scharfe Töne gegen CDU, vage Antworten zur Migrationspolitik
Gegen die CDU teilte Weidel kräftig aus: Lügen gehöre zur DNA der Partei, sagte sie ohne nähere Belege. Konkreter wurde es beim Kernthema der AfD, der Migrationspolitik – allerdings nur bedingt. Auf die Frage, wie die Partei die Abschiebung einer großen Zahl bereits in Deutschland lebender Geflüchteter umsetzen wolle, wich Weidel aus.
Ihr Rezept lautet stattdessen: Prävention statt Rückführung. Konkret fordert sie:
- Schließung der deutschen Grenzen
- Austritt aus dem Schengen-Abkommen im Bedarfsfall
- Konsequente Verhinderung neuer Einreisen
Wie mit den bereits im Land lebenden Schutzsuchenden umgegangen werden soll, beantwortete Weidel nicht schlüssig.
Automobilkrise: Keine staatlichen Vorgaben
Auch die Krise der deutschen Automobilindustrie war Thema. Angesichts der starken chinesischen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und einbrechender deutscher Exporte nach China positionierte sich die AfD klar gegen staatliche Eingriffe: „Wir schreiben niemandem vor, welchen Motor er produziert, und wir schreiben auch dem Konsumenten nicht vor, welches Auto er nachfragen muss“, so Weidel. Konkrete wirtschaftspolitische Gegenmaßnahmen nannte sie nicht.
Das vollständige Interview mit anschließendem Faktencheck war direkt im Anschluss an die Hauptnachrichtensendung im ZDF und online abrufbar.
Merz fordert Tempo bei Reformen – Kanzler zurück aus der Sommerpause
Parallel zum Sommerinterview meldete sich Bundeskanzler Friedrich Merz mit einem klaren Signal aus der Sommerpause zurück. In der Bild am Sonntag betonte er, der Fokus seiner Regierung liege auf Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Kritik aus den eigenen Reihen – unter anderem zu Rentenreform, Kabinettsumbildungen und einem SPD-Vorstoß für einen Hitzeaktionsplan im Grundgesetz – ließ er unbeeindruckt an sich abprallen.
Am Dienstag und Mittwoch folgt eine Kabinettsklausur in Neuhardenberg, bei der die Reformagenda für den Herbst gesetzt werden soll. Hauptstadtkorrespondenten beobachten jedoch, dass der Begriff „Herbst der Reformen“ bereits so oft bemüht wurde, dass seine Wirkung nachlässt.
Ukraine feiert Tag der Nationalflagge – Verbündete zeigen Solidarität
In Kiew begingen die Menschen am 23. August den ukrainischen Tag der Nationalflagge. Die blau-gelbe Flagge gilt als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit – nach 1.642 Tagen umfassenden Krieges ein besonders emotionaler Moment. Regierungschefs aus Skandinavien und dem Baltikum reisten an, um ihre Solidarität zu bekunden.
Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigte den Wunsch der Ukraine nach Mitgliedschaft in EU und NATO. Unmittelbar dringlich bleibt jedoch die Versorgung mit Flugabwehrraketen. Deutschland hat die Lieferung von 600 Raketen des Typs Patriot zugesagt – allerdings erst für 2027 und 2028, was den bevorstehenden Winter nicht abdeckt. Für Selenskyj immerhin ein Silberstreif am Horizont.
Die Ereignisse des 23. August 2026 verdeutlichen die politischen Spannungsfelder in Deutschland und Europa: eine erstarkende AfD vor einer richtungsweisenden Landtagswahl, eine Bundesregierung unter Reformdruck und eine Ukraine, die trotz internationaler Solidarität auf dringende militärische Unterstützung wartet.
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