AfD-Chef Chrupalla: Klimawandel als „Panikmache“

Dieses Video wurde am 24.08.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Im ARD-Sommerinterview hat AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla Warnungen vor dem Klimawandel als „Panikmache“ abgetan. Damit sorgt er für Wirbel – denn meteorologische Daten zeichnen ein deutlich anderes Bild des Extremsommers 2026. Zugleich wurden im Interview brisante Fragen über neonazistische Verbindungen im Umfeld des sächsisch-anhaltinischen AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund sowie die Koalitionsstrategie der Partei aufgeworfen.

Chrupalla verharmlost Klimawandel – Fakten widersprechen

Auf die Frage nach ausgetrockneten Flüssen, Waldbränden und Hitzetoten in diesem Sommer reagierte Chrupalla mit Gelassenheit: „Für mich war das ein ganz normaler Sommer. Ich sehe da auch viel Panikmache.“ Diese Einschätzung hält einem Faktencheck nicht stand.

Im Juni und Juli 2026 wurden in Westeuropa die höchsten je gemessenen Temperaturen für diese Monate registriert. Von langen Regenperioden, die Chrupalla erwähnte, war meteorologisch keine Spur. Klimaexperten ordnen die Häufung von Hitzeereignissen, Dürren und Waldbränden als direkte Folge des menschengemachten Klimawandels ein.

Co-Chefin Alice Weidel schloss sich der ablehnenden Haltung an: Die AfD lehne „die Schleifung des industriellen Kerns“ und Einschränkungen in Innenstädten zum angeblichen Klimaschutz grundsätzlich ab, sagte sie im ZDF-Sommerinterview.

Neonazistische Verbindungen im Umfeld von Siegmund

Ein weiteres zentrales Thema des Interviews war das Umfeld von Ulrich Siegmund, dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt. Recherchen zufolge haben enge Mitarbeiter eine neonazistische Vergangenheit.

  • Patrick H., Siegmunds Pressesprecher, war Mitglied der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) – einer Organisation, die 2009 wegen ihrer Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus verboten wurde.
  • Laurenz Notdurft, Anwalt und Mitarbeiter der AfD-Landtagsfraktion, war in der HDJ sogar in führender Position tätig – als zweiter Bundesführer.
  • Die HDJ steht auf der offiziellen Unvereinbarkeitsliste der AfD; ehemalige Mitglieder sollten eigentlich auf Distanz gehalten werden.

Chrupalla sieht darin kein Problem: „Ich sehe in der Mitgliedschaft, seitdem diese Personen in der AfD sind, keine Rechtsverstöße, keine Verstöße, die in irgendeiner Weise juristisch geahndet werden mussten.“ Kritiker wenden ein, dass die Frage nach der Nähe zu extremen Netzwerken politisch und nicht nur juristisch bewertet werden müsse.

Koalitionsstrategie: Absolute Mehrheit oder gar keine Regierung

Spitzenkandidat Siegmund hat für die Wahl in Sachsen-Anhalt eine ungewöhnliche Strategie angekündigt: Erreicht die AfD keine absolute Mehrheit, werde er keinen Koalitionspartner suchen. Eine Minderheitsregierung oder Koalitionsverhandlungen schließt er damit von vornherein aus.

Chrupalla distanziert sich von dieser Festlegung nur vorsichtig: „Das ist seine Entscheidung als Ministerpräsidentenkandidat. Da wird sich auch der Bundesvorstand nicht einmischen.“ Gleichzeitig deutete er an, dass man nach der Wahl sehen werde, wie die Mehrheitsverhältnisse tatsächlich aussehen und wer gesprächsbereit sei.

Weidel gab sich im ZDF deutlich selbstbewusster: „Wir werden regieren – in ersten Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, und wir werden auch im Bund regieren.“ Ob diese Ankündigung mit der Nullkoalitions-Strategie Siegmunds vereinbar ist, bleibt offen.

Einordnung: Zwischen Machtanspruch und Widersprüchen

Die Sommerinterviews zeigen eine AfD im Spannungsfeld zwischen wachsendem Machtanspruch und ungeklärten Fragen zur eigenen Vergangenheit und Programmatik. Die Verharmlosung des Klimawandels durch die Parteispitze steht im klaren Widerspruch zu wissenschaftlichen Befunden und den sichtbaren Folgen des Extremsommers 2026. Die Verbindungen von Mitarbeitern zu verbotenen Organisationen könnten besonders dann politisch brisant werden, sollte die AfD in Sachsen-Anhalt tatsächlich in Regierungsverantwortung gelangen. Wie die Partei diese Widersprüche vor der Wahl auflöst, dürfte entscheidend für das Ergebnis sein.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (tagesschau). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

Latest news
Related news